Kann man „Glücklich-Sein“ erlernen?

Meine Großmutter zitierte gern Bibelsprüche. Einer davon war „Wer bittet, dem wird gegeben, wer suchet, der findet und wer anklopft, dem wird aufgetan.“ (Matthäus 7:8)

Was hat das nun mit der Suche nach dem Glück zu tun?

Glück kommt nicht von allein, sondern man muss etwas dafür tun!

Aber was? Da ist es gut, wenn man ein bisschen besser versteht, was die Menschen glücklich macht.

Vielleicht kennt der eine oder andere die Maslowsche Bedürfnispyramide. Sie ist eine sozialpsychologische Theorie des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow und beschreibt menschliche Bedürfnisse und Motivationen und versucht, diese zu erklären.

Maslow stellte fest, dass manche Bedürfnisse Priorität vor anderen haben. Luft und Wasser brauchen wir zum Beispiel dringend, ein neues Auto dagegen nicht.

Er ordnete Bedürfnisse nach 5 größeren Kategorien, beginnend mit den Grundbedürfnissen bis hin zu den kognitiv und emotional hoch entwickelten menschlichen Bedürfnissen (Essen-Trinken-Schlafen-Fortpflanzung, Sicherheit, soziale Kontakte, Ansehen, Selbstverwirklichung).

Die ersten vier Kategorien unterteilt er in Mangelbedürfnisse und die letzte in unstillbare Bedürfnisse.

In seiner Theorie führt die Nichtbefriedigung der Mangelbedürfnisse zu physischen oder psychischen Störungen (z. B. mangelnde Ernährung zur Schädigung der Gesundheit, mangelnde Sicherheit zu Ängsten und Traumatas, mangelnde soziale Kontakt zu emotionalen Störungen).

Die unstillbaren Bedürfnisse können, wie ihr Name das schon sagt, nie wirklich befriedigt werden. Viele können schlicht und ergreifend gar nichts mit dem Begriff Selbstverwirklichung anfangen. In den Illustrierten ist eine Definition „Frauen und Arbeiten = eigenes Geld“ zu finden, für Männer eher der Luxus wie in der Werbung „mein Auto, mein Haus, meine Yacht“.

Was man im Leben immer wieder beobachten kann und wie es im Lieblingslied meiner Großmutter heißt: „je mehr er hat, je mehr er will“.

Zurück zum Eingangszitat, nicht jedes Bedürfnis kann man selbst befriedigen, sondern ist manchmal darauf angewiesen zu bitten, zu suchen und anzuklopfen. Und genau diesen Weg  „zu bitten, zu suchen und anzuklopfen“ kann man erlernen.

Und gleich noch eins vorweg: das eigene Geld, der Luxus sind keine guten Bausteine zum Glück. Sie schaden nicht, sie nutzen allerdings auch nicht in dem Ausmaß wie viele sich das vorstellen.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes am Max-Planck-Institut für Ökonomik untersuchten Forscher die empirischen Zusammenhänge zwischen subjektivem Wohlergehen und wichtigen Lebensereignissen der Menschen.

Die Daten basieren auf Angaben, die die Befragungsteilnehmer über mehr als fünfzehn Jahre hinweg regelmäßig zu ihrem subjektiven Wohlbefinden anhand einer detaillierten psychometrischen Skala machten.

Darüber hinaus gaben sie Auskunft über Faktoren wie Einkommen, Familienstand, Gesundheit oder beruflichen Erfolg.

In dieser Untersuchung stellten die Forscher zwei Zusammenhänge fest:

Menschen erleben nach einer Steigerung des eigenen Wohlbefindens auch positive Veränderungen der anderen Faktoren. Wer glücklicher wurde, konnte in der Folge auch über bessere Gesundheit und höheres Einkommen berichten.

Erstaunlich ist das Ergebnis, dass dies im Umkehrschluss aber nicht der Fall ist, denn positive Veränderungen in den Bereichen Einkommen, beruflicher Erfolg, Gesundheit, Familienstand führten in den Jahren danach zu sinkendem Wohlbefinden.

Dieses Phänomen ist in der Forschungsliteratur als hedonische Anpassung bekannt.

Oder:

Der Mensch gewöhnt sich an allem,
(an positive wie negative Lebensereignisse)
auch am Dativ.
(daran gewöhne ich mich wohl nie)

Kann unser Unterbewusstsein Wunder bewirken?

Mein Buch „Entdecke deinen inneren Helfer“ ist nun seit mehr als 4 Monaten auf dem Buchmarkt. Im Gespräch mit meinen Lesern sind Fragen aufgetaucht, die und deren Beantwortung ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Vielleicht können Sie daraus einen zusätzlichen Nutzen oder eine Erkenntnis ziehen.

Frage:
Warum kann unser Unterbewusstsein besser Probleme lösen und Fragen beantworten als unser bewusstes Denken?

Antwort:
Unser bewusstes Denken wird durch alles, was wir in unserem Leben erlebt und erfahren haben eingeschränkt. Vielleicht haben wir als Kind von Eltern oder Lehrer gesagt bekommen: Wenn du weiter nicht lernst, dann wird nie etwas aus dir. Zack, und schon ist es abgespeichert und verstärkt sich bei jeder neuen negativen Erfahrung als unverrückbare Beschränkung und Glaubenssatz, über den wir nicht hinauswachsen können. Unserem Unterbewusstsein ist das jedoch vollkommen gleichgültig.

Was wir aus unserer Umwelt mit unseren Sinnen wahrnehmen beträgt mehr als 11 Millionen Bits in der Sekunde. Was wir bewusst bewältigen sind maximal 50 Bits pro Sekunde.

Das gibt uns einen Eindruck von dem gewaltigen Kapazitätsunterschied zwischen dem Unterbewusstsein und dem bewussten Verstand.

Hinzu kommt, das, was wir durch unsere Sinne wahrnehmen, wird gefiltert und bewertet. Es wird nur das durchgelassen, was für uns wichtig ist und in unsere Welt passt. Wir formen uns unsere Wirklichkeit, geprägt durch soziale, kulturelle und individuelle Filter.

Ohne diese Beschränkungen durch unsere Erfahrungen, unsere sozialen, kulturellen und individuellen Filter ist unser Unterbewusstsein frei für Lösungen von Problemen. Unser Unterbewusstsein kann alles, was in uns steckt voll nutzen. Wie bei einem Eisberg ist unser Bewusstsein nur ein kleiner Teil, der aus dem Wasser schaut, das was verborgen unter Wasser treibt, unser Unterbewusstsein, macht die Masse aus.

