Kalender, Kalender …

Ist euch auch schon aufgefallen, dass der Kalender immer dünner wird? Wenn ich neue Termine eintrage, benutze ich fast ausschließlich den für 2020. Ja, das Jahr geht zu Ende. Aber vorher kommt noch Weihnachten.

Kennt ihr das Lied „Kalender, Kalender, du bist ja schon so dünn. Nun ist es bis Weihnachten nicht mehr lange hin.“ Ich habe mal gegoogelt und herausgefunden, dass es ein Lied von Peter Rubin ist. Hier der ganze Text:

Wenn es Dezember wurde, zählten wir als Kind,
wie viele Blätter noch auf dem Kalender sind.
An jedem Morgen wurde der vergangne Tag ein Stück Papier
und mit der Mutter zusammen sangen wir:

Kalender, Kalender, du bist ja schon so dünn,
nun ist es bis Weihnachten nicht mehr lange hin.

So wie ein Baum ist der Kalender Jahr für Jahr,
mit vielen Blättern dran, am ersten Januar.
Doch jeden Tag wird dann ein neues Blatt vom Wind der Zeit verweht,
bis im Dezember das Jahr zu Ende geht.

Kalender, Kalender, du bist ja schon so dünn,
nun ist es bis Weihnachten nicht mehr lange hin.

In unserm ganzen Leben bleibt ein kleines Stück,
von der Erinnerung an jene Zeit zurück.
Und wenn die Tage kürzer werden und der Schnee vom Himmel fällt,
dann denken viele, ja, viele auf der Welt:

Kalender, Kalender, du bist ja schon so dünn,
nun ist es bis Weihnachten nicht mehr lange hin.

Es kommt ein Schiff …

Ich weiß nicht, war es ein Albtraum oder ein Fiebertraum? Oder einfach überschäumende Fantasie?

In der vergangenen Nacht kam mir immer wieder die Melodie des adventlichen Chorals „Es kommt ein Schiff geladen, bis an sein höchsten Bord, …“ in den Sinn.

Mir träumte von einem Segelschiff, dass immer näher auf mich zukam. Es kam näher und näher und ich konnte bald erkennen, dass das Schiff beladen war mit Bazillen, Viren und Schnupfenmännchen.

Genau in diesem Moment erschien mir das Wort Bazillen-Mutterschiff vor Augen.

Dann hob das Schiff ab und segelte durch die Lüfte zum Horizont.

Ganz ehrlich, das Segelschiff hatte sehr viel Ähnlichkeit mit dem Schiff von Peter Pan …

Hoffentlich ist die Erkältung bald vorbei.

Schnupfenmännchen

Mich hat das Schnupfenmännchen gezwickt!

Was, ihr kennt das Schnupfenmännchen nicht? Dann lest mal weiter:

Wenn es regnet oder schneit, wenn viele Pfützen auf der Straße stehen, man mit kalten, nassen Füßen nach Haus kommt, dann wartet es schon in feuchten Dachrinnen, ganz hoch oben an den Häusern.

Es ist ein winzig kleiner Wicht mit schwarzem Lodenumhang und roter Nase: das Schnupfenmännchen.

Meistens hat das Männchen die viel zu große Kapuze über den Kopf gezogen. Vom Gesicht guckt nur die rote Nase heraus und leuchtet wie eine Hagebutte. Sein Gesicht ist zwar klein, aber mit seinen Augen kann es so gut sehen wie ein Adler in den Lüften.

Und wenn es jemanden entdeckt, der friert und ganz nass geworden ist, dann klettert der Schnupfenwicht an der Dachrinne herunter und zwickt diesen Menschen blitzschnell in die Nase, dass er es kaum merkt. Jedoch am nächsten Tag hat der Mensch einen Schnupfen.

„Hatschi!“ niest der gezwickte Mensch dann oder „Pitschüh!“, manche auch „Hawuscha!“ oder gar „Hamikosch!“. Und das ist gar nicht lustig, weil er sich immer und immer wieder die Nase putzen muss, weil er dann einen schweren Kopf hat und vielleicht sogar Fieber bekommt. Manchmal muss solch ein Mensch sogar im Bett bleiben.

Na, ich hoffe mal, dass alles bis Weihnachten überstanden ist. Sonst schmecke ich all die leckeren Sachen nicht. Das wäre doch schon sehr gemein.

Drückt mir die Daumen!

Christrose

Das laue Wetter macht es möglich: unsere Christrosen beginnen zu blühen.

Früher habe ich mir ein Sträußchen Christrosen zur Weihnachtszeit in meinem Blumengeschäft gekauft. Aber in meinem Garten haben sie noch nie zur Weihnachtszeit geblüht. Nun erheben sie tapfer ihre Köpfchen und trotzen dem vergänglichen Braun im Garten. Der heiße Südwind, der über die Alpen nach Norden weht und manche Ausrede rechtfertigt, wie Kopfschmerzen, schlechte Laune, Trinksucht, etc. ermöglicht es.

