Mein persönlicher Rückblick auf die 10er Jahre

Wenn ich zurückblicke, kommt mir als erstes in den Sinn, dass ich meine Eltern verloren habe, 2010 meinen Vater, 2015 meine Mutter. Auch weitere mir sehr nahestehende Personen haben sich für immer verabschiedet. Das hat mich persönlich schwer bewegt. Es gab aber nicht nur endgültige Abschiede, sondern auch schwere Erkrankungen im Verwandten-, Freundes- und Bekanntenkreis, die ebenso etwas mit mir „gemacht“ haben.

Seit 2010 existiert mein Studio für aktive Lebensgestaltung in München-Moosach. Das war ein guter Start in das 10er Jahrzehnt. Die Einrichtung erfolgte gemäß Feng-Shui-Regeln. Für meinen Vater habe ich den Fortschritt in Fotos festgehalten, da er schon nicht mehr mobil war. Er war sehr stolz auf das, was da entstand.

Ende 2012 hat mich ein Unfall für längere Zeit außer Gefecht gesetzt. Mein zweiter Lendenwirbel war gebrochen und die Rekonvaleszenz zog sich über ein Jahr dahin.

In den folgenden Jahren entwickelte ich meine Kurs-Angebote und Ausbildungen weiter. Die großen Meilensteine waren 2011 Feng-Shui-Ausbildungen, 2012 Hypnose-Ausbildungen, 2014 Ausbildung zum Glückscoach.

Neben den Ausbildungen waren meine Lebensberatungen und Feng-Shui-Analysen der größte Bestandteil meiner Selbstständigkeit.

2015 bekam ich von einer großen Verlagsgruppe eine Anfrage, ob ich mir vorstellen könnte ein Lebensberatungsbuch zu schreiben. Ich konnte! Meine Mutter, die nach einem Unfall in der Tagesbetreuung ein Pflegefall und im Heim war, sagte zu mir, das Buch werde ich aber ganz bestimmt lesen. Leider hat sie es nicht mehr geschafft. Das Buch „Entdecke deinen inneren Helfer“ erschien erst im September 2016. Aber allein das Gefühl, wie meine Mutter sich gefreut hat, ist heute noch sehr präsent für mich.

Nach einigen Schwierigkeiten mit meinen Augen, habe ich im Jahr 2019 mit einer neuen Kurs-Reihe erneut durchgestartet, Achtsamkeit und Meditation zur Stärkung der Persönlichkeit und Entspannung.

Es gibt Ereignisse, die in dieses 10er Jahrzehnt gehören. Ich erinnere mich sehr gut, das Ende 2014 in unserer Gemeinde die Auflage bestand Asylbewerber aufnehmen zu müssen. Eine Nachbarin sammelte Unterschriften, damit ein altes Wohnhaus nicht als Asyl-Unterkunft betrieben werden sollte. Ich habe abgelehnt, so etwas zu unterschreiben. Seitdem grüßt sie mich nicht mehr. Ich habe aber viele nette Gespräche mit den eingezogenen Asylbewerbern und ihren Kindern geführt. Für mich sind sie eine Bereicherung.

In den vergangenen 10 Jahren habe ich Menschen in schwierigen Lebenssituationen mit all ihren Problemen kennen gelernt und erlebt. Mir sind viele Eindrücke hängen geblieben und ebenso viele Erkenntnisse.

Ein besonders nachhaltiger Eindruck ist, dass der 1. und 2. Weltkrieg noch stark nachwirken. Es ist bewiesen, dass unsere Umwelt uns genauso prägt wie unsere Gene. Unsere Umwelt, also alles, was auf uns einwirkt, hat die Macht Gene an- oder abzuschalten. Mir fielen Bücher, Unterlagen, Berichte in die Hände, die mir deutlich von Augen führten, dass wir noch lange nicht die Lieblosigkeit der Erziehung des 3.Reiches und/oder die Traumata aus den zwei Weltkriegen überwunden haben.

Die Auswirkungen sind gerade bei den Älterwerdenden zu spüren. Bindungsunfähigkeit, Depressionen und andere Störungen der Persönlichkeit zeigen sich nun oft deutlich. Diese Menschen mit den Vermächtnissen der Vergangenheit haben wiederum Kinder erzogen und geprägt. So wurde das Erbe an die nachfolgenden Generationen weiter gegeben. Bei jüngeren Leuten ist es eher die Unfähigkeit Verantwortung für sich selbst zu übernehmen zu erkennen.

Ich erinnere mich an Gesprächsfetzen, wie „wozu soll ich über mich oder die Welt nachdenken. Für mich ist alles klar. Philosophische Gedanken, na ja, wer das braucht, was bringt das …“

Ein kurzer Blick auf das, was in den Medien, in der Politik abgeht, zeigt mir ganz deutlich, wir haben verlernt, zu diskutieren, andere Meinungen auszuhalten, sie anzuschauen ohne gleich die Keule zu schwingen. Dialektik, was ich in der Schule gelernt habe, These, Antithese, Synthese, scheint total aus der Mode gekommen zu sein. Die dyadische Meditation wäre eine weitere Methode, eine Lösung zu erarbeiten. Viel lieber besteht man auf seiner Meinung und lässt den Hass auf Andersdenkende heraus, bedroht, verunglimpft.

2016 hatte ich meinen jährlichen Adventskalender dem Thema „Frieden“ gewidmet. Da habe ich zum ersten Mal erfahren, was es heißt nicht im Mainstream dahin zu plätschern. Viele wünschen zum Neujahr Frieden. Ist das aber wirklich ernst gemeint, oder nur so dahin gesagt? Es war noch sehr nett, dass manche mich nur naiv nannten.

Ja, vielleicht bin ich naiv oder wie ich es sagen würde, ein Optimist. Ich glaube noch an die Menschen und deren Willen die Welt und das Leben auf ihr lebenswert für alle zu gestalten.

Das große Thema des Jahres 2019 war der Klimawandel und mit ihm Greta Thunberg. Für mich ist ein Rätsel, wie man eine Jugendliche derart angehen kann. Wenn nicht die Jugend Dinge in Frage stellen, Themen, die sie bewegen mit der erwachsenen Welt diskutieren darf, wann dann?

Viele Verhaltensweisen, die unsere Natur, egal ob Fauna oder Flora, schädigen, müssten nicht sein. Verzicht ist allerdings ein Verhalten, dass in unserem Verhaltensrepertoire nicht mehr vorkommt. Jeder zeigt auf den Anderen und sagt, bevor ich etwas tue, musst erst du. Man bemüht die Politik, die ja doch nur das tut, was die große Masse will. Nein, ich bin der Meinung, dass jeder in seinem (vielleicht begrenzten) Rahmen etwas tun kann. Viele kleine Dinge addieren sich auf, oder wie meine Oma gesagt hätte, auch Kleinvieh macht Mist.

Dies sind die Eindrücke, Ereignisse und Verhaltensweisen, die mich persönlich am meisten bewegt, geprägt und angerührt haben.

Nun wird es Zeit nach vorn zu schauen! Gewonnene Erkenntnisse zu verarbeiten und mit neuem Schwung in das 20er Jahrzehnt zu starten!

Ich wünsche euch allen einen guten Start in das Jahr 2020, Gesundheit, Zufriedenheit und das Quäntchen Glück, das jeder braucht.

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