Wenn wir darauf zugreifen können, sieht das manchmal im Ergebnis wie ein kleines Wunder aus. Es ist aber bereits in uns vorhanden, nur tief verborgen und nicht offensichtlich.

Ängste vor Hypnose

Am 14.01.2017 outete sich die Schauspielerin Caroline Peters, bekannt z.B. aus der ARD-Serie  „Mord mit Aussicht“ und vom Wiener Burgtheater, in einem Interview mit der Bild-Zeitung (Nicole Richter).

Bild-Zeitung:
Haben Sie mal überlegt, sich hypnotisieren zu lassen?

Caroline Peters:
Das habe ich mich bisher nicht getraut. Man weiß ja nicht, was einem unter der Hypnose wirklich eingeflüstert wird. Für mich ist es auch keine beruhigende Idee, den Partner mitzunehmen. Vielleicht will der einem unter Hypnose auch noch etwas einflüstern und manipulieren.“

Ich glaube, dass viele Menschen diese Sorge in sich tragen, wenn es um Hypnose geht. Man denkt an die Vorführungen, die man im Varieté, im Fernsehen und anderen Veranstaltungen so gesehen und erlebt hat. Da glauben dann gestandene Mannsbilder, dass sie gackernd ein Ei legen, Frauen fangen an sich zu entkleiden, weil ihnen suggeriert wird, dass es immer heißer wird.

Hinzu kommt, dass einige Hypnotiseure gern mit dem Bild des mystischen, wenn nicht gar dämonischen, spielen. Outfit, Schmuck oder auch Haarschnitt werden danach gestylt. Und ich weiß, das unterstützt tatsächlich die hypnotische Wirkung.

Der eine oder andere Hypnotiseur hat eine natürliche Aura oder Begabung, die sein Gegenüber schneller und tiefer in Trance versetzen kann.

Ich kann nicht leugnen, dass der eine sich besser hypnotisieren lässt und mit einem anderen muss ich länger arbeiten, vielleicht auch kleine Umwege gehen, um zum gleichen Ergebnis zu kommen.

Ein solch begabter Hypnotiseur, der intuitiv erkennt, dass er einem „Gut-zu-Hypnotisierenden“ gegenüber steht, kann dann auch eine Show daraus machen. Er erweist aber denen, denen eine Hypnose helfen könnte unter Umständen einen Bärendienst. Aus Angst vor Manipulation vom Hypnotiseur verweigert er die Anwendung.

Die Angst, die sich bei Hypnose einstellt, resultiert unter anderem daraus, dass wissenschaftliche Beweise, wie Hypnose funktioniert und was sie bewirken kann, wenig kommuniziert werden. Manches ist auch noch nicht erforscht.

Ich sage meinen Kunden immer, jeder hat einen Jonny Controlletti tief in sich, der nur das zulässt, was der Hypnotisierte preis geben will und verkraften kann.

Es gibt viele Forschungen und Ergebnisse, die nicht wirklich bekannt sind, wenn auch die Hypnose seit 2006 in Deutschland als wirksame Therapie in ausgewählten Gebieten wissenschaftlich anerkannt ist.

Ich werde Ihnen gern an dieser Stelle von Zeit zu Zeit über neueste Forschungsergebnisse berichten.

Bis dahin kann ich Ihnen nur empfehlen, schauen Sie sich Ihren Hypnotiseur genau an. Wenn Sie ein ungutes Gefühle beschleicht, die „Chemie“ nicht stimmt, gehen Sie lieber eine Tür weiter.

Vorgärten nach Feng Shui

Vorgärten sind ein Bindeglied zwischen Haus und Straße, zwischen privatem und öffentlichem Raum. Zum Vorgarten gehören neben dem Grün und den angelegten Pflanzen auch der Weg zum Hauseingang, die Zufahrt zur Garage, der Stellplatz und die Mülltonnenhäuschen.

Wie ein Vorgarten gestaltet werden soll, wird häufig vom Bebauungsplan festgelegt. Auch welche Pflanzen und Zäune verwendet werden dürfen, kann ein Bebauungsplan vorschreiben.

So kann es vorkommen, dass die Garage auf der Grenze zum Nachbarn gebaut werden muss, die Stellplätze mindestens 6 m tief sein müssen, die Einfriedung durch einen Holzlattenzaun mit höchstens 1m 10cm zu erfolgen hat und nur einheimische Gehölze angepflanzt werden dürfen. Ach ja, Mülltonnenhäuschen können untersagt sein.  Zur Einhaltung der öffentlichen Sicherheit und eines einheitlichen Erscheinungsbildes kann es noch weitere Vorschriften geben. Also bitte unbedingt, bevor es losgeht, Erkundigungen einziehen.

In unserem Kulturkreis hat ein Vorgarten überwiegend eine repräsentative Funktion. Nicht so wie in Ländern, in denen der Vorgarten ein deutliches Understatement zeigt (bloß nicht zeigen, was man hat), ist es bei uns eher so, dass man gern zeigt, was man hat oder gern darstellen würde. Ich würde sogar so weit gehen, dass der Vorgarten nicht nur eine Visitenkarte der Bewohner ist, sondern auch sozio-kulturell als ein Spiegel des hinter den Mauern befindlichen herhält – wie der Vorgarten, so der gesamte Haushalt -.

Vorgärten können ohne Worte ausdrücken:

  • hier geht es klassisch, vornehm und distinguiert zu,
  • hier ist man klassisch gediegen,
  • hier ist man fröhlich und aufgeschlossen,
  • hier ist man kinderfreundlich,
  • hier ist man tierfreundlich,
  • hier liebt man die Natur,
  • hier müssen sich Besucher vorher anmelden,
  • hier wird man freundlich begrüßt,
  • hier besser nicht klingeln,
  • uvm.

Beleuchten wir den Vorgarten durch die Brille der Feng-Shui-Lehren, so können wir zunächst einmal festhalten, dass der Vorgarten eine Übergangszone zwischen dem öffentlichen Raum und dem privaten ist, oder anders gesagt ein Übergang von Yang nach Yin. Ein Feng-Shui-Vorgarten sollte durch eine (wenigstens angedeutete) Grenze zu erkennen geben, dass der öffentliche Raum verlassen wird und gleichzeitig zeigen, dass hier ein Übergang vollzogen wird. Für den, der diesen Übergang durchquert, sollte es bemerkbar sein, dass er die Hektik des Alltags zurücklässt und „nach Hause“ kommt.