Ich freue mich an den ersten Boten, die deutlich zeigen, es wird auch wieder anders. Dann können wir das trübe Grau und selbst den weißen Schnee und Frost vergessen, wenn es wieder grünt und blüht.

Meine Schwester

Liebe Schwester,
heute ist ein ganz besonderer Geburtstag, an dem ich dir dafür danken möchte, dass du einfach immer für mich da bist. Bei einem Ehepaar würde man sagen: in guten wie in schlechten Tagen.

Als ich am Sonntag Tischdecken bügelte, war eine dabei, bei der ich tatsächlich Tränen vergossen habe.

Aber ganz langsam. Vor langer Zeit haben wir gemeinsam beschlossen, dass wir uns zu Geburtstagen und Weihnachten nichts schenken wollten. Dafür gibt es kleine und auch etwas größere Geschenke, wenn wir etwas sehen, was dem andern gefallen würde.

Du hast in deinem Leben schon so viele schöne Tischdecken gestickt, aber eine habe ich von Anfang an bewundert. Das ist nicht nur Sticken, das ist Malerei. Immer wieder musste ich sie anschauen, wie du sie noch gestickt hast.

Und eines Tages, so einfach unterm Jahr, gabst du mir ein Paket und sagtest, das schenke ich dir. Ich öffnete die Verpackung und ich sah die Decke. In diesem Moment musste ich einfach weinen. So gerührt war ich. Ich denke, das ist Liebe. DANKE!

Alles Liebe und Gute, deine Schwester Birgitt

Weihnachtliche Traditionen

Jeder hat wohl eine Vorstellung davon, was unbedingt zu Weihnachten gehört, z.B. Weihnachtsbaum, -essen und Geschenke.

Wenn ich an Weihnachten denke, dann fallen mir einige Traditionen unserer Familie ein. Heiligabend gab und gibt es zum Mittagessen immer Kartoffelsalat und Würstchen. Am Abend gehört unbedingt der eingelegte Hering dazu. Früher gab es zusätzlich Entenbrust und Lachsschinken. Das schaffe ich nicht mehr. Der eingelegte Hering begleitet auch noch das Abendbrot der Weihnachtsfeiertage.

Was an den Weihnachtsfeiertagen nicht fehlen darf ist der russische Salat zum Mittagessen. Sonst ist es ein Braten. Früher war es ein Sauerbraten mit Rotkohl und Klößen. Danach folgten Rehrücken, Lammfilet und vieles mehr. Dieses Jahr wird es ein Champignonbraten aus dem Bürgermeisterstück, ohne Rotkohl aber mit Knödeln. Wer das Bürgermeisterstück nicht kennt, dem sei erklärt, es liegt oberhalb der Kugel der Keule vom Rind und ist besonders zart, da es fast ausschließlich aus Muskelfleisch besteht.

Wem jetzt das Wasser im Munde zusammen läuft, wie mir, für die wechsele ich nun zum Weihnachtsbaum.

Früher war es immer eine Rotfichte, die duftet auch am stärksten. Vor 15 Jahren legten wir uns einen (wie ich sage) Klappspaten zu, sprich einen Baum aus Plastik. Nicht weil wir den schön finden. Nein, es war einfach bequemer. Mein Vater war damals nicht mehr in der Lage, einen Baum aufzustellen. Und mein erster und einziger Versuch endete damit, dass wir den Weihnachtsbaum am Vertiko festbinden mussten, damit er nicht umfiel.

Ein Beitrag in einer Zeitung von Heute hat mir gesagt, dass nun nach 15 Jahren die Zeit anfängt, dass der Plastikbaum einen ökologisch wertvolleren Fußabdruck hat, als eine echte Tanne. Na ja!

Nach dem Tod unserer Mutti haben wir nun 4 Jahre lang keinen Weihnachtsbaum mehr aufgestellt. Dieses Jahr soll sich das wieder ändern.

An den Weihnachtsbaum kommt alter Christbaumschmuck, noch aus der Kinderzeit meines Vaters. Meine Mutter kaufte ein paar Kugeln dazu, weil von Zeit zu Zeit doch etwas kaputt ging.

Meine Schwester und ich überprüften immer, ob auch alle unsere Lieblingsstücke angehängt waren. Heute noch besitzen wir das alte Lametta, das es schon längst nicht mehr zu kaufen gibt, weil Blei enthalten ist. Dafür glitzert es auch besonders schön und rutscht nicht wie die heutige Folie vom Baum.

Mein Lieblingsstück war übrigens eine Trompete, auf der man sogar blasen konnte. Meine Schwester hielt immer nach einem besonderen Engel Ausschau und mein Vater erzählte über den Weihnachtsmann, dass dieser in seiner Kindheit noch geleuchtet hat. Ich glaube, diese Dinge sind irgendwann wie das Lametta in Verruf geraten, weil sie u. U. radioaktives Material enthalten konnten.

