Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag

Kennt ihr auch so ein Geburtstagsglas? Damit wurde das Geburtstagskind in meiner Kinderzeit ausgezeichnet. Ich besitze davon noch 2 Gläser, das auf dem Bild ist das „Erwachsenen-Glas“-

Heute Morgen habe ich es meiner großen Schwester auf den Frühstückstisch gestellt.

Und nun möchte ich mich bei ihr bedanken. Ich habe schon sehr oft im Leben Unterstützung von ihr bekommen. In diesem außergewöhnlichen Jahr 2020 hat sie großzügig manche Rechnung übernommen. Ja, wegen der Corona-Einschränkungen ist auch mein Geschäft sehr reduziert gelaufen. In meinem Studio fanden keine Seminare oder Beratungen statt. Und trotzdem laufen die Kosten weiter. Da meine große Schwester mich sehr gut kennt, hat sie wohl erwartet, dass ich keine staatlichen Hilfen beantragen werde. Ehrlich, viele brauchen das Geld nötiger als ich.

Wieder begleitet mich ein Bibelspruch, den unsere Oma Luise oft auf den Lippen hatte: Einer trage des anderen Last. Galater 6, 2. Das bedeutet nämlich Liebe: erkennen, welche Last der andere trägt und dann diese Last mittragen.

Liebe Schwester, darin bist du perfekt und ich liebe dich von ganzem Herzen dafür.

Deine/Eure Birgitt

Christmette

Wer hat nicht schöne Erinnerung und ein festliches Gefühl an die Christmette oder einen weihnachtlichen Gottesdienst mit Gesang. Wie kann ich dieses Jahr damit umgehen?

Wie so oft fallen mir wieder Omas Weisheiten ein. Oma Luise hat mir schon als kleines Kind beigebracht, dass ich mit meinem Schöpfer immer und überall reden kann und er auch immer ein offenes Ohr hat. Das nennt man beten. Jeder kann sich in ein Zwiegespräch mit seinem Schöpfer vertiefen und benötigt dazu keine Versammlung Gleichgesinnter. Gemeinschaft ist schön, aber Verzicht ist in diesem Falle eine größere Liebe zu den Mitmenschen.

Auch wenn alle Hygiene-Regeln eingehalten werden, ist das Zusammenkommen immer noch mit einem Risiko behaftet, dass keiner zurzeit richtig einordnen kann. Meine Oma hätte gesagt, wer sich in Gefahr begibt, kommt drin um. Ich sage, dafür hat der liebe Gott uns unseren Verstand gegeben.

In Matthäus 22 Vers 21 kann nachgelesen werden, dass wir uns auch an weltliche Regeln und Gesetze halten sollen. „Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist.“ Jesus redet über Geld und Steuern, aber auch Regeln und Gesetze, die eine weltliche Autorität ausgibt, sind für uns gültig.

Lassen wir uns doch darauf ein, das Weihnachtsfest einmal anders zu feiern. Vielleicht ist es auch eine Chance für uns, es tiefer und ergreifender zu erfahren.

Eure Birgitt

Sorgt euch nicht um morgen

Heute Morgen beim Duschen lief mal wieder das Lied von Mark Forster im Radio „Heute, Morgen, Übermorgen“ (mit allen Träumen und all den Sorgen).

Spontan fiel mir der Bibelspruch, den Oma Luise gern zitierte, ein:

Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage. (Matthäus 6,34)

Gerade in einer Zeit, in der viel Unsicherheit uns umgibt, wie wird es weitergehen, wann werden wir wieder „normal“ leben, …, ist es wichtig zu erkennen, dass jeder einzelne Tag gelebt werden will. Zu viele Sorgen machen uns krank und tragen überhaupt nicht zu einer Lösung bei.

Konzentrieren wir uns bitte auf das Hier und Jetzt, Schaut auf die schönen Dinge, die uns immer noch täglich umgeben. Ein Kinderlachen, ein Scherz, ein liebevoller Blick, ein offenes Ohr, ein Kompliment, eine Aufmerksamkeit, ein Sonnenaufgang, ein Sonnenuntergang. Es gibt so vieles. Seht hin und sucht danach.

