Weltglückstag 2017

„Glück: Auf dem Weg zu einem ganzheitlichen Konzept für Entwicklung“

Im Juli 2011 verabschiedete die UNO-Generalversammlung auf Drängen Bhutans die Resolution 65/309 mit dem obigen Titel.

In einem immer größer werdenden Teil meiner Arbeit beschäftige ich mich zusammen mit meinen Klienten mit der Suche nach dem Weg zum persönlichen Glück. Bekanntlich ist für Jeden Glück etwas Anderes. Und doch gibt es offensichtlich Dinge, die alle Menschen dieser Welt gleich sehen.

Rechtzeitig vorm Weltglückstag 2017 ist die Studie „Leben in Deutschland“, Stand 2016, mit einem wunderbaren Ergebnis erschienen. Wir Deutschen sind mit unserem Leben zufrieden wie seit Langem nicht mehr. Auch, wenn uns ein paar Medien und Politiker gern etwas anderes einflüstern würden.

Für diese Studie werden seit 1984 etwa 30.000 Menschen in rund 15.000 Haushalten befragt, seit 1990 auch in den neuen Bundesländern. Sie ist die größte und am längsten laufende Wiederholungsbefragung zur sozialen und wirtschaftlichen Lage in Deutschland. Das Besondere daran ist, dass jedes Jahr dieselben Personen befragt werden. Durchgeführt wird die Studie vom Sozio-ökonomisches Panel am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V., Berlin.

In der Studie werden Fragen zur Familie, zu Arbeit, Bildung, Einkommen und Vermögen, aber auch zur Gesundheit und Lebenszufriedenheit der Menschen gestellt. Die Studie ist repräsentativ. Das heißt, die Ergebnisse aus der Befragung können für die Menschen in ganz Deutschland verallgemeinert werden.

Besonders wichtig finde ich, dass in der Befragung nicht nur nach objektiven Lebensbedingungen, sondern auch nach der subjektive Lebenszufriedenheit gefragt wurde.

Ein paar Ergebnisse der Studie, die mich berührt haben, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

  • Musizieren fördert Bildungserfolge von Jugendlichen. Besser Klavier und Flöte statt Fernseher und Computer!
  • Arbeitslosigkeit vererbt sich von Vater auf Sohn.
  • Regelmäßige Gehaltserhöhungen und eine konstante Arbeitszeit steigern die Lebenszufriedenheit
  • Die Glückskurve des Lebens verläuft wie ein U.
  • Verbitterte Menschen, die glaubten im Leben stark zu kurz gekommen zu sein, machen sich mehr Sorgen über die Zuwanderung.
  • Arbeitslosigkeit schlägt tiefe und langanhaltende Wunden. Arbeitslosigkeit prägt ein Leben lang.

Ich werde meine Arbeit weiter dem Ziel verschreiben, allen Interessierten beizubringen, dass Glück Eigenverantwortung heißt. Keiner und nichts kann mich glücklich machen, außer ICH mich selbst.

Glückscoaching bedeutet Wege aufzuzeigen, wie jeder das persönliche Glücksniveau hoch halten kann.

Ich freue mich, wenn Sie sich vertrauensvoll an mich wenden und wir uns gemeinsam auf die Suche nach Glück und Lebenszufriedenheit begeben.

Wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern einen glücklichen, zufriedenen Weltglückstag 2017!

Ihre
Birgitt Jendrosch

Heute endet der erste Teil unserer Fastenzeit

Nach 11 Tagen aufräumen, ausmisten, wegwerfen, in Erinnerungen wühlen und Verstaubtes in die Hand nehmen, wollen heute wir einen Rückblick wagen.

Wir haben schon vieles geschafft, auch wenn nicht Jeder sich sklavisch an die täglichen Vorschläge gehalten hat, ist doch das eine ohne andere aus unserem Blick verschwunden, sortiert oder neu geordnet.

Sie werden merken, dass der Spruch von Ernst von Feuchtersleben „In einem aufgeräumten Zimmer ist auch die Seele aufgeräumt.“ wirklich stimmt.

Was In den letzten Jahren in der Medizin wiederentdeckt wurde, war Pfarrer Kneipp schon vertraut. Für Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) war Gesundheit nur durch ein enges Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele aufrecht zu erhalten oder wiederzuerlangen. Dabei spielt die Lebensführung – oder „Lebensordnung“, wie Kneipp es formulierte – eine entscheidende Rolle.

Er glaubte, dass Ungleichgewicht und Unwohlsein oft durch „Unordnung“ im eigenen Leben gefördert oder ausgelöst werden.

