Schreiben gegen Angst und für Ihre Wünsche

Angsttagebuch

Wer sein eigenes Leben führen will, muss sich mit seinen Ängsten, Sorgen, Problemen, Wünschen, Vorstellungen, Ideen, Plänen auseinandersetzen.

Wie wäre es, wenn wir beginnen würden uns mit uns selbst zu beschäftigen und niederschreiben würden, was uns bewegt?

Ich weiß, Sie sind vielbeschäftigt, haben keine Zeit für solch einen Firlefanz.

Und wie war das gestern Abend bei der Tagesschau? Sie hatten Zeit, sich die Ängste anderer anzuhören, was die Menschheit bewegt und haben keinen Moment darüber nachgedacht, was Sie bewegt.

Nach der Tagesschau kam eine Politiksendung, danach eine Talk-Show und Sie hatten Zeit, weiter sich den Nöten anderer zu widmen. Sie hören Ihrer Frau oder Ihrem Mann zu, den Kindern, den Nachbarn, Freunden, Ihrem Chef, … und Sie haben keine Zeit eine Viertelstunde für sich abzuzweigen, sich in die Ecke zu setzen, Ballast des Tages abzuwerfen und sich Ihren Ängsten, Sorgen, Problemen oder Vorstellungen, Ideen, Plänen und Wünschen zu nähern?

Es gibt keinen vernünftigen Grund, das nicht zu tun. Oder fürchten Sie sich davor, über sich selbst nachzudenken? Haben Sie Angst Seiten an sich zu entdecken, die Sie gar nicht kennen lernen möchten?

Werden Sie nicht ein manipulierbarer Mensch ohne eigene Meinung, ohne eigene Ideen und eigene Ansichten.

In der heutigen Zeit ist es „in“, keine Zeit zu haben, lieber Sport zu treiben, sich anzuschließen (wem auch immer), um dabei zu sein. Befreien Sie sich von diesem Mitläufertum. Denken Sie wieder selber und lassen Sie nicht denken. Das kann gehörig schief gehen, wie unsere jüngste geschichtliche Vergangenheit beweist.

Eine große Hilfe auf dem Weg der Befreiung kann das Aufschreiben der Gedanken, die Sie bewegen, sein. Das Aufschreiben befreit Sie davon, weiter an dem einen Gedanken festzuhalten und schafft so Raum für neue Gedanken. Aufschreiben ist die beste selbstdurchgeführte Psychoanalyse und -therapie. Je genauer wir unsere Gedanken formulieren, desto besser können wir sie bearbeiten. Seien es Ängste und Sorgen, die aufgeschrieben, manchmal schon kleiner werden, weil man sie besser erkennt und versteht. Seien es Ideen, Vorstellungen und Pläne, die durch Konkretisierung viel schneller machbar werden.

Durch wiederholtes Lesen des Aufgeschriebenen prägen sich die Inhalte viel besser ein. Die Gedanken sind zielgerichteter und realer.

Wenn Sie möchten, können Sie sich auch Merkzettel an die Wand kleben, an den Spiegel im Bad oder an sonstige Stellen, auf die Ihr Blick mehrmals am Tag fällt.

Mein Vorschlag:

„Ich kümmere mich um mich und meine Vorstellungen und das, was für mich wichtig ist.“

„Ich lasse mir keine Angst machen, durch Vorstellungen und Vorurteile anderer.“

oder auch:

„Ich denke selbst. Ich lasse nicht denken.“

Kaufen Sie sich ein kleines Büchlein und nehmen Sie für jeden Gedanken eine neue Seite. Dann schreiben Sie ohne zu zögern auf, was Sie bewegt. Z.B. als Frage „Was beunruhigt mich eigentlich?“ oder als Wunsch „Ich möchte meine Wohnung renovieren.“ oder als Feststellung „Mein Nachbar geht mir auf die Nerven.“ Nehmen Sie einen Gedanken, nach dem Sie nicht lange suchen mussten und stellen Sie nun ganz viele Fragen zu dem Eingangssatz. Wie „Warum geht mir mein Nachbar auf die Nerven und mit was?“ Schreiben Sie so lange, bis Ihnen zu diesem Thema nichts mehr einfällt.

Sie werden schon nach kurzer Zeit bemerken, dass das Aufschreiben großen Nutzen bringt. Sie erfahren so eine Menge Dinge über sich selbst: Welche Rolle spiele ich, wer bin ich wirklich, wer möchte ich sein, wo manipuliert mich meine Umwelt, damit ich Angst bekomme und tue, was man von mir will. Sie erkennen Zusammenhänge, erweitern Ihren Horizont, werden kreativer und haben eine Grundlage für spätere Realisierung.

Viel Spaß auf dem Weg der Befreiung und Selbsterkenntnis!

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