Dunkle Wolken über mir – unterschiedliche Wege aus persönlichen Krisen

dunkle Wolken

Mich erstaunt immer wieder wie Menschen mit wirklich schweren persönlichem Schicksal oder Krisen diese irgendwie zum Positiven wenden, während Menschen mit lösbaren Problemen in eine aussichtslose Lage geraten. Da, wo die einen ihren Lebensmut verlieren, lassen die anderen sich nicht unterkriegen.

Auf persönliche Krisen reagieren Menschen nun mal sehr unterschiedlich. Der eine sieht in der Krise einen Wendepunkt, ab dem er versucht etwas zu verändern. Der andere sieht sie als Rückschlag, als Ungerechtigkeit.

Der eine wird sich fragen, kann ich das Problem lösen, muss ich mich mit ihm abfinden oder es einfach vergessen. Der andere fragt danach, ob er es selbst verursacht hat, ob jemand anderes Schuld hat und was noch weiter passieren kann.

Es gibt Methoden, die dazu raten, dass man sich in einer belastenden Situation vorstellen soll, was schlimmstenfalls eintreten kann. Wenn ein geliebter Mensch verstorben ist, was soll ich mir dann schlimmstenfalls ausmalen? Dass noch ein weiterer Mensch stirbt? Wenn ich meine Wohnung verloren habe und obdachlos bin, dass mir auch noch der trockene Platz unter der Brücke streitig gemacht wird? Wenn ich eine schwere Erkrankung habe, dass noch eine weitere dazu kommt?

Und wer ist schuld, wenn ein Mensch stirbt, man wegen Geldmangels die Wohnung nicht mehr zahlen kann oder man z.B. an Krebs erkrankt?

Manchmal tauchen auch noch Selbstanschuldigungen auf. Hätte ich besser auf mein Kind aufgepasst, wäre es nicht vor das Auto gelaufen. Hätte ich nicht mit Aktien spekuliert, hätte ich keine Schulden. Hätte ich nicht immer in der Sonne gelegen, hätte ich keinen Hautkrebs.

Nein, die Fragen nach Schuld und Verantwortung bringen uns nicht weiter. Die Vorstellung, dass alles noch schlimmer hätte kommen können, erzeugen nur zusätzliche Ängste.

Um einen Weg einzuschlagen, der vielleicht die Krise in eine Lebenserfahrung wandeln kann, ist es zunächst notwendig, dass eine Trauerphase zugelassen wird. Trauern Sie um den geliebten Mensch, um den Verlust von Hab und Gut oder Gesundheit. Nur wenn Sie die Gefühle zulassen, dann können die gewaltigen Emotionen sich wieder normalisieren. Das innere Chaos kann sich auflösen. Nehmen Sie dafür Hilfe von vertrauten Personen an, suchen Sie sich eine Selbsthilfe-Gruppe oder gehen Sie zu einem neutralen Berater. Eine Selbsthilfe-Gruppe kann sehr hilfreich sein, weil Sie sehen, dass Ihr Problem nicht nur Sie trifft, dass andere gleiche oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben und Sie finden Menschen, die aus dem tiefen Loch herausgekommen sind. Sie lernen dort Menschen kennen, die für sich bereits einen Lösungsweg gefunden haben. Dieser muss nicht zwangsläufig auch Ihrer sein, aber allein die Erkenntnis, dass man es schaffen kann, sich aus der Krise zu befreien, motiviert für einen eigenen Weg.

Die Suche nach einem eigenen Weg ist nicht einfach und kann wiederum Ängste, Bedrohungen, Unruhe und ähnliches auslösen. Vielleicht verrennen Sie sich in Illusionen, in Ihr Wunschdenken, etc. Dann wird es Zeit, dass Sie sich mit Ihrer eigenen inneren Weisheit auseinander setzen.

Geben Sie sich Zeit und Ruhe und hören Sie in sich hinein. Sie werden bemerken, dass die Angst immer weniger wird, dass Sie erkennen, dass die gemachte Erfahrung auch einen tieferen Sinn hat. Sie müssen dem Leben nur vertrauen und ihm eine Chance geben.

Sie gehören dann zu den Menschen, die ihren Lebensweg klar und deutlich vor sich sehen, auch wenn er ein paar Windungen hat. Nach jeder Kurve wird das Licht der Erkenntnis ein bisschen heller und am Horizont leuchtet Ihre erfüllte Zukunft.

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