Eine sanfte Umstellung der Lebensweise, gezielte Aktivitäten wie Aufräumen, negative Sichtweisen erkennen, können helfen, alte Gewohnheiten abzulegen.

Ein wesentliches Ziel der Umstellung ist, Ruhe und Entspannung in das Leben zurückzubringen. Loslassen, Entspannen, Bewegen, Achtsam sein, dem sind die folgenden Tage im zweiten Teil unserer Fastenzeit gewidmet.

Wer zum zweiten Teil der Fastenzeit noch einsteigen möchte, kann mir seine e-mail Adresse mitteilen an info@birgitt-jendrosch.de. Bitte in die Betreffzeile „Fastenzeit“ schreiben.

Jeden Tag bekommen Sie dann Vorschläge und kleine Tipps via e-mail, wie Sie die Fastenzeit für Ihren Körper, Geist und Ihre Seele gewinnbringenden nutzen können.

Freude, Mäßigung und Ruh´,
schließt dem Arzt die Türe zu.
Friedrich Freiherr von Logau

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine entspannte und freudige Fastenzeit „Zweiter Teil“. Halten Sie durch. Sie werden stolz auf sich sein.

Fastenzeit

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. In der Fastenzeit werde ich mich zurückziehen, Verzicht üben, neu ordnen, loslassen, reinigen und vorbereiten. Deswegen werde ich auf weitere Blog-Beiträge in der Fastenzeit verzichten.

Damit Sie aber nicht traurig werden, biete ich Ihnen an, mich bei meinem Fasten zu begleiten.

Mit mir fasten, heißt nicht im religiösen Sinn fasten.

Für mich bedeutet die Fastenzeit vor Ostern eher so eine Art Frühjahrsputz. Frühjahrsputz kennen die meisten noch von Großeltern oder Eltern. Da wurde alles blitz-blank geputzt, raus geräumt, zum Lüften an die frische Luft gebracht. Die Winterkleidung wurde eingemottet und die Übergangs- und Sommersachen wieder einsatzbereit gemacht.

Das ist der erste Teil meiner Fastenzeit: „Ramadama“.

Wenn in der Wohnung alles blitzt und sauber riecht, wird es Zeit, dass wir auch in uns selbst aufräumen. Dazu gehören die berühmte „Blutreinigungskur“, das Loslassen von alten Gewohnheiten, die sich überholt haben und eben auch das klassische, körperliche Fasten. Die Sommerzeit naht, der Strand winkt und da ist es naheliegend, sich von ein paar Pfunden zu verabschieden. Neben dem Verzicht auf einige Nahrungs- und Genussmittel sollte die Bewegung wieder an Bedeutung gewinnen.

Das ist der zweite Teil meiner Fastenzeit: „Loslassen“.

Wohnung und Körper machen mittlerweile wieder einen frischen Eindruck und nun sind die Gedanken dran. Aufräumen, Ordnen, der Verzicht auf Dinge macht unseren Geist offen für Neues.

Damit werden wir uns im dritten Teil meiner Fastenzeit befassen: „Energie“.

Im letzten vierten Teil werden wir gemeinsam zurückblicken, was wir erreicht haben und uns voller Freude auf die Zeit nach dem Fasten vorbereiten: „Mit allen Sinnen“.

Wer mitmachen will, kann mir seine e-mail Adresse mitteilen an info@birgitt-jendrosch.de. Bitte in die Betreffzeile „Fastenzeit“ schreiben.

Jeden Tag bekommen Sie dann Vorschläge und kleine Tipps via e-mail, wie Sie die Fastenzeit für Ihren Körper, Geist und Ihre Seele gewinnbringenden nutzen können.

Lassen Sie sich überraschen, wie leicht und beschwingt Sie sich danach fühlen.

Zum Zeitablauf:
Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch, den 1.März und endet am Karfreitag, den 14. April. Das sind insgesamt 44 Tage: 11 für den ersten Teil, 16 für den zweiten, 14 für den dritten und 3 Tage für den vierten.

Ich freue mich auf eine gemeinsame, intensive Zeit.

Glück und die altmodischen Tugenden

Es gibt viele Definitionen der Tugenden.

Als die vier klassischen Grundtugenden, auch Kardinaltugenden, gelten Klugheit oder Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Die göttlichen Tugenden im Christentum fügen noch Glaube, Liebe, Hoffnung hinzu.

