Ein wenig Glück

Heute scheint es oft, als sei Glück eine Pflicht und selbst verschuldet, wenn es nicht eintritt.

Eine Ratgeber-Lawine wie „Glücksgesetze“, „10 Geheimnisse des Glücks“, „Glück ist kein Zufall“, „Ich mache dich glücklich“ und die Glücksindustrie (Unterhaltungsindustrie) lassen uns oft ratlos zurück. 

Da gibt es ernsthafte Forscher, die sich mit Glück auseinandersetzen und wie bei ernsthafter Forschung obligatorisch, wird gemessen und verglichen.                        

Was ist aber Glück?

In unserer Konsum-Welt wird Glück meist durch die Erfüllung von materiellen Wünschen definiert. Ist es die Jagd nach noch mehr fantastischer Karriere, den teuren Sachen, das schöne Heim, dem makellosen Körper, den Top-Urlauben? Geht es uns danach nicht eine gewisse Zeitspanne besser? Aber was, wenn diese Dinge nicht mehr reichen?

Und ehrlich, wenn ich jeden Tag Beluga-Kaviar esse, dann hängt er mir auch sehr schnell zum Halse heraus. Von Zeit zu Zeit gegessen, kann er für den einen oder anderen ein echter Hochgenuss sein.

Ist Glück also nicht: „ich kriege, was ich will“, sondern: „glücklich ist, wer genießen kann“?

Erinnern Sie sich zurück an Ihren letzten Glücksmoment!

Meiner war gestern Abend, wie mein kleiner Hund sich auf dem Sofa in meinen Arm gekuschelt und dabei glückselig geseufzt hat. Kann ein Hund überhaupt glückselig sein?

Ich bin der Meinung, das Glück für Jeden etwas anderes ist. Es sind die Momente, in denen wir uns rundum zufrieden fühlen, in denen wir ein Hochgefühl empfinden, die einfach schön sind.

Wir müssen wahrscheinlich wieder lernen, diese Momente und Ereignisse zu erkennen, in und bei denen wir uns besser fühlen.

Schreiben Sie  eine Woche lang auf, wann und weswegen Sie so rundum zufrieden waren. Welche Gefühle kamen auf und welche Ereignisse haben sie ausgelöst?

Ich verspreche Ihnen, Sie werden überrascht sein.

Und wer mag, kann nächste Woche mit mir weitersuchen … nach dem Glück…

 

7 thoughts on “Ein wenig Glück

  1. Um Glück zu genießen, muß man bescheiden werden. Dann genügen schon Kleinigkeiten. Einfach mal überlegen, was man wirklich im Leben braucht um rundum zufrieden und glücklich zu sein. Wie heißt es in dem Lied: Was frag ich viel nach Geld und Gut? ….je mehr er hat, je mehr er will, nie schweigen seine Klagen still.

  2. Glück empfinden, heißt für mich in erster Linie, sich bewusst im Leben zu spüren. Ich habe Menschen kennengelernt, denen es nicht möglich war, sich im Glück zu spüren, sondern immer war das Unglück das hervorstechendste Gefühl. Jammern und Klagen als Ausdruck von erspürtem Leben.
    In schönen Momenten halte ich manchmal ganz bewusst inne und danke meinem Schöpfer für das gute Leben, das er mir geschenkt hat und ich danke auch dafür, dass ich kein Leid brauche, um mich im Leben zu spüren.
    Viele Grüße!!!

    • Herzlichen Glückwunsch! Sie haben schon einen Weg gefunden.

      Besonders berührt hat mich Ihre Aussage, dass Sie kein Leid zum Abgrenzen benötigen. Jammern und Klagen sind allerdings Dinge die uns die tägliche Welt beibringt: beim Zeitung lesen, die Politiker, die Firmen, die Werbung,… Entsteht daraus nicht auch der Neid?

      • Der Neid, heißt es, ist die ehrlichste Art der Anerkennung!
        Neid ist also, wie die Eifersucht ein Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit oder besser, die Folge mangelnden Selbstbewusstseins. Wer mit sich zufrieden sein kann, kennt beide Gefühle nur ansatzweise. Ansatzweise deshalb, weil nicht jeder Tag ein Sonnentag und niemand nur immer gut drauf ist (wäre auch nicht normal 😉 ). Schlimm sind diese Gefühle nur, wenn sie chronisch werden.
        Lieben Gruß!!!

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