Zaunkönig

Gestern habe ich solch ein kleines Kerlchen an einer Futterstelle gesichtet. Aber auch nur, weil er auf einem Ast saß und durch seinen charakteristischen Schwanz, der steil nachoben steht, sich zu erkennen gab. Gleich darauf war er im unten liegenden Laub fast nicht mehr zu sehen.

Nach Grimms Märchen ist der kleine Wicht ein Betrüger, König durch Tricks.

Höher als der Adler konnte er nur fliegen, weil er sich in dessen Brustfedern verbarg, tiefer in  die Erde eindringen als andere Vögel, konnte er nur mit Hilfe eines Mauselochs und wenn die Eule nicht eingeschlafen wäre, wäre er im Mauseloch verhungert. Ich frage mich übrigens schon die ganze Zeit, warum mir, während ich hier schreibe, immer wieder die Autoindustrie in den Sinn kommt???

Weil er sich vor den anderen Vögeln, die er austricksen wollte, in acht nehmen muss, sucht er in Hecken und Zäunen Deckung und ruft dort sein „König bün ick! König bün ick!“. Deswegen der Spottnamen „Zaunkönig“.

Ein kleiner Angeber ist er allemal, mit seinem Gesang und seinem Gehabe. Aber ich mag den kleinen Kerl, der mich bei der Gartenarbeit oft lautstark beschimpft. Das Männchen kann mit seinem Gesang bis zu 90 Dezibel laut sein und ist auf 500 Metern zu hören.

Mit einem Zaunkönig im Garten werden nur die Gärtner belohnt, die einen naturnahen, möglichst verwilderten Garten zu bieten haben oder dichte Hecken und einheimische Gehölze wie Schlehe, Haselnuss etc., auf denen eine Vielfalt von Insekten für den Insektenfresser zur Verfügung steht. Auf vielen Zierbüschen, wie auch die fast überall vorhandene Forsythie, sind diese nicht zu finden. Auch der mancherorts beliebte englische Rasen ist für ihn keine Lebensgrundlage. Er braucht zum Nestbau nämlich Moos.

So gilt das energetische, kleine Kerlchen als Symbol für eine natürliche, vielfältige Umwelt.

Malade

Nichts Schreibfehler, nichts Marmelade, nein MALADE. Krank bin ich. Vorgestern begann alles mit ununterbrochenem Niesen. Geröchelt habe ich auch ein bisschen und schlucken wollte ich nicht. Da hat Tantchen im Po Fieber gemessen. Irgend sowas um 38 Grad hat Tantchen gesagt. Und dass das bei Hunden okay sei. Gut, wenn sie mich dann zufrieden lässt.

Gestern war mir nur noch übel und in meinem Bauch puffte und rumorte es, als hätte ich eine wildgewordene Horde von …, na ja, das sag ich lieber nicht, verschluckt.

Ich mochte nichts trinken, nichts fressen. Rausgehen auch nur ganz kurz. Im Körbchen konnte ich nicht ruhig liegen. Da musste ich hin und her wandern. Tantchen hat mich auf den Arm genommen und mit ihren warmen Händen das Bäuchlein gewärmt. Als das nicht besser wurde, hat sie mir einen Fencheltee gekocht. Da wird sie dann fast ein bisschen gemein. Weil ich den nicht von allein trinke, nimmt sie eine alte Spritze ohne Kanüle und spritzt mir den Tee direkt auf die Mandeln. Da habe ich keine Chance, da kann ich nur noch schlucken.

Weil ich den ganzen Tag nur rumhängen mochte, hat Tantchen dann nochmal Fieber gemessen. Das war nun ein bisschen niedriger. Aber irgendwie habe ich Tantchen nicht gefallen. Da nahm sie so ein komisches Ding zur Hand, was die Frau Doktor auch immer hat. Sie nennt es St… St… Stet… Stethos… Stethoskop, denke ich. Sie hat Frauchen erklärt, dass sie unbedingt meinen Darm abhören wollte. Nicht dass ich einen Darmverschluss hätte… Woran sie das wohl hören kann? Und mein Herz hat sie auch noch gleich abgehört. Das pumpert aber schön ruhig und gleichmäßig, hat sie gesagt. Tantchen hat vor dem Darmverschluss eine riesen Angst, seid es einem Yorkie bei uns im Club fast das Leben gekostet hätte. Deswegen bekommen wir auch immer die leckere Malzpaste für Katzen. Die riecht wir Malzbonbons, sagt Frauchen.