Tugenden beinhalten auch immer Werte. Werte sind wiederum die kleinen Steinchen, mit denen wir uns unsere Ideale bilden und zwar im zwischenmenschlichen Miteinander. So können wir uns fragen: wie, wo, wann, wem gegenüber bewährt sich Freundschaft, Toleranz, Solidarität, Zivilcourage, Verantwortung, Naturbewahrung, Klugheit, Hoffnung und Nächstenliebe?

Tugenden und Werte  werden in einer Gemeinschaft von Menschen erfahren, als verbindend und verbindlich anerkannt. Um unser Leben lebenswert zu gestalten brauchen wir Tugenden und Werte, nach denen gelebt werden kann.

Wir sollten uns fragen, was sind die Grundwerte, nach denen wir handeln, was unser Denken und  Urteilen bestimmt und somit unser gemeinsames Lebensklima ausmacht.

Ein tugendhaftes, wertvolles Leben ist ein Leben, das unserem Leben einen Sinn gibt, es beglückend erscheinen lässt.

  • Wenn wir das Ego überschreiten und uns Anderen zuwenden.
  • Wenn die Berechnung aufhört und Selbstlosigkeit beginnt.
  • Wenn der Erfolg die Folgen mit bedenkt.
  • Wenn das Sein das Haben-Wollen aufhebt.
  • Wenn der Frieden mit sich selbst im Frieden mit der Welt ruht.
  • Wenn die Tapferkeit für den Freund größer wird als die Angst vor dem Feind.

Dann wird das Leben sinnvoll und beglückend.

Lassen Sie uns rückbesinnen auf die besten Werte und Tugenden der Menschheit.

Als Maxime möchte ich den kategorischen Imperativ von Immanuel Kant voranstellen:

„Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“

oder mit einfachen Worten:

„Was du nicht willst, was man dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu.“

Buch oder Coaching-Stunde?

Frage:
Sie sagen, der gute Draht zum inneren Helfer kann selbst hartnäckige Blockaden lösen, als Schmerztherapie funktionieren, einem bei beruflichen, persönlichen wie sportlichen Zielen helfen. Spart man sich mit Ihrem Buch „Entdecke deinen inneren Helfer“ teure Coaching-Stunden?

Antwort:
Ja und Nein.

Ich denke gerade an meine Yoga-Stunden. Natürlich mache ich die Übungen auch zu Hause allein ohne Lehrerin. Aber, das, was meine Yoga-Lehrerin von mir abverlangt, bringe ich zu Hause meistens nicht zustande. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht so ehrgeizig bin und viel schneller aufgebe. Vielleicht traue ich mir selbst auch nicht so viel zu. Es kommt öfter vor, dass ich sage „das kann ich nicht“.  Was sich dann unter Anleitung meiner Yoga-Lehrerin als nicht richtig rausstellt.

Ich bin also bereit, wenn meine Lehrerin mich anleitet und etwas von mir erwartet, auszuprobieren, auszuhalten und ausdauernder zu üben, als wenn ich allein im stillen Kämmerlein übe, in dem mir keiner zusieht, mir keiner Hilfe leistet, mich keiner korrigiert und mir keiner etwas zutraut und mich lobt.

Wir Menschen brauchen immer wieder diesen direkten Kontakt zu anderen Menschen, die genau die Funktion meiner Yoga-Lehrerin übernehmen: uns etwas zutrauen, uns anregen, uns loben, uns locken, uns Hilfestellung geben.

Die wenigsten könnten als Einsiedler glücklich werden. Und doch gibt es glückliche und zufriedene Einsiedler.

Was ich sagen will, im Grunde könnte jeder allein mit Hilfe seines inneren Helfers seine Probleme lösen, vorausgesetzt, alle notwendigen Anlagen sind dazu vorhanden, wie beim glücklichen Einsiedler.

Manchmal ist eine unabhängige zweite Sichtweise aber genau der Impuls, der gebraucht wird, um ein Problem zu lösen. Jemand, der erkennt, was in uns steckt, bevor wir es selbst entdeckt haben und uns herausfordert.

Und mal ehrlich, ist dann nicht eine teure Coaching-Stunde eine gute Investition?

Trotzdem übe ich natürlich fleißig meine Yoga-Übungen zu Hause weiter, um mir bei der nächsten Yoga-Stunde wieder neue Anregungen zu holen.

So sehe ich auch das Arbeiten mit meinem Buch.

Es gibt Menschen, die sehr gut nur mit dem Buch auskommen. Vorbereitende Übungen, die Bewusstseinsreisen und die anschließenden Tipps reichen ihnen um an und mit sich selbst zu arbeiten.