Vor allen Dingen passt ein harmonischer Vorgarten zum Haus, zum Ort, zur Landschaft. Wenn Sie ein Haus mit reetgedecktem Dach Ihr eigenen nennen, werden wahrscheinlich Rhododendren, Päonien, Azaleen, Rosen in den Vorgarten gehören. Haben Sie ein bayrisches Haus sind im Sommer sicher viele Geranien und Nelken zu finden.

Wollen Sie einen repräsentativen Vorgarten, dann könnten Skulpturen oder formal geschnittene Buchsbäume und Edelrosen und eine geschwungene Auffahrt mit Granitsteinen, Marmorpodest und einem Brunnen ihm das richtige Ambiente verschaffen.

Ist Ihr Vorgarten in dörflicher Umgebung, kann ein kunterbunter Bauerngarten passend sein.

Vergessen wir auch nicht, dass es nachts sehr dunkel werden kann. Eine schöne Beleuchtung, die Weg und Eingang erhellt, gehört einfach in den perfekten Vorgarten. Ob diese nun die ganze Nacht brennt (mit den richtigen Leuchten ist das kein Kosten- oder Umweltproblem mehr), oder nur automatisch angeschaltet wird, wenn der Vorgarten betreten wird, ist Geschmackssache. Ich persönlich plädiere lieber für eine schmeichelnde Dauerbeleuchtung als für einen plötzlich einsetzendes „Lichtblitz“, der den Besucher eher erschreckt als einlädt.

Was ich beinahe vergessen hätte: Aus Feng-Shui-Sicht ist es nicht angeraten täglich offensichtlich an Müll, Verrottendem, Aussortierten vorbei zu gehen. Es ist leider nicht immer möglich, die Mülltonnen an einen anderen Ort zu verbannen. Dann verstecken Sie bitte Ihre Mülltonnen in ansehnlichen Behältnissen. Es gibt mittlerweile, außer den Betonkästen, viele schöne Varianten aus Holz, Metall, Flechtwerk. Die Tarnung durch eine schön anzusehende Umhüllung, vielleicht sogar mit einer Bepflanzung oben drauf, ist eine gute Lösung.

Lassen Sie möglichst den Blick auf die Eingangstür offen, damit das lebensspendende Chi auch ins Haus einströmen kann. Übrigens auch ein Tipp der Polizei zur Vorbeugung gegen Einbrecher.

Der FRIEDE in uns

Kommentare, die ich zu meinem  dem Frieden gewidmeten Adventskalender 2016 bekommen habe, haben mich zum Teil bewegt, zum Teil erschüttert. In meinem Jahresrückblick 2016 habe ich versprochen eine (nicht repräsentative) Analyse hier zu veröffentlichen.

Einige meiner Leser in den unterschiedlichsten sozialen Netzwerken konnten die Kommentare schon mitlesen. Ich möchte diese hier nicht zitieren, weder die zustimmenden, die ablehnenden, noch die aggressiven. Ich möchte Ihnen ganz allein meine Reaktionen darauf mitteilen.

Denn ich bin allein für meine Gefühle, meine Worte, meine Handlungen, meine Taten verantwortlich. Ich bin nicht verantwortlich für die Reaktionen anderer auf meine Worte. Ach ja, ich bin natürlich auch verantwortlich für meine Reaktionen auf die Reaktionen.

Da hilft dann manchmal nur wie meine Oma sagte, Abwarten und Tee trinken. Warum das? Wir alle neigen dazu, mit spontanen Antworten unseren „fiesen Neandertaler“ aus dem Rucksack zu holen.

Was, Sie haben keinen Rucksack und schon gar nicht einen fiesen Neandertaler?

Schauen Sie mal ganz genau nach, was Ihnen da im Rücken sitzt. Und wenn Sie sich einen Moment Zeit für einen Blick nach hinten nehmen, können Sie auch das kleine, bullige Männchen mit der Keule erkennen, der sofort bereit ist zuzuschlagen.

Also die Keule meiner Kommentatoren habe ich manchmal schon gespürt. Eine Spur Neid, dass es anderen besser gehen könnte, ohne sich angestrengt zu haben. Eine Spur Abneigung gegen anders Aussehende oder anders Gläubige. Eine Spur Unverständnis aus Unwissenheit. Aber auch die Angst, die Unsicherheit und das Unvermögen Auswege zu sehen.

Ich habe aber auch die stärkende Unterstützung gefühlt. Von Menschen, die sich einsetzen, von Christen ohne Scheu vor Moslems, von einer Pfarrei mit Kirchenasyl, von Frieden Träumenden, uvm.

Meine Intention zu Frieden ist einander verstehen, miteinander kooperieren, Aufrichtigkeit, Empathie, Herzensverbindung.

Große Worte! Aber wie kann das gehen?

Ereignisse nimmt jeder auf seine persönlich Art und Weise wahr und interpretiert sie. Jeder hat sein eigenes Verständnis darüber, wie er die Welt sieht, wie er die Welt gern hätte, wie er die Welt zum Funktionieren bringen würde, wenn er nur könnte. So haben wir zu jedem Ereignis auf der Welt viele, viele unterschiedliche Wahrnehmungen, mit unterschiedlichen Gefühlen und unterschiedlichen Bedürfnissen. Jeder sieht die Anderen auf der Welt mit seinen Augen und Vorurteilen.

Wie könnte ein Weg zu einem gemeinsamen Verständnis aussehen?

Zunächst muss ich mir selber klar darüber werden, was ich will. Diese Erkenntnis kann ich meiner Umwelt öffentlich zugänglich machen oder auch einfach als meine eigene Leitlinie für mich festhalten.

Ich sage das, was ich wahrnehme. Also erkläre ich meiner Umwelt, was ich aus den Ereignissen interpretiere, was ich dabei fühle, was meine Bedürfnisse dazu sind. Wenn ich meine Sichtweise, meine Gefühle, meine Bedürfnisse meinem Gegenüber artikulieren kann, kann ich mich meinem Gegenüber verständlich machen. Ich kann meine Gefühle, Bedürfnisse und auch meine Befürchtungen in eine Bitte an ihn verpacken.

Wenn in mir der Wunsch existiert, mein Gegenüber auch zu verstehen, kann mit dieser Bitte eine Unterhaltung zustande kommen, in der auch mein Gegenüber zu Wort kommt und seine Sichtweise, seine Gefühle, seine Bedürfnisse von mir gehört werden. Ein Gespräch kann entstehen, das beiden Seiten gerecht wird.