Schön, wenn die Menschen meines Rudels sich so um mich sorgen. Dann kann ich mich so richtig bemitleiden lassen. Wenn das Fiebermessen und die „Spritz“-Kur nicht wären.

Das erzähle ich euch nur alles, weil ihr Tantchen entschuldigen müsst, dass sie heute erst so spät das Adventstürchen öffnet. Daran bin ich Schuld… Bitte nicht böse sein.

Ach ja, heute habe ich schon wieder von ganz allein getrunken und zur Freude von Frauchen und Tantchen auch ein kleines Stinkerle gemacht, was seinem Namen echt zur Ehre gereichte. Noch ein bisschen Geduld und mir geht es bestimmt wieder besser.

Eure Mimi

Vierblättriges Kleeblatt

Ihr fragt euch sicher, was hat ein vierblättriges Kleeblatt mit Weihnachten zu tun? So genau weiß ich das auch noch nicht.

Heute kam ich von draußen rein, zog meine Schuhe aus und es blieb ein kleiner Dreckhaufen auf der Matte liegen. Ich hob ihn auf und wollte ihn gerade wegwerfen. Da sah ich, dass der kleine Dreckhaufen ein vierblättriges Kleeblatt war, schon ein bisschen verwelkt und durchsichtig, aber ganz deutlich ein vierblättriges Kleeblatt.

Ich habe mich mächtig gefreut, weil es immer schwieriger wird im Garten ein solches zu finden. Das war in meiner Kindheit ein beliebtes Spielchen. Wir sind durch den Garten gelaufen und haben nach einem Glück bringenden vierblättrigen Kleeblatt gesucht. Wer eines gefunden hatte, der brachte es nach Hause. Dort wurde es in einem dicken Buch zwischen zwei Blättern sorgfältig getrocknet. Weil es eben Glück bringen sollte.

Heute legte ich es in die Fensterbank und ging wieder meinen alltäglichen Aufgaben nach. Beim Aufräumen fiel mir das Kleeblatt wieder in die Hände. Ich dachte, ist doch schon komisch, dass ich im Winter ein vierblättriges Kleeblatt finde. Vier Blätter, vier Kerzen auf dem Adventskranz. Sollte es eine Bedeutung haben? Sollte es mir tatsächlich Glück prophezeien?

Ihr wisst, dass ich nicht so auf dieser Welle schwimme. Aber ihr müsst zugeben, dass es ein merkwürdiger Zufall ist. Oder, was denkt ihr?

Ist zur Weihnachtszeit nicht alles möglich?

Weihnachtsbeleuchtung

Und noch einmal ein Blick über den großen Teich. Auch die Weihnachtsbeleuchtung ist größer, üppiger und bunter als in good old Germany. Aber das kennt ihr ja bestimmt vom Cola-Weihnachtstruck.

Es ist schon ein überwältigender Anblick. Ich wusste manchmal gar nicht wo ich hinschauen sollte. Also, in USA gefällt mir das sehr gut. Aber hier zu Hause mag ich es ein bisschen einfacher. Ich kann mich einfach nicht mit der bunt, bunter Beleuchtung anfreunden.

Was ich in den letzten Jahren zu schätzen gelernt habe, ist der integrierte Timer in die Außenbeleuchtung und dass Batterien zumindest für die Hälfte der Adventszeit ausreichen, bis sie erneuert werden müssen. Früher habe ich die Leitungen durch das Abzugsloch in der Garage gefimmelt und in der Garage an eine Schaltuhr angeschlossen. Da ist der integrierte Timer schon eine Erleichterung.

Im Haus bevorzuge ich echte Kerzen. Aber auch da sind die Batterie betriebenen Echtwachskerzen mit Fernbedienung oder Timer eine gute Alternative. Z.B., wenn man sie vergessen könnte. Als Mutti noch bei uns wohnte, hatten wir alles auf LED-Kerzen umgestellt. So mussten wir uns keine Sorgen machen, dass sie eine Kerze anzünden und dann vergessen könnte. Sicher ist das auch ein Argument bei kleinen Kindern.

Wie haltet ihr es mit derWeihnachtsbeleuchtung? Echte Kerzen oder LED-Kerzen? Üppig und bunt oder „zurückhaltend“ und altmodisch?

Auf jeden Fall macht euch bitte Licht an (möglichst hell) und geht bei Tageslicht raus, sonst droht eine Winterdepression.

