Schnupfenmännchen

Mich hat das Schnupfenmännchen gezwickt!

Was, ihr kennt das Schnupfenmännchen nicht? Dann lest mal weiter:

Wenn es regnet oder schneit, wenn viele Pfützen auf der Straße stehen, man mit kalten, nassen Füßen nach Haus kommt, dann wartet es schon in feuchten Dachrinnen, ganz hoch oben an den Häusern.

Es ist ein winzig kleiner Wicht mit schwarzem Lodenumhang und roter Nase: das Schnupfenmännchen.

Meistens hat das Männchen die viel zu große Kapuze über den Kopf gezogen. Vom Gesicht guckt nur die rote Nase heraus und leuchtet wie eine Hagebutte. Sein Gesicht ist zwar klein, aber mit seinen Augen kann es so gut sehen wie ein Adler in den Lüften.

Und wenn es jemanden entdeckt, der friert und ganz nass geworden ist, dann klettert der Schnupfenwicht an der Dachrinne herunter und zwickt diesen Menschen blitzschnell in die Nase, dass er es kaum merkt. Jedoch am nächsten Tag hat der Mensch einen Schnupfen.

„Hatschi!“ niest der gezwickte Mensch dann oder „Pitschüh!“, manche auch „Hawuscha!“ oder gar „Hamikosch!“. Und das ist gar nicht lustig, weil er sich immer und immer wieder die Nase putzen muss, weil er dann einen schweren Kopf hat und vielleicht sogar Fieber bekommt. Manchmal muss solch ein Mensch sogar im Bett bleiben.

Na, ich hoffe mal, dass alles bis Weihnachten überstanden ist. Sonst schmecke ich all die leckeren Sachen nicht. Das wäre doch schon sehr gemein.

Drückt mir die Daumen!

Christrose

Das laue Wetter macht es möglich: unsere Christrosen beginnen zu blühen.

Früher habe ich mir ein Sträußchen Christrosen zur Weihnachtszeit in meinem Blumengeschäft gekauft. Aber in meinem Garten haben sie noch nie zur Weihnachtszeit geblüht. Nun erheben sie tapfer ihre Köpfchen und trotzen dem vergänglichen Braun im Garten. Der heiße Südwind, der über die Alpen nach Norden weht und manche Ausrede rechtfertigt, wie Kopfschmerzen, schlechte Laune, Trinksucht, etc. ermöglicht es.

Ich freue mich an den ersten Boten, die deutlich zeigen, es wird auch wieder anders. Dann können wir das trübe Grau und selbst den weißen Schnee und Frost vergessen, wenn es wieder grünt und blüht.

Meine Schwester

Liebe Schwester,
heute ist ein ganz besonderer Geburtstag, an dem ich dir dafür danken möchte, dass du einfach immer für mich da bist. Bei einem Ehepaar würde man sagen: in guten wie in schlechten Tagen.

Als ich am Sonntag Tischdecken bügelte, war eine dabei, bei der ich tatsächlich Tränen vergossen habe.

Aber ganz langsam. Vor langer Zeit haben wir gemeinsam beschlossen, dass wir uns zu Geburtstagen und Weihnachten nichts schenken wollten. Dafür gibt es kleine und auch etwas größere Geschenke, wenn wir etwas sehen, was dem andern gefallen würde.

Du hast in deinem Leben schon so viele schöne Tischdecken gestickt, aber eine habe ich von Anfang an bewundert. Das ist nicht nur Sticken, das ist Malerei. Immer wieder musste ich sie anschauen, wie du sie noch gestickt hast.

Und eines Tages, so einfach unterm Jahr, gabst du mir ein Paket und sagtest, das schenke ich dir. Ich öffnete die Verpackung und ich sah die Decke. In diesem Moment musste ich einfach weinen. So gerührt war ich. Ich denke, das ist Liebe. DANKE!

Alles Liebe und Gute, deine Schwester Birgitt

Weihnachtliche Traditionen

Jeder hat wohl eine Vorstellung davon, was unbedingt zu Weihnachten gehört, z.B. Weihnachtsbaum, -essen und Geschenke.

Wenn ich an Weihnachten denke, dann fallen mir einige Traditionen unserer Familie ein. Heiligabend gab und gibt es zum Mittagessen immer Kartoffelsalat und Würstchen. Am Abend gehört unbedingt der eingelegte Hering dazu. Früher gab es zusätzlich Entenbrust und Lachsschinken. Das schaffe ich nicht mehr. Der eingelegte Hering begleitet auch noch das Abendbrot der Weihnachtsfeiertage.

