Advent: Dankbarkeit oder Konsumterror?

Gerade in der Vorweihnachtszeit fällt es mir besonders auf:
Die Welt macht uns zu undankbaren, unzufriedenen Wesen, die ständig nach Dingen schielen, die sie noch nicht haben, aber dringend haben wollen.

Die Werbung weckt Bedürfnisse in uns, von denen wir bisher keine Kenntnis hatten, nach denen wir uns nun aber geradezu verzehren.

Wenn wir das Ersehnte dann in den Händen halten, dauert es nicht lange und wir brauchen etwas Neues, das wiederum unsere Sehnsucht nährt. Wenn wir von all den ersehnten, bald verachteten Dingen „ zugemüllt“ sind, haben wir den Blick für die wundervollen Dinge, die uns umgeben verloren.

Kein Konsumgut kann uns zu nachhaltiger Zufriedenheit und Wohlbehagen führen.

Wir erhöhen ständig die Geschwindigkeit in unserem Alltag. Wir arbeiten schneller, wir reden schneller, wir gehen schneller, wir lesen schneller, wir essen schneller. Wir hetzen von einem Ereignis zum nächsten, aber wohin?

Wir sind gierig auf die Zukunft und was wir dort alles realisieren möchten.

Aber leben tun wir Heute, im Hier und Jetzt!

Der permanente Überfluss verbaut uns die Sicht auf unser wirkliches Leben. Das ja meist doch nicht so schlecht ist. Wir gehören eher zu den Menschen auf der Erde, die nicht um ihre Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken und ein Dach über dem Kopf kämpfen müssen. Doch mehr als vier Fünftel der Weltbevölkerung geht es nicht so gut wie uns.

Die Welt des Überflusses, in der wir leben, vernebelt unser Mitgefühl für den Rest der Welt. Sie bestärkt uns darin, dass wir uns nur um uns selbst zu kümmern brauchen.

Gibt es denn ein Leben jenseits von Shopping, Prestige-Objekten, Arbeit und Gewinn?

Es ist an der Zeit wieder zu lernen die schönen Dinge des Lebens zu sehen, unsere Kraftquellen wieder zu entdecken: Eigenschaften wie Dankbarkeit, Großzügigkeit und gegenseitige Verbundenheit.

Dankbarkeit für unser Leben und alles, was uns umgibt, eröffnet uns einen einfachen, vielleicht überraschenden Weg zur Zufriedenheit.

Die Adventszeit ist eine gute Zeit, dankbar zu sein und zu sagen: Genug ist genug.

Für alle, die ein wenig aus der Übung sind, dankbar zu sein und die schönen Dinge des Tages zu erkennen, werde ich hier einen besonderen Adventskalender für eine beschauliche Adventszeit anbieten.

Jeden Tag, vom 1. bis zum 24. Dezember, können Sie meine persönlichen Momente der Dankbarkeit nachlesen.

Ein Gedanke zu “Advent: Dankbarkeit oder Konsumterror?

  1. Das ist alles sehr wahr. Man muß aber erst seinen eigenen Weg finden, damit man das Bibelwort: „es ist alles nur haschen nach Wind“ begreift. Es sind die Kleinigkeiten im Leben, die wichtig sind. Ein Mensch, mit dem man eine Seelenverbundenheit hat, der mit einem lacht und vielleicht auch weint. Ich bin so froh, dass unsere Familie vor Jahren beschlossen hat, sich nicht mehr an dem weihnachtlichen Konsumterror zu beteiligen. Das kann man bei kleinen Kindern nicht so realisieren, das ist mir klar, jedoch nicht immer wieder versuchen die anderen „auszustechen“. Sind nicht Groß und Klein so übersättigt, dass sie immer mehr haben müssen, ihren Wohlstand jedoch nicht genießen? Dabei ist das größte Geschenk, das wir uns gegenseitig machen können so simpel zu haben: nur ein wenig Zeit für den anderen zu erübrigen und ihm wirklich zuzuhören. Diesen Vorsatz nicht auf morgen verschieben, wer weiß wie lange jeder Einzelne noch lebt. Und wenn man selber so richtig unzufrieden ist, nur mal an die denken, die nicht einmal die Grundbedürfnisse befriedigen können.

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