Und gleich fällt mir noch ein Lieblingsspruch meiner Oma ein:
Morgen beginnen wieder hundert neue Tage.

Eure Birgitt

Schenken

Die vollen Kaufhäuser vorm Lockdown, die Nachrichten über die Rekorde bei versendeten Paketen, die Diskussion über Geschenke und ob man sie rechtzeitig wieder umtauschen kann, lassen mich nachdenklich werden, um was es beim Schenken geht.

Ich kann mich an manches Geschenk erinnern, dessen Empfang ich mit einem Lächeln überspielt habe, um nicht zu zeigen, dass es in mir drin Entsetzen, Enttäuschung, geradezu Trauer ausgelöst hat. An einem Geschenk kann man die Wertschätzung des Schenkenden zum Beschenkten erkennen. Es ist schlimm, wenn etwas gekauft wurde, nur um die eigene Großzügigkeit darzustellen. Eine kleine Aufmerksamkeit, die erkennen lässt, dass ich gesehen, gehört und anerkannt wurde, ist viel beglückender.

Schenken
Joachim Ringelnatz

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
die Gaben wiegen,
sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
sodass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
dass dein Geschenk
du selber bist.

Eure Birgitt

3er Advent: Eine Muh, eine Mäh, …

Das Lied geht mir schon den ganzen Tag im Kopf herum. Mein Vater hat es oft gesungen. Er war ein fröhlicher Mensch und liebte deswegen wohl auch fröhliche Lieder.

Irgendwann sagte mir einmal ein amerikanischer Kollege: bei euch ist es komisch, wenn der Herr geboren wird, dann singt ihr getragene Lieder. Wenn er stirb, hören sich die Lieder freudig an. Da ist was dran, oder?

Wie ihr seht, gibt es aber auch fröhliche Lieder wie „eine Muh, eine Mäh“.

In Wikipedia steht dazu:
Die Komposition stammt von Wilhelm Lindemann und ist 1912 erstmals erschienen. Der fröhlich-alberne Text beschreibt einen häuslichen Weihnachtsabend aus der Perspektive der Kinder, die das Kommen von Knecht Ruprecht als Gabenbringer erwarten. Im Refrain des Liedes werden die vielen erhofften Weihnachtsgeschenke in Kindersprache aufgezählt.

Und hier nun der Text:

Wenn der Weihnachtsbaum uns lacht,
wenn die Glocke bim-bam macht,
kommt auf leisen Sohlen,
Ruprecht an verstohlen.
Zieht mit vollen Säcken ein,
bringt uns Bäcker-Leckerein
und packt unter Lachen
aus die schönsten Sachen.
Kommt, Kinder, seht euch satt,
was er für Schätze hat:
Eine Muh, eine Mäh,
eine Täterätätä,
eine Tute, eine Rute,
eine Hopp-hopp-hopp-hopp,
eine Diedeldadeldum,
eine Wau-wau-wau,
ratatsching-daderatabum.

Wenn der Schnee zum Berg sich türmt,
wenn es draußen friert und stürmt,
um die Weihnachtslichter
fröhliche Gesichter.
Alle Stuben blitzeblank,
denn es kommt mit Poltergang
durch die Luft, die kalte,
Ruprecht an, der alte.
Und pustet, prustet – dann
zeigt uns der Weihnachtsmann:
Eine Muh, eine Mäh,
eine Täterätätä,
eine Tute, eine Rute,
eine Hopp-hopp-hopp-hopp,
eine Diedeldadeldum,
eine Wau-wau-wau,
ratatsching-daderatabum.

Ich wünsche euch einen fröhlichen dritten Advent.

Eure Birgitt

Was ist euch wichtig zu Weihnachten?