Andere werden an einer Stelle ins Stocken geraten und benötigen einen freundschaftlichen Stups um weiter zu kommen. Die gehen dann zum Coach ihres Vertrauens und holen sich dort neue Anregungen.

Ja, und manchmal hilft auch einfach ein weiterführendes Buch oder das Lesen meines Blogs, in dem ich immer wieder Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachte und meinen Lesern damit neue Anregungen gebe.

Glück beeinflusst Gesundheit und Wohlbefinden

Können wir durch Glücksmomente unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden beeinflussen? Was hat denn der Körper mit unserem Geist, unseren Gefühlen zu tun?

In den letzten Jahren sind in der Medizin ein paar Erkenntnisse aufgetaucht, dass Körper, Geist und Seele doch nicht so einfach zu trennen sind. Die Erkenntnis, dass es nicht ausreicht nur körperliche Symptome zu behandeln, ist spätestens seit der Disziplin der psychosomatischen Medizin in den Blickwinkel der Mediziner getreten. Wenn auch noch nicht alle danach handeln, so gibt es doch immer mehr ganzheitlich denkende Mediziner.

Dr. Nossrat Peseschkian ist einer der Begründer der positiven Psychotherapie hat unermüdlich darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, sich mit positiven Denken auseinander zu setzen.

Die Macht unserer Gedanken für unser Glück und unsere Gesundheit dürfen wir nicht unterschätzen. Sicher haben Sie schon einmal von self-fulfilling prophecy oder selbsterfüllende Prophezeiung gehört. Das, was ich denke, was ich erwarte, ziehe ich also magnetisch an, ob etwas Positives oder etwas Negatives.

Wir können jedoch lernen, dass wir vermehrt die positiven Dinge im Leben sehen, unsere Gedanken darauf fokussieren. Mit ein wenig Übung und Disziplin aktivieren Sie sozusagen den „inneren Helfer“, der Sie von da an tatkräftig unterstützt. Sie müssen ihn manchmal nur suchen und um etwas bitten. Er hilft Ihnen gerne.

Hier ein paar Anregungen, was Sie tun können um sich selbst mit Lebensenergie und Glück zu umgeben und die Empfindungen, die nur Lebenskampf bedeuten zu reduzieren.

  • Erstellen Sie eine Liste von Bereichen in Ihrem Leben, die Sie als einen Kampf wahrnehmen.
  • Spüren Sie den Empfindungen in Ihrem Körper, Ihrem Geist und Ihrem Herzen nach, die dieser Kampf auslöst.
  • Dann atmen Sie tief ein und aus und stellen Sie sich bildlich vor, wie Sie beim Einatmen positive Energie aufnehmen und diese in die Bereiche schicken, die betroffen sind. Beim Ausatmen stellen Sie sich vor, dass der Atem all diese Kämpfe und Konflikte mitnimmt und alles Negative mit dem Atem Ihren Körper, Ihren Geist und Ihr Herz verlässt.
  • Dann schreiben Sie drei Dinge auf, für die Sie an diesem Tag dankbar sind.

Dies ist eine einfache Übung, die viel bewirken kann, wenn Sie sie jeden Tag, z.B. vorm zu Bett gehen durchführen. Wenn Sie nach einer Woche oder nach einem Monat nachlesen, für was Sie alles dankbar sind, werden Sie sicher große Lebensfreude, Zufriedenheit und Zuversicht empfinden.

Die Zukunft gehört denen, die an die Schönheit ihrer Träume glauben.
Eleanor Roosevelt

Mein Burn-out

Frage:
Sie haben einen Burn-out gehabt?
(Diese Frage stellte mir ein überraschter, ehemaliger Kollege.)

Antwort:
Es fing damit an, dass ich die magische Altersgrenze mit der 5 vorne dran überschritt.

Zu alt!

Zu alt wofür? Zu alt um innovativ zu sein. Zu alt, um mit Kunden zu verhandeln. Zu alt, um Mitarbeiter zu führen. Zu alt, um… das Arbeitsleben zu verstehen… Zu alt für meine Chefs, denen mein Widerspruch und meine Denkweise nicht gefiel. Zu alt für meine jüngeren Kollegen, die schon das Fell des Bären teilten, bevor er erlegt war.