Was an den Weihnachtsfeiertagen nicht fehlen darf ist der russische Salat zum Mittagessen. Sonst ist es ein Braten. Früher war es ein Sauerbraten mit Rotkohl und Klößen. Danach folgten Rehrücken, Lammfilet und vieles mehr. Dieses Jahr wird es ein Champignonbraten aus dem Bürgermeisterstück, ohne Rotkohl aber mit Knödeln. Wer das Bürgermeisterstück nicht kennt, dem sei erklärt, es liegt oberhalb der Kugel der Keule vom Rind und ist besonders zart, da es fast ausschließlich aus Muskelfleisch besteht.

Wem jetzt das Wasser im Munde zusammen läuft, wie mir, für die wechsele ich nun zum Weihnachtsbaum.

Früher war es immer eine Rotfichte, die duftet auch am stärksten. Vor 15 Jahren legten wir uns einen (wie ich sage) Klappspaten zu, sprich einen Baum aus Plastik. Nicht weil wir den schön finden. Nein, es war einfach bequemer. Mein Vater war damals nicht mehr in der Lage, einen Baum aufzustellen. Und mein erster und einziger Versuch endete damit, dass wir den Weihnachtsbaum am Vertiko festbinden mussten, damit er nicht umfiel.

Ein Beitrag in einer Zeitung von Heute hat mir gesagt, dass nun nach 15 Jahren die Zeit anfängt, dass der Plastikbaum einen ökologisch wertvolleren Fußabdruck hat, als eine echte Tanne. Na ja!

Nach dem Tod unserer Mutti haben wir nun 4 Jahre lang keinen Weihnachtsbaum mehr aufgestellt. Dieses Jahr soll sich das wieder ändern.

An den Weihnachtsbaum kommt alter Christbaumschmuck, noch aus der Kinderzeit meines Vaters. Meine Mutter kaufte ein paar Kugeln dazu, weil von Zeit zu Zeit doch etwas kaputt ging.

Meine Schwester und ich überprüften immer, ob auch alle unsere Lieblingsstücke angehängt waren. Heute noch besitzen wir das alte Lametta, das es schon längst nicht mehr zu kaufen gibt, weil Blei enthalten ist. Dafür glitzert es auch besonders schön und rutscht nicht wie die heutige Folie vom Baum.

Mein Lieblingsstück war übrigens eine Trompete, auf der man sogar blasen konnte. Meine Schwester hielt immer nach einem besonderen Engel Ausschau und mein Vater erzählte über den Weihnachtsmann, dass dieser in seiner Kindheit noch geleuchtet hat. Ich glaube, diese Dinge sind irgendwann wie das Lametta in Verruf geraten, weil sie u. U. radioaktives Material enthalten konnten.

Nun habe ich euch viel erzählt, was bei uns so Tradition ist. Wie haltet ihr es damit? Gibt es  bestimmtes Essen zu Weihnachten? Habt ihr immer den gleichen Christbaumschmuck am Baum?

Dritter Advent

Heute Morgen bin ich aufgewacht, die Sonne lachte aus allen Knopflöchern und der Wind war deutlich milder, aber immer noch stark. Mit anderen Worten, heute ist ein Wetter, wie ich es liebe. Draußen  riecht es eher nach Frühling als nach Weihnachtszeit. Auch die Temperatur ist mit 13 Grad frühlingshaft.

Es ist nicht eine Jahreszeit, die uns glücklich macht, sondern das gesamte Ensemble aller Jahreszeiten oder wie Heinrich Seidel in seinem Gedicht Jahreszeiten schließt:

Ob der Frühling grünt und blühet,
Sommer  steht in goldenem Kleid,
ob der Herbst in Farben glühet,
ob’s im Winter friert und schneit —
glücklich, wem es stets gefällt!
O wie herrlich ist die Welt!

Ich wünsche euch einen herrlichen dritten Advent.

Stürmisches Wetter

Der Sturm fegt durch die Landschaft. Manches wurde schon umgeblasen: Blumentöpfe, Schneeschieber (ich hoffe, er muss noch lange auf seinen Einsatz warten).