Nun habe ich euch viel erzählt, was bei uns so Tradition ist. Wie haltet ihr es damit? Gibt es  bestimmtes Essen zu Weihnachten? Habt ihr immer den gleichen Christbaumschmuck am Baum?

Dritter Advent

Heute Morgen bin ich aufgewacht, die Sonne lachte aus allen Knopflöchern und der Wind war deutlich milder, aber immer noch stark. Mit anderen Worten, heute ist ein Wetter, wie ich es liebe. Draußen  riecht es eher nach Frühling als nach Weihnachtszeit. Auch die Temperatur ist mit 13 Grad frühlingshaft.

Es ist nicht eine Jahreszeit, die uns glücklich macht, sondern das gesamte Ensemble aller Jahreszeiten oder wie Heinrich Seidel in seinem Gedicht Jahreszeiten schließt:

Ob der Frühling grünt und blühet,
Sommer  steht in goldenem Kleid,
ob der Herbst in Farben glühet,
ob’s im Winter friert und schneit —
glücklich, wem es stets gefällt!
O wie herrlich ist die Welt!

Ich wünsche euch einen herrlichen dritten Advent.

Stürmisches Wetter

Der Sturm fegt durch die Landschaft. Manches wurde schon umgeblasen: Blumentöpfe, Schneeschieber (ich hoffe, er muss noch lange auf seinen Einsatz warten).

Geht es euch auch so, dass euch zu mancher Stimmung ein Gedicht einfällt?

Winternacht

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
ich hab′ nichts, was mich freuet,
verlassen steht der Baum im Feld,
hat längst seien Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume,
da rührt er seine Wipfel sacht
und redet wie im Traume.

Er träumt von künft′ger Frühlingszeit,
von Grün und Quellenrauschen,
wo er im neuen Blütenkleid
zu Gottes Lob wird rauschen.

Joseph von Eichendorff

So ein kleines bisschen vom Frühling träumen …
macht das Herz leicht und warm  …

Luciafest

Das Fest der heiligen Lucia fällt auf den 13. Dezember. der vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders der kürzeste Tag des Jahres war. Wohl deswegen wird der Tag mit Lichtern gefeiert.

Der Sage nach schlich Lucia nachts zu den Armen und versorgte sie mit Lebensmitteln. Um sich den Weg zu beleuchten und beide Hände zum Tragen frei zu haben, setzte sie sich einen Lichterkranz auf den Kopf.

In Schweden wird einem Mädchen am Luciafest ein Lichterkranz aus Kerzen aufgesetzt. Und es wird das Lucialied gesungen. Es ist ein neapolitanisches Lied aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Santa Lucia (deutsche Übersetzung):

Auf dem Meer glitzert das Silbergestirn;
die See ist ruhig, der Wind günstig.
Kommt auf mein wendiges Boot!
Santa Lucia, Santa Lucia!

Bei diesem linden Westwind,
o wie schön ist es auf dem Schiff!
Auf, Passagiere, kommt mit!
Santa Lucia, Santa Lucia!

Zwischen den Sonnensegeln zum Mahl laden,
an einem so heiteren Abend,
wer wünscht das nicht, wer ersehnte es nicht?
Santa Lucia, Santa Lucia!

O süßes Neapel, glückseliger Landstrich,
wo die Schöpfung zu lächeln beschloss!
Du bist das Reich der Harmonie!
Santa Lucia, Santa Lucia.

Heißgetränk

Heute wird es gar nicht richtig hell. Es nieselt mit dazwischen gemischten Schneeflocken, es ist diesig mit anderen Worten, ein Tag, an dem man keinen Hund vor die Tür jagt. Meine Mutti hätte es unseliges Wetter genannt, wobei das „e“ in …sel… nicht betont, sondern kurz und knapp, fast verschluckt wurde. Ausgerechnet heute mussten wir für unsere Hunde einkaufen gehen. Wir selber hätten lieber gehungert, aber das kommt für Vicki und Mimi nicht in Frage.

Schon während des Einkaufs erschien vor meinem inneren Auge ein Heißgetränk. Ich weiß nicht, was ihr so liebt: Glühwein, eine heiße Oma, Schwedenpunsch oder wie sie sonst noch alle heißen. Ich persönlich neige heute zu einem steifen Grog.

Ein steifer Grog, ein Weihnachtsplätzchen, ein kuscheliges Plätzchen auf dem Sofa, nahe der Heizung, vielleicht eine Wärmflasche … nein, ich habe ja Vicki. Und natürlich dürfen ein Buch und eine Kerze nicht fehlen.

Ich wünsche euch allen ein kuscheliges Plätzchen.