Da wurde ich geschnitten, herabgesetzt, hin- und hergeschoben, an den Katzentisch gesetzt. Ich hatte wundersamer Weise immer wieder Mentoren, die mich wieder aufrichteten und mir Möglichkeiten boten. Dann kam aber hinzu, dass meine Eltern aus gesundheitlichen Gründen, nicht mehr allein bleiben konnten. Sie zogen zu uns. Auch wenn wir das wirklich wollten und es heute wieder tun würden, ist das eine große Belastung. Zwei Jahre nach dem Einzug knallte es dann auch richtig.

Ich wachte eines Morgens auf und konnte nicht mehr laufen. Den Weg durch den Flur bewältigte ich wie volltrunken, an einer Seite anstoßend und zur anderen torkelnd. Ich hatte kein Gefühl mehr in den Beinen und Händen. Beim Blick auf die eigentlich sauber gerade verlegten Fliesen, gingen die Linien auf einmal auseinander. Das Radio klang seltsam blechern. In mir stieg Panik auf. Ich rief meine Schwester an und erkannte, dass auch das Sprechen, die Wortfindung, Probleme machte. In meinem Kopf machte sich die Erkenntnis „Schlaganfall“ breit.

Eine Odyssee durch die Ärzteschaft begann. Nacheinander wurden ziemlich viele schreckliche Erkrankungen ausgeschlossen, allerdings kam auch keiner zu einem wirklichen Ergebnis.

Der Neurologe und Psychologe tippte als letzter in der langen Reihe der Ärzte auf „familiäre“ Überlastung durch meine Eltern und riet mir wieder arbeiten zu gehen. Also zurück in die Schlangengrube. Da ich immer noch nicht richtig geradeaus laufen konnte, brachte mich meine Schwester jeden Tag zur Arbeit und holte mich auch wieder ab, hin und zurück fast drei Stunden.

Ich hielt es dort noch genau drei weitere Jahre aus. Mein Körper spielte mehr oder weniger wieder mit, gab mir aber auch noch einige Warnschüsse vor den Bug. Er entzog mir sprichwörtlich zweimal den Boden und ich stürzte schwer, so dass ich eine lange Zeit krankgeschrieben war.

Dann ergab sich die Gelegenheit, ein neues Leben aufzubauen. Dafür bin ich unendlich dankbar. Ich habe nicht einen Tag bereut, das sichere Angestelltenverhältnis gegen die unsichere Selbstständigkeit, getauscht zu haben. Auch wenn das Finanzamt mir ab und an im Nacken sitzt. Das vielleicht einmal später.

Eine ganze Zeit später habe ich an einem Abend eine Talk-Shaw verfolgt, in der ein Gast von seinen, meinen ähnelnden, Schwierigkeiten berichtete. Er erzählte, wie schnell sein Hausarzt reagiert und ihn gleich in eine psychosomatische Klinik eingewiesen hat. Mir liefen nur die Tränen über das Gesicht. Ich konnte gar nicht mehr aufhören, zu heulen. Das war genau das, was mir auch wiederfahren war. Nur, bei mir hatte das keiner erkannt.

Ja, heute noch habe ich, wenn ich unter Druck gerate oder wieder alles auf einmal machen möchte, diese Gefühlsstörungen in den Füßen. Und ich kann heute noch nicht während des Spazieren Gehens, gleichzeitig erzählen und andere anschauen, sonst  komme ich wieder ins „Schleudern“.

Alles in allem bin ich mit meinem heutigen Leben zufrieden und dankbar dafür. Ich wünsche meinen Mitmenschen keine ähnliche Erfahrung. Leider glaube ich allerdings, dass meine Erlebnisse kein Einzelfall waren. Ich glaube nicht, dass ich besonders boshafte Chefs, Mitarbeiter und Kollegen hatte. Ganz im Gegenteil. Ein ehemaliger hochrangiger Chef hat sich Jahre später sogar bei mir für sein Verhalten entschuldigt. Er sagte, er hätte auch nur funktioniert und unter Druck mitgemacht, was andere wollten.

Das ist die Gefahr, dass Ehrgeizlinge, Unbedarfte, Naive und Dumme von Zeit zu Zeit die Oberhand gewinnen.

Mein persönlicher Ehrgeiz ist der, andere Menschen stark zu machen, dass sie mit Energie, Selbstbewusstsein und Lebensfreude das (Arbeits-)Leben meistern. Ein Beitrag dazu ist mein Buch „Entdecke deinen inneren Helfer“.

Machen Geld und Ruhm glücklich?

Bekannte Persönlichkeiten kommen mir in den Sinn. Sie hatten entweder außer-gewöhnliche Begabungen oder einen immensen Reichtum, aber sie waren weder glücklich noch erfolgreich, ihr Leben zu leben.