Geht es euch auch so, dass euch zu mancher Stimmung ein Gedicht einfällt?

Winternacht

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
ich hab′ nichts, was mich freuet,
verlassen steht der Baum im Feld,
hat längst seien Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume,
da rührt er seine Wipfel sacht
und redet wie im Traume.

Er träumt von künft′ger Frühlingszeit,
von Grün und Quellenrauschen,
wo er im neuen Blütenkleid
zu Gottes Lob wird rauschen.

Joseph von Eichendorff

So ein kleines bisschen vom Frühling träumen …
macht das Herz leicht und warm  …

Luciafest

Das Fest der heiligen Lucia fällt auf den 13. Dezember. der vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders der kürzeste Tag des Jahres war. Wohl deswegen wird der Tag mit Lichtern gefeiert.

Der Sage nach schlich Lucia nachts zu den Armen und versorgte sie mit Lebensmitteln. Um sich den Weg zu beleuchten und beide Hände zum Tragen frei zu haben, setzte sie sich einen Lichterkranz auf den Kopf.

In Schweden wird einem Mädchen am Luciafest ein Lichterkranz aus Kerzen aufgesetzt. Und es wird das Lucialied gesungen. Es ist ein neapolitanisches Lied aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Santa Lucia (deutsche Übersetzung):

Auf dem Meer glitzert das Silbergestirn;
die See ist ruhig, der Wind günstig.
Kommt auf mein wendiges Boot!
Santa Lucia, Santa Lucia!

Bei diesem linden Westwind,
o wie schön ist es auf dem Schiff!
Auf, Passagiere, kommt mit!
Santa Lucia, Santa Lucia!

Zwischen den Sonnensegeln zum Mahl laden,
an einem so heiteren Abend,
wer wünscht das nicht, wer ersehnte es nicht?
Santa Lucia, Santa Lucia!

O süßes Neapel, glückseliger Landstrich,
wo die Schöpfung zu lächeln beschloss!
Du bist das Reich der Harmonie!
Santa Lucia, Santa Lucia.

Heißgetränk

Heute wird es gar nicht richtig hell. Es nieselt mit dazwischen gemischten Schneeflocken, es ist diesig mit anderen Worten, ein Tag, an dem man keinen Hund vor die Tür jagt. Meine Mutti hätte es unseliges Wetter genannt, wobei das „e“ in …sel… nicht betont, sondern kurz und knapp, fast verschluckt wurde. Ausgerechnet heute mussten wir für unsere Hunde einkaufen gehen. Wir selber hätten lieber gehungert, aber das kommt für Vicki und Mimi nicht in Frage.

Schon während des Einkaufs erschien vor meinem inneren Auge ein Heißgetränk. Ich weiß nicht, was ihr so liebt: Glühwein, eine heiße Oma, Schwedenpunsch oder wie sie sonst noch alle heißen. Ich persönlich neige heute zu einem steifen Grog.

Ein steifer Grog, ein Weihnachtsplätzchen, ein kuscheliges Plätzchen auf dem Sofa, nahe der Heizung, vielleicht eine Wärmflasche … nein, ich habe ja Vicki. Und natürlich dürfen ein Buch und eine Kerze nicht fehlen.

Ich wünsche euch allen ein kuscheliges Plätzchen.

Adventszeit und Feng Shui

Was hat Feng Shui mit Weihnachten zu tun?

Auch wenn hier Welten oder besser Kulturen dazwischen liegen, wollen wir die Weihnachtszeit mal durch die Feng Shui Brille betrachten.

Tatsache ist, Weihnachten liegt in der dunkelsten, winterlichen Jahreszeit. Das bedeutet nach Feng Shui Regeln, dass Yin regiert. Alles was ein Übermaß hat ist für uns Menschen nicht förderlich. Man denke nur an die depressiven Verstimmungen in der dunklen Jahreszeit.

Um zu einem Gleichgewicht zu kommen, muss nun Yang gestärkt werden.

Was machen wir in unserem Kulturkreis?

Wir schmücken unsere Häuser und Gärten mit Lichterketten und Kerzen, mit fröhlichen Weihnachtsmännern mit Rentieren oder lieblichen Engeln. Wir dekorieren mit grünen Tannenzweigen, roten Schleifen und glitzerndem Christbaumschmuck. Traditionell geschmückte Weihnachtsbäume werden oft mit rotbackigen Äpfeln und Strohsternen geputzt.