Wie jeder einzelne die Weihnachtszeit verbringt und das Weihnachtsfest organisiert, ist sicher sehr unterschiedlich. Bei der ganzen Diskussion um Lockdown vor oder nach Weihnachten, Beschränkungen über die Weihnachtszeit usw. habe ich mich gefragt, was ist mir persönlich eigentlich wirklich wichtig und unverzichtbar für die Weihnachtszeit.

Als Kind habe ich gedacht, so wie meine Eltern und wir Kinder gefeiert haben, das wird sich nie ändern. Spätestens, wenn man erwachsen ist und neue Familienmitglieder dazu kommen oder man weit von zu Hause wohnt, wird sich etwas ändern.

Also, was ist es, was ihr von eueren Eltern mitgenommen habt und genau so macht wie sie.

Was ist euch heute wichtig?

Der Weihnachtsbaum, die Christmette, der Weihnachtsmarkt, die Geschenke, die Plätzchen oder Gebäck, der Weihnachtsbraten, das Adventssingen, der Weihnachtsspaziergang, die Familienfeier?

Lange glaubte ich, dass ich nie auf einen Weihnachtsbaum verzichten möchte. Bis nach meinem Vater auch meine Mutter vor 5 Jahren 2 Tage vor Heiligabend starb. Seitdem habe ich keinen Weihnachtsbaum mehr aufgestellt. Obwohl es mir manchmal im Herzen weh tut, den wunderschönen alten Weihnachtsschmuck nicht mehr zu gebrauchen. Dieses Jahr hatte ich das erste Mal wieder Lust. Ich muss aber gestehen, dass die ganze Situation um Corona mich doch mehr belastet, als ich mir selbst eingestehen wollte. Ich denke, wir warten noch ein Jahr.

Unverzichtbar ist für mich das traditionelle Essen zu Heiligabend und zum Teil zu Weihnachten. Heiligabend gibt es bei mir mittags Kartoffelsalat und Würstchen und abends eingelegten Hering. Zu Weihnachten variiert der Braten, aber der russische Salat muss sein.

Eure Birgitt

Aberglauben in der Weihnachtszeit

Aberglauben und dazugehörige Bräuche gibt es zu jeder Jahreszeit. Besonders in den Winternächten, der Weihnachtszeit und dem Jahreswechsel häufen sie sich. Der Glaube an die Wunderkraft und Zukunftsträchtigkeit der Weihnachtstage hat sich mit den christlichen Vorstellungen vermischt.

So schmückte man die Häuser mit grünen Zweigen. Die immergrünen Fichten- und Tannenzweige galten als Sinnbild des Lebens. Auch der Eibe, dem Buchsbaum, der Mistel und der Stechpalme wurden besondere, gute Kräfte zugesprochen.

In der Christnacht waren Liebesorakel sehr beliebt. Die Mädchen dachten, in dieser Nacht könnten sie etwas über ihren Zukünftigen erfahren.

Dazu gehört auch der Brauch des Küssens unter dem mit Bändern geschmückten Mistelzweig in englischsprachigen Ländern.

Eure Birgitt

Ebenezer Scrooge

Jedes Jahr nehme ich das Weihnachtsmärchen von Charles Dickens zur Hand. Es ist so oft verfilmt worden, dass sicher jeder die Wandlung von Ebenezer Scrooge kennt.

Ja, jeder hat wahrscheinlich so seine eigenen drei Geister, der vergangenen Weihnacht, der diesjährigen Weihnacht und der zukünftigen Weihnacht.

Wenn wir über vergangene Weihnachten reden, sind die, im Gegensatz zu Ebenezer Scrooge, meist mit einem rosaroten Nebel verschleiert und fast ausschließlich mit guten Erinnerungen gespickt.

Die Erwartungen, die wir an die jetzige Weihnacht haben sind eher dunkelgrau und gruselig. Wir können nicht von einem Geschäft zum anderen bummeln, um Weihnachtsgeschenke zu erstehen. Wir können auf keinem Weihnachtsmarkt schleckern und Glühwein trinken. Wir können unsere Familie nicht besuchen, wie wir es immer taten. Keine großen Weihnachtsfeiern.