Ein amerikanischer Weihnachtsbaum

1988 (wie die Zeit vergeht …) war ich das erste Mal in USA, genau zur Vorweihnachtszeit. Ich war fasziniert von der üppigen Beleuchtung und dem „Ideenreichtum“, was alles als Weihnachtsbaum herhalten kann. Gut, Florida ist sicher nicht mit Tannen und Fichten gesegnet.

Weihnachtssterne, wie eine Pyramide aufgestellt, ersetzten den Weihnachtsbaum. Und glaubt mir, wie alles andere in USA, hatte diese Pyramide Ausmaße, die mir einfach ein Oooooh auf die Lippen brachten. Ich denke, sie war sicherlich 10 Meter hoch mit einem Durchmesser von 6-7 Metern. Ich war beeindruckt.

Santa Claus flog mit einem riesigen Heißluft-Ballon, auf dem Rentiere samt Schlitten zu sehen waren, auf einem der riesengroßen Supermarkt-Parkplätze ein.

Es gab aber auch „normale“ Tannenbäume, die alle superperfekt aussahen. Ein Freund, der schon länger in USA arbeitete, nahm mich an einen Verkaufsstand mit. Und schon löste sich das Geheimnis der Perfektion. Die Tannenbäume wurden auf Idealmaß mit der Heckenschere zugeschnitten. Auch ein Weg!

Dabei fällt mir ein, dass mein Großvater und auch noch mein Vater ebenfalls schöpferischer tätig waren. Da wo am Weihnachtsbaum zu viele Äste waren, wurden diese entfernt. An den Stellen, an denen die Äste nicht so üppig ausfielen, wurden dann Löcher gebohrt (erinnert ihr euch an den Handbohrer von der Kokosnuss?) und die abgeschnittenen Äste eingesetzt.

Habt ihr einen Lieblings-Weihnachtsbaum? Sieht er jedes Jahr ziemlich gleich aus? Oder schmückt ihr ihn unterschiedlich?

Zur Erinnerung:
So langsam wird es Zeit sich um einen Baum zu kümmern!

Der Engel mit dem Schwerte

Vor 5 Jahren habe ich schon einmal über ein wunderschönes Weihnachtslied geschrieben „Der Engel mit dem Schwerte“, das vom Musiklehrer meiner Schwester Herrn Watkinson vertont wurde und das wir mit Hingabe zweistimmig gesungen haben. Wer den Text geschrieben hatte, war uns leider nicht bekannt.

Manchmal ist es so, dass sich mehr Information auftut und so möchte ich heute die zu Ehren kommen lassen, die uns so lange schon mit diesem Lied erfreut haben. Ich verrate euch auch gern woher ich die Information erhalten habe: nämlich von der Datenbank aus der Volksmusik-Forschung.

Also, geschrieben hat den Text Rudolf Otto Wiemer. Ich war natürlich neugierig, woher sich der Musiklehrer meiner Schwester Percy Gerd Watkinson und Rudolf Otto Wiemer kannten. Und siehe da, sie haben beide an der Schule meiner Schwester gearbeitet.

Ich habe noch etwas Besonderes heraus gefunden.

Percy Gerd Watkinson war die erste Jugendliebe von Loki Schmidt, die heiratete dann bekanntermaßen einen anderen.

Nun noch etwas über den „Engel mit dem Schwerte“.

Der Erzengel Michael ist nach der Überlieferung der Engel mit dem Schwert, der Adam und Eva aus dem Paradies vertrieb und den Lebensbaum bewachte. Michael ist der Engel, der gegen alles kämpft, was Gott seinen Rang streitig macht. Er wird nach Kommentaren zur Offenbarung beim Erscheinen des Teufels auch diesen töten. Michael verhindert die uneingeschränkte Herrschaft Satans in der Zeit bis zum jüngsten Gericht und besiegt diesen dann endgültig.

Hier noch einmal den Text des wunderschönen Liedes:

Der Engel mit dem Schwerte ehern steht und wacht,
dass uns ein Morgen werde mitten in der Nacht, mitten in der Nacht.

Es wird die Nacht sich neigen, wunderbar erhellt.
Es wird ein Stern aufsteigen über alle Welt.

Es wird ein Reis ergrünen neu aus Gotts Geduld.
Ein Kindlein wird entsühnen alle unsre Schuld.

Der Engel mit dem Schwerte weiß, was ewig frommt.
So lieb hat Gott die Erde, dass er selber kommt.

Eine schöne Botschaft zum 2. Advent.

Bei uns stürmt es heute ziemlich heftig. Bei Sturm bleibe ich gern in meinem Zimmer und denke nach.

So wünsche ich euch einen ruhigen, besinnlichen 2. Advent.