Nun die Feng Shui Brille:
Grüne Tannenzweige, Strohsterne, Licht, besonders brennende Kerzen, rote Farbe  und glitzernder Christbaumschmuck bringen eine große Portion Yang in die Weihnachtszeit.

Freude an den schönen Dingen, die es nun überall zu sehen gibt, die Vorfreude auf die Geschenke, die man erwartet oder noch besser selbst verschenken möchte, erzeugen  ebenfalls Yang.

Singen und Musizieren in der Weihnachtszeit verbindet Yin und Yang miteinander.

So schaffen wir durch unsere weihnachtliche Dekoration und unsere Traditionen „Schenken und Musizieren“ einen Yang-Ausgleich zum Yin-Übermaß und bringen damit Harmonie und Ausgewogenheit in unser Leben.

Wie man sieht, ist Feng Shui multikulturell anwendbar.

Ein Gedicht

Hier habe ich ein Gedicht gefunden, von Robert Reinick übersetzt aus dem alemanischen von Peter Hebel. Es zeigt, dass Liebe etwas anderes ist, als Konsum. Ich würde mich freuen, wenn der Konsum nicht die übermächtige Rolle spielen würde, sondern die Liebe. Ach ja, den Teil mit der Rute,… na ja, soll wohl nur eine Ermahnung sein.

Die Mutter am Christabend

Er schläft, er schläft! das ist einmal ein Schlaf!
So recht, du lieber Engel du!
Tu mir die Lieb‘ und lieg‘ in Ruh,
Gott gönnt es meinem Kind‘ im Schlaf!

Erwach‘ mir nicht, ich bitt‘, ich bitt‘!
Die Mutter geht mit stillem Tritt,
Sie geht mit zartem Muttersinn,
Und holt den Baum zur Kammer hin.

Was häng‘ ich dir denn an?
‚Nen Pfefferkuchenmann,
Ein Kätzelchen, ein Spätzelchen,
Und Blumen bunt und süß und weich,
Und Alles ist von Zuckerteig.

Genug, du Mutterherz!
Viel Süßigkeit bringt Schmerz.
Gib sparsam, wie der liebe Gott;
Tagtäglich nützt kein Zuckerbrot.

Jetzt rote Äpfel her,
Die schönsten, die ich haben kann!
Es ist auch nicht ein Fleckchen dran,
Wer hat sie schöner, wer?

‚S ist wahr, es ist ’ne Pracht,
Was so ein Apfel lacht;
Der Zuckerbäcker wär‘ ein Mann,
Der solchen Apfel machen kann!
Den hat nur Gott gemacht.

Was hab‘ ich denn noch mehr?
Ein Tüchelchen hübsch weiß und rot,
Es ist eins von den schönen;
O Kind, vor bittren Tränen
Bewahr dich Gott, bewahr dich Gott!

Was häng‘ ich sonst noch hin? –
Dies Büchlein, Kind, ist auch noch dein;
Da leg‘ ich Bilder dir hinein,
Gebete sind von selber drin.

Jetzt wär‘ genug wohl da? –
Jetzt hast du alles Gute –
Der tausend! Ja, ’ne Rute,
Die fehlte noch, da ist sie ja!

Vielleicht – sie freut dich nicht,
Vielleicht – sie schlägt die Haut dir wund,
So manchem war es schon gesund,
Sei gut, so schlägt sie nicht.

Fängst du darnach es an,
In Gottes Namen sei es drum!
Die Mutterlieb‘ ist fromm und zart,
Sie windet rote Bänder um
Und macht ein Schleifchen dran.

Jetzt wär‘ er ausstaffiert,
Wie ’n Kirmesbaum geziert;
Dann heißt es, wann der Tag erwacht,
Das Christkind hat den Baum gebracht.

Mir dankst du nicht dafür,
Wer’s gab, wer sagt es dir?
Doch macht es dir nur frohen Mut
Und schmeckt es dir, so ist es gut.

Rief da der Wächter nicht
Schon elf? Wie doch die Zeit verrinnt!
Man merkt die Stunden nicht,
Wenn’s Herz an etwas Nahrung find’t.

Jetzt – Gott behüte dich,
Ein ander Mal denn mehr!
Heut war es, wo der heil’ge Christ
Ein Kind wie du geworden ist,
Werd auch so brav, wie er!