Wenn ich allerdings nur die Absicht bezwecke, meine Interessen durchzudrücken, dann bricht an dieser Stelle jeder Dialog ab.

Aber auch wenn es zu einem Dialog kommt, können wir auf keinen Fall die ganze Welt ummodeln und verändern. Wir können nur in unserem Umfeld beginnen und hoffen, dass dieser kleine Stein, den wir vielleicht ins Rollen bringen, zu einer großen Lawine anwächst.

Vielleicht können wir alle gemeinsam versuchen, den Weg einmal auszuprobieren und zwar hier, sofort und so wie beschrieben.

Sie werden sehen mit der Absicht im Herzen, einander zu verstehen und alle Bedürfnisse zu berücksichtigen, kann daraus eine echte Herzensverbindung entstehen!

 

Die Macht der Medien

Wenn ich Nachrichten lese, sehe oder höre, kommt es mir oft so vor, als ständen wir vorm Weltuntergang. Geht es nur mir so? oder betrifft es viele? Was machen Sie mit den Meldungen, die Sie beim Morgenkaffee schon dazu bringen in Depressionen zu verfallen?

Meine erste Begegnung mit einer solchen Nachricht hatte ich in der Tagesschau am Abend des 6.Oktobers 1981.  Am 6. Oktober 1981 wurde Mohammed Anwar as-Sadat während einer Militärparade in Kairo erschossen, nicht live aber dennoch als Film anzuschauen im Fernsehen. Da hatte ich zum ersten Mal Zweifel, ob Berichterstattung so sein muss, ob nicht eine verbale Meldung mit einem eingeblendeten Bild vom lebenden Anwar as-Sadat die Meldung inhaltlich genauso gut an das Publikum gebracht hätte.

Ich war erschrocken über die Brutalität zu einer Sendezeit, in der auch noch Kinder vorm Fernseher sitzen durften und habe jahrelang keine Nachrichten mehr geschaut. Auch heute tue ich es nur sehr bedingt.

Ich frage mich auch, warum nur Katastrophenmeldungen eine gute Quote bringen. Sind wir Menschen wirklich mehrheitlich so veranlagt, dass wir uns am besten fühlen, wenn es anderen draußen in der Welt so richtig schlecht geht und wir uns gruseln können? Wenn wir uns anerkennend auf die Schulter klopfen und sagen, bei uns ist eben alles besser?

Aber was machen diese destruktiven, negativen Meldungen mit uns? Können Sie anschließend gut schlafen oder wälzen Sie sich im Bett und fragen sich, kann so etwas vielleicht auch hier passieren? Und zack, verunglückt, stirbt eine bekannte Persönlichkeit genauso wie in unserem Albtraum. Schon fühlen wir uns in unserer Sicherheit bedroht.

Angst macht unfrei, Angst macht uns manipulierbar, Angst soll uns gefügig machen.

So werden wir zu dem Häufchen Elend, das unsere Führung aus uns machen will. Dann können sie uns mit mannigfaltigen Angeboten, wie sie uns beschützen werden, zur Wahlurne locken. So kommt man an die Macht.

Je emotionaler die Diskussion geführt wird, desto mehr reagiert unser urzeitliches Reptilien-Gehirn, der Verstand wird ausgeschaltet und auf Flucht-Reaktion eingestellt. Wir laufen nur noch der „Rettung“ hinterher.

Die Gesellschaft der Deutschen Sprache (GfdS) erklärte „postfaktisch“ zum Wort des Jahres 2016. Damit wollte sie darauf aufmerksam machen, dass wir uns in einem „tiefgreifenden politischen Wandel“ befinden.

In der Begründung der GfdS heißt es, dass in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend Emotionen wichtiger seien als Fakten. „Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen „die da oben“ bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptiere“. Das sind dann leicht Opfer von Fake-Nachrichten, für die wir wieder Beschützer und Gesetze brauchen.

Was läuft denn da so schief? Ist nur die Medien-Welt Schuld? Oder haben wir Menschen verlernt, oder gar nie gelernt uns unsere eigene Meinung zu bilden?

Ich kann mich noch gut an den Deutsch-Unterricht meiner Schulzeit erinnern, in dem meine Deutschlehrerin mich mit „Erörterungs-Aufsätzen“ gemäß der Hegel’schen Dialektik quälte. Sie hieß noch „Fräulein“ Otto als Zeichen des Unverheiratet-Seins und nicht des Alters, übrigens war sie stolz darauf. In Erörterungen musste ein Problem von allen Seiten betrachtet werden. Einer Aussage = These musste eine Gegendarstellung = Antithese gegenüber gestellt werden. Dann wurden beide, These und Antithese, mit Argumenten hinter füttert. Aus der Vielzahl der Argumente formulierte man dann eine Synthese, man könnte es wohlwollend eine Lösung oder böswilliger einen Kompromiss nennen.

Beim ersten Versuch sagte ich meiner Lehrerin, das kann ich nicht! Ich kann doch nicht Argumente für die Gegenseite bringen! Sehr bestimmt und ohne Widerspruch zu dulden antworte sie, doch das können Sie (wir wurden damals in der Oberstufe noch gesiezt). Das ist eine Methode, die Sie auf das Leben vorbereitet. Sie schult Ihren Verstand, denn Sie werden nicht immer mit dem Kopf durch die Wand gehen können und Leben bedeutet Lösungen finden, Kompromisse schließen, offen sein für die Meinung anderer und sie begreifen lernen. Das trägt zum Gemeinwesen einer Gesellschaft bei. Nur wer sich in die Denkweise eines anderen hineinversetzen kann, kann im Leben erfolgreich sein.

Diese Standpauke habe ich mein Leben lang nicht vergessen und ich bin meiner Lehrerin heute noch dankbar dafür. Danke, Fräulein Otto!

Heute werden wir mit unzähligen Meldungen und Interpretationen zugeschüttet. Es fällt schon schwer diese überhaupt zu sortieren und einzuordnen, geschweige denn ihren Wahrheitsgehalt zu hinterfragen.