Denken Sie an Marilyn Monroe, eine wunderschöne Frau, begehrt von dem Präsidenten ihres Landes. Sie ertränkte ihre Verzweiflung im Alkohol und starb wohl an einer Über-dosis von Barbituraten. Ernest Hemingway beging Selbstmord. Weder Nobelpreis noch ein außergewöhnliches Leben konnten ihn von einem tiefen Gefühl existenzielle Leere abbringen.  Tina Onassis, eine der reichsten Frauen der Welt, hatte Depressionen. Nach Missbrauch von Barbituraten erlitt sie im Alter von 37 Jahren einen tödlichen Herzinfarkt. Oder den Club 27, zu dem bekannte Rock- und Bluesmusiker wie Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain und Amy Winehouse zählen, die im Alter von 27 Jahren meist durch Drogenkonsum ums Leben kamen.

Es gibt also noch etwas anderes als Begabungen, Intellekt. So etwas, was man Einfühlungsvermögen, Mitempfinden, Fühlen mit anderen Worten Gefühle oder emotionale Intelligenz nennen könnte.

Wissenschaftler der Universitäten Yale und New Hampshire beschrieben Emotionale Intelligenz anhand von vier Faktoren:

  • Die Fähigkeit, seinen eigenen Gefühlszustand und den anderer zu erkennen.
  • Die Fähigkeit, den natürlichen Ablauf von Gefühlen zu verstehen:
    So verläuft z.B. die zeitliche Entwicklung von Angst oder Wut unterschiedlich.
  • Die Fähigkeit, über seine eigenen Gefühle und die anderer vernünftig nachzudenken und zu urteilen.
  • Die Fähigkeit, mit seinen eigenen Gefühlen und denen anderer richtig umzugehen.

Diese vier Fähigkeiten bilden die Grundlage von Selbstbeherrschung und gesellschaftlichem Erfolg. Zugrunde liegen Selbsterkenntnis, Zurückhaltung, Mitfühlen, Kooperationsbereitschaft und die Fähigkeit Konflikte zu lösen.

Oft sind wir aber taub gegenüber unseren Gefühlen oder interpretieren sie falsch. So wie ein Kleinkind meistens nicht weiß, warum es weint, ob ihm zu heiß ist, ob es Hunger hat, ob es traurig ist, ob ihm nur langweilig ist, oder es nach einem langen Tag mit Spielen einfach nur müde ist. Es weint, ohne genau zu wissen warum, und weiß auch nicht, was es machen muss, um sich besser zu fühlen.

Auch bei Erwachsenen ist diese Unfähigkeit verschiedene Gefühlszustände zu unterscheiden gar nicht so selten. Stress und Müdigkeit wird dann unter Umständen fälschlicherweise mit Essen beantwortet. Weil der gestresste, müde Mensch das Signal seines Körpers „ich brauche eine Pause und ein wenig Schlaf“ nur zum Teil wahrnimmt als „ich brauche…“. Etwas zu Essen und Trinken steht meistens bereit und es erfolgt der Griff nach Fast-Food, Schokolade oder gar zur Flasche Alkohol.

Unsere Erziehungssysteme betonen sehr das Rationale. Viele (oft Männer) denken, dass sie rein rational entscheiden. Dabei wird der eigene Gefühlszustand ignoriert, über andere erst gar nicht nachgedacht.

Unser bewusstes Denken hat keinen Zugang zu unseren Gefühlen und unsere Gefühle lösen Reaktionen aus, die uns ratlos zurück lassen.

Forscher der Universität in Berkeley sind der Ansicht, dass die Unterdrückung der Gefühle eine Anzahl von gesundheitlichen Problemen hervor rufen kann, die als klassische Stresskrankheiten bekannt sind: unerklärliche Müdigkeit, Bluthochdruck, Erkältungen, Herzkrankheiten, Magen-/Darmbeschwerden und Hautprobleme.

Wenn jedoch unser rationaler Teil und unser emotionaler Teil in uns zusammen wirken, befinden wir uns in einem glücklichen Zustand.  In diesem Zustand gestalten und realisieren sich Gedanken, Entscheidungen und Gesten auf ganz natürliche Weise und laufen einfach ab, ohne dass wir ihnen besondere Aufmerksamkeit schenken müssen.

Wir verfolgen unsere Ziele, wissen jederzeit, welche Entscheidungen wir treffen müssen und sind in einem natürlichen Zustand der Konzentration, ganz ohne Anstrengung, da wir nach unseren Werten handeln.