Aber nach jedem Tal geht es wieder bergauf.

So können wir uns schon heute auf den Geist der zukünftigen Weihnacht freuen. Wobei Ebenezer Scrooge erst durch den Blick auf die zukünftige Weihnacht erfährt, wie schlecht er bis dahin gelebt hat, wie hart er zu anderen war, dass er andere nur benutzt hat.

Ich hoffe, dass wir alle diese Erfahrung nicht machen müssen und diesen Teil des Märchens überspringen und gleich zum guten Ende kommen können. Nämlich ein Fest in Freude, mit Freunden und einer gesegneten Feier.

„Frohe Weihnacht, „Fröhlichere Weihnacht als die Jahre zuvor…
Man sagte Ebenezer Scrooge nach, wenn irgendein Mann auf Erden die Kunst besitze, gut Weihnachten zu feiern, so müsse man sie bei ihm suchen. Möge sich das in Wahrheit auch von uns und von uns allen sagen lassen.“

So schließt das Weihnachtsmärchen von Charles Dickens.

Eure Birgitt

Kultur im Fernsehen

Was wäre eigentlich, wenn das öffentlich-rechliche Fernsehen in Zeiten, in denen keine Konzerte, Ballett, Oper, Operette, Musical, Schauspiele etc. wegen Ansteckungsgefahr stattfinden können, nicht nur vorweihnachtliche Charity-Ereignisse ausstrahlt, sondern auch Aufführungen (ohne Publikum) ins Fernsehen bringt? Natürlich mit den entsprechenden Hygiene-Auflagen.

Es muss ja nicht nur Klassik oder ernsthaftes Theater sein. Gern auch eine Mischung aus allem. Die von mir jedes Jahr erwartete Gala von José Carreras, die solch eine wunderbare Mischung von E- und U-Musik ist und noch einen guten Zweck bedient, wurde vom ERSTEN der ARD ausgelagert. Erst zu einem, wie man sagt, Best-Ager Kanal SAT1 Gold, mittlerweile zurück auf MDR.

Ich glaube, dass öffentlich-rechtliche Sender einen schönen Beitrag für die Kultur bringen könnten. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, nicht nur Herz/Schmerz-Filme und Krimis zu sehen (sehe ich auch gern), sondern auch einmal eine Oper, eine Operette, oder Mutter Courage, etc.

Auf die Mischung kommt es an und vor allen Dingen, auf eine neue Denkweise. Wenn wir nicht mehr in Theater, Konzertsäle gehen können, dann bringt doch bitte etwas in unsere Wohnzimmer. Und überlasst nicht alles den Streaming-Diensten. Investieren wir neben Sport-Veranstaltungen auch in die Kultur.

Eure Birgitt

Eine Mauer um uns baue …

Ich weiß nicht so genau warum, aber dieses Gedicht von Clemens Brentano kommt mir zurzeit immer wieder in den Sinn. Dann sehe ich meine Oma Luise vor mir sitzen, wie sie das Gedicht rezitiert. Wenn sie das Gedicht aufsagte, dann lief mir immer ein Schauder über den Rücken, der sich dann in wohlige Geborgenheit auflöste.

Vielleicht wünsche ich mir heute so eine undurchdringliche Mauer gegen den Corona-Virus oder als Schutz vor uneinsichtige Menschen.

Der Inhalt des Gedichtes bezieht sich auf den napoleonischen Krieg im Jahr 1814. Schweden und Russen hatten sich verbündet, um den Dänen Norwegen streitig zu machen. Aus Hamburg hatten sich die Franzosen zurückgezogen. Unter dem Jubel der Hanseaten rückten Kosaken als Vorhut der Nordarmee ein. In der lokalen Geschichte in Holstein und Schleswig wurde vom „Kosakenwinter“ geredet. Nur gut 2.000 Kosaken hinterließen den größten Eindruck bei den Einheimischen. Das lag an ihrem fremdländischen Aussehen, und auch daran, dass die Reiter mit damals unvorstellbarer Geschwindigkeit durch das Land zogen, unerwartet auftauchten und ebenso schnell wieder abzogen.

