Frauen in der Sprache

Sprache reflektiert oft die Wirklichkeit. Frauen werden in der Sprache oft „vergessen“ und schlichtweg übergangen.

Schon bei der Erschaffung der Frau 1.Moses 2,23 erhielt die Frau keine eigene Bezeichnung sondern wurde Männin genannt. Der Ausdruck Männin ist sogar heute noch gebräuchlich im Wort Landsmännin.

Ein Anfang vom Beginn der Ignoranz und sogar der Herabwürdigung von Frauen.

Vielleicht mag ich deswegen das Wort Landsmännin nicht, auch weil sich dahinter so viel Pathetik verbirgt. Da ist mir die Landfrau lieber, …

Wortschöpfungen, die allein Frauen zugeschrieben werden, beziehen sich auf einen ausschließlich weiblichen Beruf, wie z.B. Hebamme, Krankenschwester oder sind sexuelle Wertung von Frauen, wie Hure. Weibliche Attribute wurden zu jeder Zeit mit abwertenden Wörtern bedacht. Man denke in neuer Zeit nur an die Äußerungen des US-Präsidenten zur „Pussy“  und was er alles damit machen darf.

Lustiger Weise hat sich die Berufsbezeichnung Krankenschwester bei männlichen Tätigen nicht in Krankenbruder sondern in Krankenpfleger geändert. Die Anpassung auch für die Frauen ist mittlerweile ebenfalls vollzogen.

Für Gemeinschaften gibt es keine weibliche Form in der Sprache. Man redet von Mannschaften, bestenfalls von der Frauenmannschaft.

Als ich 1980 mein Diplom in Händen hielt, war mir der Titel eines Diplom-Mathematikers verliehen. Es gab damals noch keine Diplom-Mathematikerin.

Da hat sich im Laufe der Jahre etwas geändert. Ich habe nur noch nie nachvollziehen können, warum die weibliche Form von Friseur nicht weiter Friseuse und von Masseur nicht Masseuse ist. Für wen war das denn anstößig, für uns Frauen oder für die Männerwelt.

Dagegen bezeichnen sich heutige Mädchen voller Stolz als Bitch. Was nun überhaupt nicht fein ist. Vielleicht ist die Hip-Hop-Szene daran schuld und es ist „in“. Dennoch würdigen sich diese jungen Frauen absichtlich selber herab. Bitch ist im englischen eine Hündin und Son of a Bitch, der Hundesohn. Bezeichnet mal einen heißblütigen Mann so, dann gibt es wohl eine auf die Zwölf.

Ich will an dieser Stelle nicht weiterforschen, warum junge Mädchen so wild darauf sind, sich als promiskes Weibchen darzustellen, die gern „bereit“ ist. Vielleicht möchten sie nur modern und cool sein.

Aber glaubt mir, die Sprache hat eine große Macht. Wenn wir uns als Frauen darin nicht wiederfinden, wir uns in ihr verbiegen oder uns selbst erniedrigen müssen, damit wir der Männerwelt gefallen. dann stimmt etwas nicht mit uns und dem Rest der Welt.

Lasst uns ein bisschen kritisch auf die Sprache achten und mit ihr umgehen. Wir drücken uns täglich in der männlich geprägten Sprache aus. Wir müssen uns aber nicht selbst klein machen oder gar, wenn auch lustig oder in Mode-Sprache, erniedrigen lassen.

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