Am besten ist ein Gleichgewicht zwischen Fühlen und Denken.

Gut gesagt? Aber wie?

In meiner Glückscoach-Ausbildung gehe ich darauf ausführlich ein und zeige wirklich einfache Übungen, die jede für sich ein kleiner Baustein auf dem Weg zum eigenen Glück sind.

Wir wollen das „heilige Geschenk“, wie Albert Einstein sagte, für uns wieder erkennen und freudig annehmen. Dem „treuen Diener“ werden wir dem ihm gebührenden Dank zukommen lassen.

Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk
und der rationale Geist ein treuer Diener.

Wir haben eine Gesellschaft erschaffen,
die den Diener ehrt
und das Geschenk vergessen hat.

Albert Einstein

Wie Sie negative in positive Emotionen wandeln

Vielleicht haben Sie schon mal erfahren, dass, wenn Sie traurig sind, ein Lachen diese Traurigkeit verschwinden lässt oder zumindest mildert.

Der morgendliche Blick in den Spiegel kann uns ein Gesicht mit verhangenen Augen, hängenden Mundwinkeln zeigen und unsere schlechte Laune zurückwerfen. Versuchen Sie sich bewusst anzulächeln und freundlichst zu begrüßen… und schon ist die Stimmung besser.

Der menschliche Verstand hat die Eigenschaft, dass Gefühle nicht aufrecht erhalten werden können, wenn sie mit einem anderen nicht zu vereinbarenden Gefühl, Gedanken oder Handeln konkurrieren. Der Grund ist eine sogenannte kognitive Dissonanz. Es entsteht ein innerer Drang, eines der beiden Gefühle zu verändern, um wieder Einklang zu erzeugen.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften und der Universität Haifa in Israel haben zwei Areale im Gehirn identifizieren können. Sie bestimmen, wie wir eine Situation einschätzen, und welches der beiden Netzwerke an- oder ausgeschaltet wird. Demnach ist das eine Netzwerk aktiv, wenn wir etwas erfreulich finden, das andere im umgekehrten Fall.

Den Wechsel zwischen beiden Empfindungen übernehmen wiederum zwei Bereiche innerhalb dieser Netzwerke. Der sogenannte Sulcus temporalis superior im Schläfenlappen, der für die Interpretation positiver Ereignisse zuständig ist, und der sogenannte Lobus parietalis inferior im Scheitellappen, der aktiv wird, wenn wir etwas als negative empfinden.

Beide Regionen treten in Aktion, wenn wir mit einer emotional widersprüchlichen Situation konfrontiert werden. Sie scheinen miteinander zu kommunizieren um herauszufinden, welche von ihnen aktiviert oder inaktiviert wird und beeinflussen darüber wiederum andere Hirnbereiche.

Mit den folgenden Techniken Entspannung, Bewegung und Heiterkeit können Sie Ihre negativen Gefühle im Zaum halten. Sie werden sich mit Dingen befassen, die mit Ihren negativen Emotionen unvereinbar sind, und diese Emotionen dadurch zwingen, sich zu verändern.

Entspannung

  • Hören Sie Ihre Lieblingsmusik
  • Meditieren Sie
  • Erlernen Sie Selbsthypnose oder eine andere Technik wie autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Lassen Sie sich von einem Hypnotiseur tiefenentspannen
  • und vieles mehr

Bewegung

  • Gehen Sie jeden Tag mindestens 10 Minuten stramm marschieren
  • Joggen
  • Radfahren
  • Nehmen Sie statt Aufzug die Treppen
  • Gehen Sie in der Natur spazieren
  • Machen Sie Yoga, Taichi oder Qigong
  • und vieles mehr

Heiterkeit

  • Schauen Sie sich ein Video Ihres Lieblingskomikers an
  • Lesen Sie ein witziges Buch
  • Schauen Sie im Kino, Fernsehen oder Theater eine Komödie an
  • Nehmen Sie an Lach-Yoga-Veranstaltungen teil
  • und vieles mehr

Ihnen wird sicher zu jeder Kategorie etwas einfallen, das Sie sogar sehr gern tun.