Kokosnuss

Wie Apfelsinen, Nüsse und selbstgebackene Kekse gehörte in die Adventszeit meiner Kindheit auch die Kokosnuss.

Immer im Advent brachte mein Vater eine Kokosnuss mit vom Obsthändler. Vor unseren Ohren schüttelte er sie, damit wir hören konnten, dass sich in ihr leckerer Saft befand. Vor meinem inneren Auge sah ich schon das wundervolle weiße Fruchtfleisch und setzte mich erwartungsfroh an den Küchentisch, an dem mein Vater der Nuss gleich mit einigen Gerätschaften zu Leibe rücken würde.

Denn wie vor allem Schönen stand nun eine anstrengende Arbeit. Mein Vater hatte vor sich liegen einen Handbohrer (wer nicht weiß wie ein Handbohrer aussah, ich habe unten ein Bild eingefügt), eine Stichsäge und natürlich auf einer guten Lage Papier die Kokosnuss. Als erstes setzte er seinen Handbohrer an einem der gut sichtbaren Keimlöcher an. Dabei durfte ich die Kokosnuss festhalten, damit sie nicht umfiel und die wertvolle Flüssigkeit nicht auslaufen konnte. War das gebohrte Loch groß genug, ließ er das Kokosnusswasser in ein Glas laufen und jeder durfte ein paar Schlucken nehmen.

Ach ja, ich vergaß, er bohrte zwei Löcher. Kennt ihr noch Kondensmilchdosen? Da wurden auch immer zwei Löcher hineingestochen. War nur ein Loch drin, musste die Dose durch drücken „gemolken“ werden. Es ist nämlich notwendig, dass Luft nachrücken kann, wenn die Flüssigkeit entweicht. Und eine Kokosnuss kann man nicht drücken …

War das Wasser nun aus der Kokosnuss entleert, setzte er seine Säge an und teilte die Kokosnuss in zwei Hälften. Dann begann er, die äußere faserige Schicht zu entfernen. Nun waren wir angelangt an dem wunderbaren Fruchtfleisch, was ich sehr gern aß. Besonders, wenn es noch sehr frisch und vom inneren Wasser noch feucht war.

Zuviel durfte man aber nicht davon essen, denn dann wurde es mir leicht übel. Das Fruchtfleisch ist sehr fetthaltig, was ich als Kind nicht gut vertrug.

Die Kokosnuss gehörte viele Jahre zum Vergnügen in der Adventszeit. In Obstgeschäften konnte man das frische Kokosnussfleisch sogar kaufen. Ich erinnere mich, dass meine Mutter immer welches erstand, wenn sie mich zum Ballettunterricht nach Goslar begleitete. Da gab es einen Obsthändler direkt am Bahnhof, der diese Leckerei verkaufte.

Auf jeden Fall sind Kokosmakronen und anderes Gebäck mit Kokosraspeln aus dem getrockneten Kokosnussfleisch bei fast allen ein beliebtes Adventsgebäck.

Was macht ihr aus der Kokosnuss?

Sterne basteln

Die Adventszeit war auch die Zeit, in der meine Mutter und ich gemeinsam bastelten.

In einem Jahr, ich war wohl so 8 oder 9 Jahre alt, malten wir dazu mit einem Wasserglas Kreise auf Seidenpapier (Schritt 1 auf Anleitung). Ich denke, es waren mindestens 15 bis 20 solche Kreise notwendig, um den richtigen Effekt zu erzielen.

Dann schnitten wir die Kreise vorsichtig aus und zeichneten Markierungen auf jeden ausgeschnittenen Kreis (Schritt 2). Die Markierungen wurden dann eingeschnitten (Schritt 3) ca. 2 bis 3 cm, je nach Größe des Kreises.

Die eingeschnitten Teile wurden nun vorsichtig über eine angespitzte Bleistiftspitze gerollt (Schritt 4) und mit speziellem Kleber, der keine Flecke auf dem Seidenpapier zurück ließ, so zusammengeklebt, dass es eine Tüte ergab.

Wenn alle Kreise so bearbeitet waren, wurden sie mit einem stabilen Faden in der Mitte aufgefädelt und zu einem Pompom zusammengezogen und mit einem Knoten fixiert.

Das war eine knifflige Arbeit und wir mussten schon sehr ausdauernd sein. Gemeinsam erstellten wir drei solcher Tütenstern-Pompoms. Mutter band sie in unterschiedlichen Längen zusammen und hängte sie unter die Wohnzimmerlampe.