Und schauen wir uns die Schlagzeilen doch einmal an. Es sind singuläre Ereignisse, die fast immer „bad news“ sind:
Massenkarambolagen, Flugzeugabstürze, Terror-Attacken, Naturkatastrophen, Bombardierungen, Hinrichtungen, Kriege, Menschen auf der Flucht,…

„Good news“ erscheinen dagegen sehr selten und wenn schon gar nicht in den Schlagzeilen. Gut, vielleicht bekommt irgendein Star, eine Königin ein Kind oder heiraten. Aber selbst dann überwiegen die Befürchtungen: sie gefährdet ihr Kind, mit 50 noch ein Kind, auch das Kind kann die Ehe nicht retten,…

Wissen wir eigentlich wie gut es uns wirklich geht? Wollen wir das wissen? Lesen Sie von Zeit zu Zeit auch mal etwas Positives? Interessieren Sie sich für die Meinungen der Gegenseite oder lassen Sie nur gelten, was Sie sowieso schon denken?

Ich erinnere mich daran, dass mein Vater gern ein Zitat von Mark Twain zum Besten gab.

Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen, vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir.

Mein persönlicher Jahresrückblick 2016 und Vorschau auf 2017

Wieder geht ein Jahr zu Ende. Zeit zurück zu schauen, was war gut, was könnte man ändern. Aber auch Zeit einen vorausschauenden Blick auf das kommende Jahr zu werfen.

Das Jahr 2016 begann für mich mit Hypnose und endete auch so. Ja, Hypnose als Anwendung oder Seminar war das Hauptthema. Gleich gefolgt vom Glückscoaching, das, sowohl von Wieder- als auch Selbstanwendern, interessiert angenommen wurde.  (Wiederanwender = Menschen, die bei anderen die erlernten Methoden anwenden, Selbstanwender = Menschen, die für sich ein Weg zum Glück suchen). Im Rahmen von Feng Shui kamen Themen wie energetische Reinigung und Analysen zur Qualität der Jahres-Sterne-Energien zur Anwendung.

Am 12.September 2016 kam dann das Highlight. Mein erstes Buch „Entdecke deinen inneren Helfer“ ist im Integral-Verlag erschienen. Ich war sehr aufgeregt und bin es noch immer. Es ist, als wenn man ein Kind in die weite Welt ziehen lässt und man selbst kaum noch Einfluss auf das hat, was mit ihm passiert. Wie bei einem Kind, kann man auch einem Buch nur nach besten Wissen und Können eine gute Basis mit auf den Weg geben. Und dann darauf hoffen, dass alles gut geht.

2016 ließ ich, wie jedes Jahr, mit meinem Adventskalender ausklingen. Mir war es nach vielen Ereignissen, die in Zeitungen Schlagzeilen machten, nach einem politischen Ruck in den Populismus, ein Anliegen, in der Zeit, in der sich die Christen weltweit auf die Erinnerungen an die Geburt des Friedensfürsten vorbereiten, über Frieden zu schreiben. Dazu habe ich viele namhafte und berühmte Leute, aber auch ganz „normale“, zu Wort kommen lassen. Ganz besonderen Dank möchte ich noch einmal meiner Freundin Susanne Sow für die berührenden Texte und Gisela Hüttis für die wundervolle Vertonung und Interpretation aussprechen, die ich veröffentlichen durfte.

Liebe Leserinnen und Leser,
die Kommentare, die ich zum Adventskalender 2016 bekommen habe, haben mich zum Teil bewegt, zum Teil erschüttert. Mir ist so klar geworden, dass wir eine gespaltene Gesellschaft sind. Ich nehme mir ein bisschen mehr Zeit, um alles auszuwerten und aufzubereiten. Dann werde ich etwas über den Zustand und den Geist, die hier herrschen, berichten.

Genauso, wie mir klar geworden ist, dass die Erinnerung an unsere jüngere Vergangenheit ein berichtenswertes Thema sein wird. Vielleicht ist es sogar eine Pflicht für die Nachkriegsgeneration über das zu berichten, was uns noch so präsent ist.

Ich weiß, dass ich mich hier ein bisschen von meinen Blog-Themen entferne. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass viele Ängste und daraus resultierende Handlungen sozusagen „vererbt“ sind. Wobei wir wieder beim Thema Coaching wären.

Dann habe ich Mitte 2016 an einem außergewöhnlichen Workshop über Lucides Träumen teilgenommen. Ich war sogleich fasziniert und regelrecht gefangen genommen. Seitdem geht mir das Klarträumen (Träume bewusst steuern) nicht mehr aus dem Sinn.

Ich biete 2017 selbst einen Experimental-Workshop Klarträumen-Lucides Träumen an, in dem wir mit einigen Methoden experimentieren werden wie WILD (Waking Initiated Lucid Dream), DILD (Dream Initiated Lucid Dreams), WBTB (Wach und wieder ins Bett), hypnotische Suggestionen. Ich bin gespannt, ob es gelingen wird, im Traum  bedrohliche Situationen zu lösen, Gelerntes zu vertiefen, kreative Lösungen zu finden, Abenteuer zu bestehen, Hobbies nachzugehen, Fantasien auszuleben, Unmögliches möglich zu machen.

Die vermehrte Auseinandersetzung und intensive Anwendung von bewusster Steuerung der Gehirnwellen brachte mich ebenfalls zu zwei neuen Seminaren „Erkenne dich – verwirkliche dich“ und „Transformiere dich“.

Ziel des Seminares „Erkenne dich – verwirkliche dich“ ist, durch die bewusste Erkenntnis unserer unterbewussten Gedanken und unseres unterbewussten Verhaltens den Weg zu einem selbstbestimmten Leben zu finden und die Transformation zur selbstbewussten, unabhängigen Persönlichkeit zu beschreiten.

Das Seminar „Transformiere dich“ geht noch einen Schritt weiter, Grenzen zu erkennen und zu überschreiten und bietet die Möglichkeit den Sinn des eigenen Lebens zu erkennen.

Der lang angekündigte Meditationskreis wird im Februar 2017 starten. Zunächst biete ich 6 Termine zum Thema „Nimm dir Zeit zu leben“ an. Weitere Themen nehme ich gern nach Absprache auf, ebenso können noch weitere Termine zu anderen Zeiten dazu kommen. Da werde ich flexibel auf die Wünsche der Teilnehmer eingehen.

Zu Feng Shui biete ich zusätzlich ein 1-Tages-Seminar an.

„Deine Wohnung – Spiegel deines Lebens“
Hier geht es darum Fragen zu klären wie „Warum haben wir uns genau diese Wohnung ausgesucht? Warum haben wir unsere Wohnung genauso eingerichtet? Was sagt unsere Wohnung über unsere Möglichkeiten in unserem Leben und unseren Lebensweg?“ und Antworten in der Wohnung und deren Gestaltung zu finden.

