Sind Sie NEIN- oder JA-Sager?

So?

Sportauto

oder so?

Kleinauto

Sagen Sie prinzipiell erst einmal Nein? oder gehören Sie zu den Menschen, die immer hilfsbereit, immer für andere da sind, immer Ja sagen, wenn man sie um etwas bittet?

Was bewegt notorische Nein-Sager? Welches Motiv verbirgt sich hinter ihrem Verhalten?

Nein-Sager findet man gehäuft unter den Herrscher-Typen, also denen, die auf Biegen und Brechen Autorität ausstrahlen möchten. Sie finden ihre Anerkennung darin, anderen ihren Willen aufzuzwängen und Angst zu erzeugen. Nur dann fühlen Sie sich respektiert. Sie sagen Nein, um den Gegenüber klein zu halten, ihn zu erniedrigen, bloß zu stellen, ihn zu manipulieren. Für diese manipulativen Spielchen suchen sie sich aber keine starken Gegner aus sondern nur vermeintlich schwächere.

Er selbst lebt leider in der ständigen Angst, dass jemand hinter seine Fassade schauen könnte und dann entdecken könnte, welch mieses Spielchen gespielt wird.

Weil er vielleicht gar nicht der harte und erfolgreiche Knochen ist, der er so gern sein möchte, kann er sich nur hinter seiner persönlichen Theaterkulisse verstecken. Diese Theaterkulisse muss natürlich großartig sein, denn ohne Imponiergehabe geht hier nichts. Und wie es einer Theaterkulisse so manchmal eigen ist, besteht Vieles nur aus Pappmaché. Was heißt, hat der Herrscher-Typ nicht wirklich etwas vorzuweisen, dann blufft er eben.

Im täglichen Leben erkennt man sie meist schon an ihrem großen, besonders schnellen Auto, den Marmorsäulen am Hauseingang, an ihrer Yacht oder (in Kleinausgabe) dem Boot. Er wohnt natürlich nur in einer noblen Gegend und hat wenigstens eine Grundausstattung von Bediensteten.

Im Berufsleben und noch besser im öffentlichen Leben erkennt man die Herrscher-Typen an ihrem Verhalten.

  • Sie sind auf Angriff gebürstet, dass bringt die anderen in Verteidigungsposition und setzt sie damit schon mal ins Unrecht
  • Sie sind nie Schuld, sondern immer die anderen.
  • Könnte ein Projekt baden gehen, wird die Verantwortung schnell an einen anderen abgegeben, damit man hinter her sagen kann:
    Ich habe euch gewarnt!
  • Extensiver Einsatz von mächtigen Statussymbolen wie Titel, Ämter, Führungspositionen, Auszeichnungen, Orden, etc., bei Männern kommen eine sexy Frau (oder mehrere) mit vielen hoffnungsvollen Kindern (können auch gern von Geliebten sein) dazu.

Ganz anders die Ja-Sager. Auch wenn sie das gleiche Motiv, nämlich Anerkennung, bewegt, haben sie eine gänzlich andere Strategie. Sie bieten ihre Hilfe jedem und allen an, weil sie tief in ihrem Inneren glauben, dass sie nur so Anerkennung bekommen können. Sie sind die Diener-Typen. Sie haben meist schon in ihrer Kindheit Glaubenssätze wie „sei immer für andere da“, „schlage nie einen Wunsch aus, du könntest auch einmal Hilfe brauchen“ oder „gute Menschen helfen anderen immer“ verinnerlicht.

Den Diener-Typ finden wir häufig bei Frauen an. Sie können sich kaum den Maximen ihrer Erziehung widersetzen und glauben fest daran, dass sie Schuld auf sich laden, wenn sie nicht jedes Opfer für andere erbringen. Gleichzeitig flammt von Zeit zu Zeit der Gedanke auf: Lasse ich mich nicht nur ausnutzen? Keiner sagt jemals Danke für meine Hilfe.

Wir haben für das Diener-Typ Verhalten sogar einen Ausdruck „das Helfersyndrom“. Es betrifft vermehrt Tätige in sozialen Berufen. Und mal ehrlich, wer ist in sozialen Berufen tätig: die Frauen mit einem Prozentteil von ca. 85%. Oder kennen Sie einen Kosmetiker? Schon eher einen Raumpfleger oder einen Krankenpfleger. Beim Kindergärtner sind meist die betroffenen Eltern so aufgebracht, dass Kindergärtner nicht gern gesehen werden, sie könnten ja pädophil sein. Ich frage mich allerdings, warum schicken dann die gleichen Eltern ihre Kinder zum Kommunionsunterricht zum Pfarrer?

Wenn nun aber weder der Nein-Sager noch der Ja-Sager so richtig gut abschneiden, wie sollen wir uns dann verhalten?

Wie bei allem im Leben kommt es auf die gute Mischung an.

An die Nein-Sager und Herrscher-Typen:
Übt euch darin, auch euren weichen Kern mal Oberhand gewinnen zu lassen. In jedem Menschen steckt, wenn auch manchmal tief verborgen, ein gut gerüttelt Maß Mitgefühl mit anderen. Dann bietet denen doch eure Hilfe an. Nicht nach dem Motto, eine Hand wäscht die andere, sondern ganz uneigennützig. Ihr werdet bemerken, wie gut man sich danach fühlt.

An die Ja-Sager und Diener-Typen:
Lernt NEIN zu sagen. Seid euch genauso wichtig, wie die Menschen, denen ihr helfen wollt, euch wichtig sind. Ein Nein kann doch auch bedeuten, heute nicht, aber später. Versucht euch im Nein-Sagen. Es macht euch nicht zu einem schlechteren Menschen, wenn ihr an euch selbst denkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.