  • Ich spiele z.B. gern am Klavier meine Lieblingsmusik.
    (Ob das bei meinen Nachbarn auch die Stimmung hebt, weiß ich nicht.)
  • Ich gehe jeden Tag ca. eine halbe Stunde Gassi. Dabei lösen sich strammes Gehen und Trödeln ab.
    (Zuerst hat Vicki es eilig ein schönes Plätzchen zum Erleichtern zu finden und danach müssen die Hunde-Zeitung gelesen und Briefchen für die Hunde-Gemeinde geschrieben werden.)
  • Ich liebe Sendungen im Fernsehen, die mich wirklich unterhalten und zu denen ich auch Lachen kann.
    (Das können Tierfilme sein, die warme Gefühle ansprechen, Liebesfilme bevorzugt mit Happy-End oder richtigem Heul-Faktor, Kabarett – Comedy, oder gefühlvolle Musik jeglichen Genres.)

Sie werden sehen, Ihre negative Haltung wird sich wandeln!

Fragen zum „Glücklich-Sein“

Wenn ich irgendwo mal wieder zum Warten gezwungen bin, mich also in einem Wartezimmer aufhalte, lese ich gern in den ausgelegten Zeitschriften. Zeitschriften für Frauen und eine für Männer, (gibt es echt nur diese eine, die sich mit Männergesundheit beschäftigt, die anderen Männerzeitschriften liegen nie frei aus), spiegeln sehr gut die Themen, die die Menschen bewegen.

Diese Themen finde ich in der Betrachtungsweise von Robert Dilts wieder.

Robert Dilts gehörte zu der Arbeitsgruppe um John Grinder und Richard Bandler, die Gründer des NLP, und war führend an der Weiterentwicklung des NLP beteiligt. Neben den beiden Gründern des NLP lernte er ebenfalls bei dem amerikanischen Psychologen, Psychotherapeuten Milton H. Erickson,  der die moderne Hypnose und Hypnotherapie prägte.

Dilts unterteilte die oberen drei Ebenen „soziale Kontakte“, „Ansehen“ und „Selbstverwirklichung“ der Maslowschen Bedürfnispyramide in 6 Ebenen. Die Ebenen nach Maslow wurden verfeinert und mit Fragen unterfüttert.

Umwelt:
Wo stehe ich gerade?

Verhalten:
Was genau tue ich (von außen wahrnehmbar)?

Fähigkeiten und Wissen:
Auf welche Fähigkeiten kann ich mich stützen?
Was muss ich wissen und können?

Glauben und Werte:
Warum tue ich das alles?

Identität und Zugehörigkeit:
Was ist mein Selbst-Bild?
Wie sehen andere mich?

Spiritualität und Sinnfindung:
Was ist meine Aufgabe im Leben?

Die obigen Themen sind fast alle in irgendeiner Form in den Zeitschriften zu finden. Hier ein paar Beispiele.

Zur Umwelt:
Soll ich meinen Freund verlassen? Bin ich zu dick? Ist Botox die Lösung meines Problems oder ein spezieller Work-out?

Zum Verhalten:
Ich kleide mich stylisch. Ich treibe viel Sport. Ich esse vegan. Ich gehe auf jede Party. Ich gebe mich gelassen.

Zu Fähigkeiten und Wissen:
Führungskompetenzen, die man haben muss. Ziele, die gesellschaftlich anerkannt sind.

Zu Glauben und Werte:
Gute Ernährung, viel Sport, die richtigen Medikamente, die notwendigen Operationen.

Zu Identität und Zugehörigkeit:
Wie muss ich aussehen, was muss ich in meiner Freizeitgestaltung machen, um zu einer Clique dazu zu gehören und den Zeitgeist zu zeigen.

Spiritualität und Sinnfindung:
Yoga, Meditation, Urlaub im Kloster.

und vieles, vieles mehr.

Das Einzige, was ich in den Zeitschriften vermisse, ist der Blick nach innen.

Es geht meist darum, anderen zu gefallen, Frauen den Männern und umgekehrt, Mitarbeiter dem Chef und manchmal auch umgekehrt (mit der Frage „wie motiviere ich meine Mitarbeiter“), den Mitgliedern meines Freundeskreises, den Mitgliedern meiner Familie, den Mitgliedern meines Sportvereins, den Mitgliedern meiner Partei, usw.

Wollen Sie sich selbst finden, sich selbst gefallen, ein unabhängiges Leben führen?

Dann ist es unausweichlich, dass Sie die Themen aus Ihrem Blickwinkel beleuchten sollten. Seien Sie einmal nur egoistisch. Sehen Sie nur sich selbst. Beantworten Sie die Fragen nur für sich. Sie brauchen es ja nicht weiter zu erzählen. Hören Sie in sich hinein, was in Ihnen vorgeht.

Sie sind nun einen Schritt weiter auf dem Weg in ein glückliches, sinngebendes Leben.