Ich glaube meine Mutter war ebenso stolz auf das Ergebnis wie ich. Leider habe ich kein Bild davon gefunden. Vielleicht im nächsten Jahr … Aber die Schleife auf dem Bild gibt einen guten Eindruck.

Was habt ihr in der Adventszeit gebastelt?

Nikolaustag

Am Abend vor dem Nikolaustag haben wir immer das Lied „Lasst uns froh und munter sein“ gesungen. Wir haben keine Stiefel oder Schuhe vor die Tür gestellt, sondern einen Teller.

Laßt uns froh und munter sein
und uns recht von Herzen freun!
Lustig, lustig, traleralera!
Bald ist Nik’lausabend da,
bald ist Nik’lausabend da!

Bald ist unsere Schule aus,
dann ziehn wir vergnügt nach Haus.
Lustig, lustig, …

Dann stell’ ich den Teller auf,
Nik’laus legt gewiß was drauf.
Lustig, lustig, …

Steht der Teller auf dem Tisch,
sing’ ich nochmals froh und frisch:
Lustig, lustig, …

Wenn ich schlaf’, dann träume ich,
jetzt bringt Nik’laus was für mich.
Lustig, lustig, …

Wenn ich aufgestanden bin,
lauf’ ich schnell zum Teller hin.
Lustig, lustig, …

Nik’laus ist ein guter Mann,
dem man nicht genug danken kann.
Lustig, lustig, …

Wir versuchten aber auch unsere Bedenken (na ja, wer ist schon das ganze Jahr über artig?), dass Knecht Ruprecht, der Begleiter vom Nikolaus mit dem großen Sack, in dem nicht nur Angenehmes sondern auch die Rute steckte, eventuell auch die Rute da lassen könnte, … ganz ohne Leckereien … Mit folgendem Reim wollten wir das verhindern:

Knecht Ruprecht, guter Gast
Hast du mir was mitgebracht?
Hast du was, dann setz dich nieder,
Hast du nichts, dann geh nur wieder.

Und morgens stand dann ein gefüllter Teller da. Da waren Äpfel, Nüsse, Spekulatius und selbstgebackene Kekse drauf. Meine Schwester hatte dazu noch ein Marzipanbrot und ich eine Tafel Zartbitterschokolade.. Meine Schwester liebte Marzipan und ich, entgegen aller Erwartungen, liebte Zartbitterschokolade. Manchmal bekam ich auch von Omas Freundinnen eine Vollmilchschokolade geschenkt. Die mochte ich aber nicht so gern. Dagegen mochte ich sehr wohl auch Marzipan … Da wir aber immer alles, was der andere nicht hatte, teilten, kam ich auch zu einem Teil des Marzipanbrotes. Ich hoffe, meine Schwester mochte die Zartbitterschokolade – ?

Ich wünsche euch einen schönen Nikolaustag.

PS:
Vicki besteht darauf, dass ich euch mitteile, dass sie das nicht auf dem Bild ist. Das ist nur „weitläufige“ Verwandtschaft.

Nüsse knacken

Apfel, Nuss und Mandelkern essen fromme Kinder gern. So dichtete Theodor Storm in Knecht Ruprecht..

Nüsse habe ich als Kind auch sehr gern gegessen (heute übrigens auch noch). Allein, wenn nicht das Knacken wäre …

Haselnüsse und Walnüsse knacken endete bei mir immer damit, dass ich mir irgendeinen Finger gequetscht hatte. Einige von den Nüssen ließen sich nur unvollständig von der Schale befreien, was ich dann mit viel Fantasie und Probierwillen versuchte zu lösen. Und Autsch! wieder war ein Finger geklemmt und mir der Spaß verdorben.

Da waren mir die Erdnüsse lieber. Die habe ich problemlos aufgekriegt, bis auf einige wenige.

Manchmal brachte mein Vater Paranüsse vom Obstladen mit. Da war die ganze Familie hoch erfreut. Aber das Knacken war eine Wissenschaft, die nur mein Vater beherrschte. Da kam neben dem Nussknacker auch sein Taschenmesser zum Einsatz. Heute haben die Paranüsse einen schlechten Ruf, weil sie oft mit Schimmelpilzen verseucht sind.

Paranüsse gehören für mich zur Adventszeit. Vor kurzem las ich sogar, dass man sie die Weihnachtsnüsse nennt. Mit Mandeln wurde eher gebacken. Macadamia, Pecan, Cashew, die kannten wir noch nicht. Halt, ich glaube Cashewkerne waren schon im Studentenfutter.

Gehören Nüsse bei euch auch zur Adventszeit?