Draus bei Schleswig vor der Pforte
Wohnen armer Leute viel,
Ach, des Feindes wilder Horde
Werden sie das erste Ziel.
Waffenstillstand ist gekündet
Dänen ziehen ab zur Nacht,
Russen, Schweden stark verbündet,
Brechen her mit wilder Macht.

Draus bei Schleswig steht vor allen
Weit ein Häuslein ausgesetzt.

Draus bei Schleswig in der Hütte
Singt ein frommes Mütterlein,
„Herr, in deinen Schoß ich schütte
Alle meine Angst und Pein.“
Doch ihr Enkel ohn‘ Vertrauen,
Zwanzigjährig neuster Zeit,
Hat den Bräutigam zu schauen
Seine Lampe nicht bereit.

Draus bei Schleswig in der Hütte
Singt ein frommes Mütterlein.

„Eine Mauer um uns baue“
Singt das fromme Mütterlein,
„Dass dem Feinde vor uns graue
Hüll‘ in deine Burg uns ein.“

„Mutter,“ spricht der Weltgesinnte,
„Eine Mauer uns ums Haus
Kriegt unmöglich so geschwinde
Euer lieber Gott heraus.“

„Eine Mauer um uns baue“:
Singt das fromme Mütterlein.

„Enkel fest ist mein Vertrauen,
Wenn’s dem lieben Gott gefällt,
Kann er uns die Mauer bauen,
Was er will ist wohl bestellt.“
Trommeln rommdidomm rings prasseln
Die Trompeten schmettern drein,
Rosse wiehern, Wagen rasseln,
Ach nun bricht der Feind herein.

„Eine Mauer um uns baue“
Singt das fromme Mütterlein.

Rings in alle Hütten brechen
Schwed‘ und Russe mit Geschrei,
Lärmen, fluchen, drängen, zechen.
Doch dies Haus ziehn sie vorbei.
Und der Enkel spricht in Sorgen
„Mutter, uns verrät das Lied.“
Aber sieh, das Heer vom Morgen
Bis zur Nacht vorüberzieht.

„Eine Mauer um uns baue“
Singt das fromme Mütterlein.

Und am Abend tobt der Winter
An das Fenster schlägt der Nord
„Schließt den Laden, liebe Kinder“,
Spricht die Alte und singt fort
Aber mit den Flocken fliegen
Vier Kosakenpulke an.
Rings in allen Hütten liegen
Sechzig, auch wohl achtzig Mann.

„Eine Mauer um uns baue“
Singt das fromme Mütterlein.
Bange Nacht voll Kriegsgetöse,
Wie es wiehert, brüllet, schwirrt,

Kantschuhhiebe, Kolbenstöße.
Weh, des Nachbars Fenster klirrt
Hurrah, Stupai, Boschkai, Kurba,
Vinu, Gleba, Biba, Rack
Schreit und flucht und plackt die Turba.
Erst am Morgen zieht der Pack.

„Eine Mauer um uns baue“
Singt das fromme Mütterlein.

„Eine Mauer um uns baue“
Singt sie fort die ganze Nacht.
Morgens ward es still, „o schaue
Enkel, was der Nachbar macht!“
Auf nach innen geht die Türe,
Nimmer käm‘ er sonst hinaus.
Dass er Gottes Allmacht spüre,
Lag der Schnee wohl mannshoch draus.

„Eine Mauer um uns baue“,
Sang das fromme Mütterlein!

„Ja der Herr kann Mauern bauen.
Liebe fromme Mutter komm,
Gottes Mauer anzuschauen,“
Sprach der Enkel und ward fromm.
Achtzehnhundertvierzehn war es,
Als der Herr die Mauer baut,
In der fünften Nacht des Jahres
Hat’s dem Feind vor ihr gegraut.

„Eine Mauer um uns baue.“
Sing‘ ich mit dem Mütterlein.

Eure Birgitt