Wie jedes Jahr biete ich einen Teil meiner Seminare an den Deutschen Paracelsus-Schulen an. 2017 bin ich in Tübingen, Kempten, Lindau und Augsburg vertreten. Schauen Sie doch einfach mal auf meinen Homepages www.birgitt-jendrosch.de, www.jendrosch-hypnose.de, www.jendrosch-feng-shui.de vorbei oder gehen Sie auf die Homepage der Deutschen Paracelsus-Schulen www.paracelsus.de.

Zu meinem Buch werde ich weitere Lesungen/Workshops anbieten. Die Information darüber werde ich rechtzeitig hier im Blog und in meinem Newsletter bekannt geben.

Liebe Leserinnen und Leser,
ich hoffe, dass ich mit meinem Angebot Ihren Geschmack und Ihre Wünsche treffe und freue mich schon heute, Sie bei mir im Studio für aktive Lebensgestaltung, online oder einer Paracelsus-Schule begrüßen zu dürfen.

Bevor ich mich vom Jahr 2016 verabschiede, ist es mir noch ein Herzensanliegen, Ihnen DANKE zu sagen.

Ich habe dieses Jahr wieder viele interessante, herzliche und bewegende Menschen kennen lernen dürfen und ich habe viele bekannte, altbewährte Menschen an meiner Seite gehabt, die mich inspiriert und unterstützend begleitet haben. DANKE, Ihnen allen.

Ich sage DANKE 2016 für all deine Lehren, Erkenntnisse und Chancen.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser,
ein wunderbares, erkenntnisreiches, friedliches, glückliches und gesundes 2017!

Weihnachtlicher FRIEDEN

Was kann das für eine Nacht sein, da die Hunde nicht beißen, die Schafe sich nicht fürchten, der Speer nicht tötet und das Feuer nicht versengt?

Was ist das für eine Nacht? Und wie kommt es, dass alle Dinge Barmherzigkeit zeigen?

Was ist das für eine Nacht, in der Elend auch den Härtesten rührt, dass dieser barmherzig werden kann?

Was ist das für eine Nacht, die die Augen öffnet und sehen macht, was zuvor nicht wahrgenommen werden konnte und zu hören, was zuvor den Ohren verschlossen war?

Eine Weihnachtsgeschichte von Selma Lagerlöf:

Es war ein Weihnachtstag, an dem alle, außer Großmutter und mir, zur Kirche gefahren waren. Ich glaube, dass wir im ganzen Hause allein waren. Wir hatten nicht mitfahren können, weil die eine zu jung und die andere zu alt war. Und wir waren beide ganz traurig darüber, dass wir nicht zur Frühmette fahren und die Weihnachtskerzen nicht sehen konnten. Als wir aber so in unserer Einsamkeit dasaßen, begann Großmutter zu erzählen:

»Es war einmal ein Mann, der in die dunkle Nacht hinausging, um sich etwas Feuersglut zu holen. Er ging von Hütte zu Hütte und klopfte an jede Tür, ›Helft mir, Ihr lieben Leute!‹ sagte er. ›Mein Weib ist eben eines Kindleins genesen, und ich muss Feuer anzünden, um sie und das Kindlein zu erwärmen.‹

Aber es war tiefe Nacht, so dass alle Menschen fest schliefen. Niemand antwortete ihm.

Der Mann ging immer weiter. Schließlich gewahrte er in weiter Ferne einen hellen Feuerschein. Er wanderte in dieser Richtung fort und sah, dass das Feuer im Freien brannte. Eine Menge weißer Schafe lagerte schlafend ringsumher, und ein alter Hirt saß daneben und bewachte die Herde.

Als der Mann, der das Feuer holen wollte, die Schafe erreicht hatte, sah er, dass drei große Hunde schlafend zu des Hirten Füßen lagen. Bei seinem Kommen erwachten sie alle drei und sperrten ihre weiten Rachen auf, als ob sie bellen wollten, man vernahm jedoch keinen Laut. Der Mann sah, dass sich die Haare auf ihrem Rücken sträubten, er sah, dass ihre spitzen Zähne im Feuerschein weißleuchtend aufblitzten, und er sah auch, dass sie auf ihn zustürzten. Er fühlte, dass einer ihn ins Bein biss, der zweite nach seiner Hand schnappte und der dritte ihm an die Kehle sprang. Aber die Kinnladen und die Zähne, mit denen die Hunde ihn beißen wollten, gehorchten nicht, und der Mann erlitt nicht den geringsten Schaden.

Nun wollte er vorwärts gehen, um zu holen, was er brauchte. Aber die Schafe lagen Rücken an Rücken so dicht gedrängt, dass er nicht vorwärts kam. Und der Mann schritt über die Rücken der Tiere zum Feuer hin. Aber keines erwachte oder bewegte sich.«

Bis dahin hatte Großmutter ungestört erzählen können, länger jedoch vermochte ich nicht an mich zu halten, ohne sie zu unterbrechen. »Weshalb taten sie es nicht, Großmutter?« fragte ich. »Das wirst Du bald erfahren,« sagte Großmutter und erzählte weiter.

»Als der Mann schon beim Feuer angelangt war, blickte der Hirt auf. Er war ein alter, heftiger Mann, unfreundlich und hart gegen alle Menschen. Als er nun einen Fremden nahen sah, griff er nach einem langen, spitzen Stabe, den er in der Hand zu halten pflegte, wenn er seine Herde weiden ließ, und schleuderte ihn nach dem Manne. Der Stab flog sausend gerade auf ihn zu, aber ehe er ihn treffen konnte, wich er zur Seite und flog an ihm vorbei ins Feld hinaus.«

Als Großmutter so weit gekommen war, unterbrach ich sie nochmals. »Großmutter, warum wollte der Stecken den Mann nicht treffen?« Aber Großmutter kümmerte sich um meine Frage gar nicht, sondern fuhr in ihrer Erzählung fort.

»Nun kam der Mann auf den Hirten zu und sprach zu ihm: ›Lieber, hilf mir und lass mich etwas von Deiner Feuersglut nehmen! Mein Weib ist eben eines Kindleins genesen, und ich muss Feuer anzünden, um sie und das Kindlein zu erwärmen.‹

Der Hirt hätte es ihm am liebsten abgeschlagen, aber er dachte daran, dass seine Hunde diesem Manne keinen Schaden hatten zufügen können, dass die Schafe nicht vor ihm davongelaufen waren, und dass sein Stab ihn nicht hatte hinstrecken wollen. Da wurde ihm etwas bänglich zumute, und er wagte nicht, ihm die Bitte abzuschlagen. ›Nimm so viel Du brauchst!‹ sagte er zu dem Manne.

Das Feuer war jedoch fast gänzlich niedergebrannt. Weder Holzscheite noch Zweige waren vorhanden, nur ein großer Gluthaufen lag da, und der Fremde hatte weder Schaufel noch Eimer, um darin die rotglühenden Kohlen heimzutragen.

Als der Hirt dies sah, sprach er abermals: ›Nimm so viel Du brauchst!‹ Und er freute sich, dass der Mann nicht imstande sein würde, die Glut mitzunehmen.

Aber der Mann beugte sich nieder, las mit bloßen Händen die glühenden Kohlen aus der Asche und wickelte sie in seinen Mantel. Und die Kohlen versengten ihm weder Hände noch Mantel, und der Mann trug sie davon, als wären es Äpfel und Nüsse.«

Aber hier unterbrach ich die Märchenerzählerin zum drittenmal. »Großmutter, warum wollten die Kohlen den Mann nicht verbrennen?«

»Das wirst Du noch erfahren,« sagte Großmutter und erzählte weiter.

»Als jener Hirt, der ein so böser und heftiger Mensch war, all dies sah, fragte er sich selber verwundert: ›Was kann das für eine Nacht sein, da die Hunde nicht beißen, die Schafe sich nicht fürchten, der Speer nicht tötet und das Feuer nicht versengt?‹ Er rief den Fremden zurück und sprach zu ihm: ›Was ist das für eine Nacht? Und wie kommt es, dass alle Dinge Dir Barmherzigkeit zeigen?‹

Da sprach der Mann: ›Das kann ich Dir nicht sagen, wenn Du es nicht selber erkennst.‹ Und wollte seines Weges gehen, um bald ein Feuer anzuzünden und sein Weib und Kind erwärmen zu können.

Der Hirt aber dachte, er wolle den Mann nicht ganz aus dem Gesicht verlieren, ehe er erführe, was all dies zu bedeuten habe. Er stand auf und ging ihm nach, bis er dorthin kam, wo der Fremde hauste.

Da sah der Hirt, dass der Mann nicht einmal eine Hütte besaß, um darin zu wohnen, sondern sein Weib und Kind lagen in einer Felsenhöhle, die nur nackte, kalte Steinwände hatte. Und der Hirt dachte, dass das arme unschuldige Kind vielleicht in dieser Höhle erfrieren und sterben würde, und obwohl er ein hartherziger Mann war, rührte ihn dieses Elend, und er sann nach, wie er dem Kinde helfen könnte. Er löste seinen Ranzen von der Schulter und nahm daraus ein weiches, weißes Schaffell, gab es dem fremden Manne und sagte, er solle das Kindlein darauf betten.

Aber sobald er gezeigt hatte, dass auch er barmherzig sein konnte, wurden ihm die Augen geöffnet, und er sah, was er zuvor nicht wahrgenommen hatte, und hörte, was zuvor seinen Ohren verschlossen war:

Er sah, dass er inmitten einer dichten Schar kleiner, silberbeschwingter Engel stand, die einen Kreis um ihn bildeten. Und jedes Englein hielt ein Saitenspiel, und alle sangen mit jubelnder Stimme, dass in dieser Nacht der Heiland geboren sei, der die ganze Welt von ihren Sünden erlösen würde.

Da verstand er, weshalb sogar alle leblosen Dinge in dieser Nacht so froh waren, dass sie niemandem etwas zuleide tun mochten.

Und nicht nur rings um den Hirten waren Engel, überall gewahrte er sie. Sie saßen in der Felsenhöhle, und sie saßen draußen auf den Bergen, auch unter dem Himmel flogen sie hin und her. Sie kamen in großen Scharen auf den Wegen daher gewandelt, und wenn sie vorbeischritten, blieben sie stehen und warfen einen Blick auf das Kindlein in der Höhle.

Jubel und Freude, Sang und Spiel waren allüberall, und der Hirt sah es in der dunkeln Nacht, in der er sonst nichts hatte wahrnehmen können. Voll Freude, dass seine Augen geöffnet waren, sank er auf die Knie und lobte Gott.«

Und als Großmutter so weit gekommen war, seufzte sie und sprach: »Aber was der Hirt sah, das könnten wir auch sehen, denn die Engel fliegen in jeder Weihnachtsnacht unter dem Himmel einher, wenn wir sie nur zu erkennen vermögen.«

Und dann legte Großmutter ihre Hand auf meinen Scheitel und sprach: »Dessen sollst Du eingedenk sein, denn es ist so wahr, wie ich dich sehe und du mich siehst. Nicht auf Kerzen und Lampen kommt es an, noch auf Sonne und Mond, sondern was nottut, ist einzig und allein, dass wir die rechten Augen haben, Gottes Herrlichkeit zu sehen.«

Dummheit bedroht den FRIEDEN

Dietrich Bonhoeffer, evangelischer Theologe und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Hitlers,  schrieb über die Dummheit als eine echte Bedrohung.

„Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse lässt sich protestieren, es lässt sich bloßstellen, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurücklässt.

Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Gründe verfangen nicht. Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden. In solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch. Und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseitegeschoben werden.

Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen mit sich selbst zufrieden. Ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht.

Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen. Niemals werden wir mehr versuchen, den Dummen durch Gründe zu überzeugen. Es ist sinnlos und gefährlich.

Um zu wissen, wie wir der Dummheit beikommen können, müssen wir ihr Wesen zu verstehen suchen. Soviel ist sicher, dass sie nicht wesentlich ein intellektueller, sondern ein menschlicher Defekt ist.

Es gibt intellektuell außerordentlich bewegliche Menschen, die dumm sind und intellektuell sehr Schwerfällige, die alles andere als dumm sind.

Dabei gewinnt man weniger den Eindruck, dass die Dummheit ein angeborener Defekt ist, als dass unter bestimmten Umständen die Menschen dumm gemacht werden, bzw. sich dumm machen lassen.

Wir beobachten weiterhin, dass abgeschlossen und einsam lebende Menschen diesen Defekt seltener zeigen als zur Vergesellschaftung neigende oder verurteilte Menschen und Menschengruppen.

So schein die Dummheit vielleicht weniger ein psychologisches als ein soziologisches Problem zu sein.

Bei genauerem Zusehen zeigt sich, dass jede starke äußere Machtentfaltung, sei sie politischer oder religiöser Art, einen großen Teil der Menschen mit Dummheit schlägt. Die Macht der einen braucht die Dummheit der anderen. Unter der überwältigen Machtentfaltung wird dem Menschen seine innere Selbständigkeit geraubt, sodass dieser nun, mehr oder weniger unbewusst, darauf verzichtet, zu den sicher ergebenden Lebenslage ein eigenes Verhalten zu finden.

Man spürt es geradezu im Gespräch mit ihm, dass man es gar nicht mit ihm selbst, mit ihm persönlich, sondern mit über ihn mächtig gewordenen Schlagworten, Parolen etc. zu tun hat. Er ist in einem Banne, er ist verblendet, er ist in seinem eigenen Wesen missbraucht, misshandelt.

So zum willenlosen Instrument geworden, wird der Dumme auch zu allem Bösen fähig sein und zugleich unfähig, dies als Böses zu erkennen.

Hier liegt die Gefahr eines diabolischen Missbrauches. Dadurch werden Menschen für immer zugrunde gerichtet werden können.

Aber es ist gerade hier auch ganz deutlich, dass nicht ein Akt der Belehrung, sondern allein ein Akt der Befreiung die Dummheit überwinden könnte.

In dieser Sachlage wird es übrigens auch begründet sein, dass wir uns unter solchen Umständen vergeblich darum bemühen, zu wissen, was „das Volk“ eigentlich denkt.

Es wird darauf ankommen, ob Machthaber sich mehr von der Dummheit oder von der inneren Selbständigkeit und Klugheit der Menschen versprechen.

Das Wort der Bibel, dass die Furcht Gottes der Anfang der Weisheit sei (Psalm III, 10) sagt, dass die innere Befreiung des Menschen zum verantwortlichen Leben vor Gott die einzige wirkliche Überwindung der Dummheit ist.“

Ich wünsche meinen Lesern von Herzen

die Kraft, die Dinge zu ändern, die ihr ändern könnt,
die Gelassenheit, das Unabänderliche zu ertragen
und die Weisheit, zwischen diesen beiden Dingen
die rechte Unterscheidung zu treffen
(nach Franz von Assisi).

Ruhe in FRIEDEN

Heute, am 22.12.2016, jährt sich der Todestag meiner Mutter zum ersten Mal. Zeit über die Vergänglichkeit und dem darin ruhenden Frieden nachzudenken.

Wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen, werden sich unweigerlich Fragen stellen.

Wer bin ich? Warum bin ich hier? Worin liegt der Ursprung meines Lebens? Wann und wie wird mein Leben enden? Was bedeutet der Tod für mich? Geht mein Leben nach dem Tod noch weiter?

In unserer modernen Gesellschaft versuchen wir den Tod zu verdrängen und sehen im Sterben nichts als Vernichtung und Verlust. Daraus folgt, dass die meisten Menschen den Tod entweder vollständig leugnen oder in Angst vor ihm leben.

Angst vor dem Tod und Ignoranz gegenüber dem Leben danach sind aber die Ursache für viele Zerstörungen, auch unserer Umwelt. Das führt in unserer modernen Welt dazu, dass junge Leute in jedem erdenklichen Fach hochgebildet sind, aber keine Ahnung über den Sinn des Lebens haben oder ihn in irgendeiner Lehranstalt erhalten.

Vielleicht haben wir Angst vor dem Tod, weil wir nicht wissen, wer wir wirklich sind. Wir glauben zwar an eine persönliche, einzigartige und unabhängige Identität. Untersuchen wir diese Identität, dann finden wir heraus, dass sie abhängig ist von einer endlosen Reihe von Dingen: von unserem Namen, unserer Biographie, vom Partner, Familie, Heim, Beruf, Freunden, Kreditkarten, Konten… Wenn uns all das genommen würde, wüssten wir dann noch, wer wir wirklich sind?

Ohne die vertrauten Requisiten sind wir nur noch wir selbst, eine Person, die wir nicht kennen, ein Fremdling, mit dem wir zwar die ganze Zeit zusammenleben, dem wir aber nicht gewagt haben zu begegnen. Oder warum haben wir sonst jede freie Minute mit ablenkenden Aktivitäten gefüllt, die sicher stellen sollten, dass wir niemals mit uns allein sind?

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Das ist eine wichtige Frage, die durch kein Wissen belegt oder nachvollziehbar ist. Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten, stehen dieser Frage viel offener gegenüber und ihr Leben verändert sich oft gravierend.

Menschen, die an ein Weiterleben glauben, übernehmen Verantwortung in ihrem Leben, und folgen einer persönlichen Ethik. Menschen, die nicht daran glauben, verschwenden kaum einen Gedanken an die Konsequenzen ihres Tuns.

Wenn wir glauben, dass mit unserem Tod alles ein Ende hat, dann sind wir geneigt alles in dieses eine Leben zu investieren. Wir hängen uns an Vergängliches, Materielles, Äußeres.

Wenn wir hingegen annehmen, dass der Tod nur ein Übergang ist, dann können wir über unseren begrenzten Horizont hinaus an die Zukunft denken. Wir hängen nicht egoistisch an unserer Lebenszeit sondern denken an unsere Umwelt, an unsere Mitmenschen, an spätere Generationen wie unsere Kinder, Enkelkinder usw. Wir interessieren uns an den Gesamtzusammenhang in unserer Welt, unserem Universum.

Was hat der Mensch für Gewinn von aller seiner Mühe,
die er hat unter der Sonne?
Prediger 1:3

Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht;
und siehe,
es war alles eitel und Haschen nach dem Wind.
Prediger 1:14

In zwei Tagen feiern wir Christen die Geburt unseres Herrn Jesus Christus. Wir nennen das Weihnachtsfest das Fest der Liebe und Jesus Friedensfürst.

Dann glauben wir auch daran, was Jesus sagte:

Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe;
und wer da lebet und glaubet an mich,
der wird nimmermehr sterben.
Glaubst du das?
Johannes, 11:25,26

Glauben Sie das?

Dann haben Sie Ihren persönlichen Frieden schon gefunden, fühlen sich mit Ihren Mitmenschen und der ganzen Welt verbunden. Dann können Sie in Frieden ruhen.