Neuanfang

Eigentlich wollte ich im Jahr 2020 voller Elan neu durchstarten. Angefangen habe ich damit eine neue Homepage aufzusetzen mit etwas anderen Schwerpunkten als 2019.

Eigentlich …

Eigentlich sollte man nicht mit eigentlich beginnen! Ihr werdet mir aber zugestehen, dass das Jahr 2020 sich sehr schnell als ein Jahr wie kein anderes bisher herausstellte.

Spätestens im März war mir klar, dass sich in dieser Welt etwas Grundlegendes veränderte. Ein privates Ereignis, ein Klassentreffen, machte offensichtlich, dass es nicht mehr so war wie bisher. Es sollte am 21.März stattfinden, wurde aber eine Woche vorher abgesagt, wegen Corona. Als ich das Hotelzimmer absagen musste und ich dem Hotel und seinen Mitarbeitern alles Gute für die kommende Zeit wünschte, weinte die Dame an der Rezeption.

Mein Coaching und Ausbildungen habe ich zum großen Teil bisher schon Online angeboten. Trotz dieser Möglichkeiten hielten sich Anfragen sehr „im Rahmen“.

Ich selbst fühlte mich wie gelähmt. Eine veränderte Zeit, wirft andere Fragen auf. Ich habe mich immer wieder gefragt, wie und wo kann ich unterstützen.

Zuallererst sind mir Themen, wie gehe ich mit belastenden Ereignissen um und wie schnell erhole ich mich von ihnen sowie eine positive Lebenseinstellung und die Aufmerksamkeit bzw. Achtsamkeit im Leben, eingefallen.

Nach vielen „Nachdenkrunden“, lesen von Zeitungen und Zuhören von Radiosendungen und Schauen von Berichten im Fernsehen sind weitere Themen dazu gekommen, die Wohnen, Arbeiten und einen gesunden Lebensstil betreffen.

Nun sitze ich fleißig an meinem Schreibtisch und bereite vor, was ich zum Beginn des Herbstes für euch anbieten möchte. Der Herbst ist wie der Frühling eine Übergangszeit zwischen Sommer und Winter und deswegen für einen Neuanfang gut geeignet.

Ich würde mich von Herzen freuen, wenn ihr mir eure Anliegen mitteilen würdet, so dass ich diese mit einbinden kann.

Ganz ehrlich, Corona ist ernst und gefährlich, aber kein Weltuntergang. Wenn wir alle respektvoll und vorsichtig mit der Situation umgehen und die Chancen, die sich mit jeder Veränderung ergeben, erkennen und wahrnehmen, dann können wir sogar gestärkt daraus hervorgehen.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Bleibt gesund und vorsichtig.
Denkt dran, AHA! Abstand, Hygiene, Alltagsmasken!

Ein Geschenk für dich

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„Die wahre Lebensweisheit besteht darin,
im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.“
Pearl S. Buck

Dieses Wunderbare finden wir alle am Wegesrand, während eines Gespräches, beim Blick aus dem Fenster, beim Spaziergang, beim Autofahren, beim Zähneputzen, beim Wäsche bügeln, beim Putzen, beim Rasen mähen, …
kurz zusammengefasst, bei allem, was wir tun.

Das Problem ist nur, in der Hektik unseres Alltages erkennen wir die kleinen  Wunder nicht mehr. Wir sehen nicht die vielen Geschenke, die uns gemacht werden. Wir hasten daran vorbei. Doch wie schön könnte das Leben sein, wenn wir all die kleinen alltäglichen Wunder wieder wahrnehmen könnten.

Heute möchte ich Ihnen ein kleines Geschenk machen.
Lassen Sie sich nur darauf ein.

Egal, was Sie gerade tun, halten Sie kurz an. Schließen Sie die Augen und nehmen einen tiefen Atemzug und atmen langsam wieder aus, am besten durch den Mund. Wenn Sie Ihre Augen wieder öffnen, dann schauen Sie sich um, nach unten, nach oben, nach rechts oder links.

Vielleicht sehen Sie beim nächsten Spaziergang ein kleines weißes Gänseblümchen mit rotem Rand im Gras, eine besonders geformte Wolke am Himmel, einen Vogel beim Gefieder putzen, einen prächtigen Baum. Betrachten Sie, was Sie sehen für einen kurzen Moment genauer. Es werden Ihnen Details und Besonderheiten auffallen, die Sie bisher nicht wahrgenommen haben.

Wenn Sie die kleine Übung in Ihren Alltag integrieren, werden Sie feststellen, welche Freude es macht, Dinge zu sehen, die Sie bisher übersehen haben. Sich am Kleinen zu erfreuen, bringt Schwung und Freude in Ihr Leben. Und bald sehen Sie all die kleinen Wunder als Ihre Geschenke.

Kann Meditation unsere Wahrnehmung verändern?

Meditation

Wo unsere Aufmerksamkeit ist, ist unser Leben, unsere Energie.

Solche Sätze lese ich immer wieder, wenn es um Meditation, Steuerung der Aufmerksamkeit geht. Ist das wirklich so? Erweitern wir damit unser Bewusstsein? Müssen wir uns dabei auf asiatischen Philosophien und Methoden verlassen wie Yoga, Taichi, Qigong, Zen?

Wie ist es, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf einen kleinen Ausschnitt des Ganzen fokussieren. Nehmen wir einmal an, wir betrachten bei unserem Gegenüber nur die Hände, weil wir sie als besonders schön empfinden. Wissen Sie dann nach einer gewissen Zeitspanne, welche Farbe die Augen des Betrachteten haben, oder ob er, einen traurigen oder verschmitzten Gesichtsausdruck hatte, welche Körperhaltung? Wenn wir uns auf ein Detail fokussieren, nehmen wir auch nur dieses wahr. Unser Unterbewusstsein kann aber viel mehr.

Betrachten Sie einen anderen Menschen im Ganzen, sozusagen unfokussiert, wissen Sie anschließend viel mehr über ihn. Unsere Wahrnehmung ist weit geöffnet.

Nun müssten wir nur noch lernen, diese weite Wahrnehmung auch abrufbar zu gestalten.

Falls Sie noch Ressentiments gegen Meditation hegen, möchte ich Ihnen an dieser Stelle über ein paar neue Erkenntnisse aus der Gehirnforschung berichten.

So forscht die Neurowissenschaftlerin Heleen Slagter z.B. zu den Fragen:
Was ist die Beziehung zwischen Aufmerksamkeit und Bewusstsein?
Können kognitive Fähigkeiten durch Training verbessert werden?

In einer Studie gelang es ihr mit einer Gruppe von 17 Personen, nach einem 3-monatigen, intensiven Meditationstraining, acht bis zehn Stunden pro Tag, im Vergleich mit einer Gruppe von 23 Gelegenheitsmeditierenden, mit Hilfe eines EEG nachzuweisen, dass sich die Wahrnehmung verbessert hatte.

Ich persönlich finde das eine wunderbare Erkenntnis. Lässt doch die Meditation zu, sich selbst auf den Weg zu einer besseren Wahrnehmung und Bewusstwerdung zu machen, ohne jegliche Apparate. Wie alles im Leben gibt es natürlich auch einen Wermutstropfen. Leider führt nur konsequente Übung und Anwendung zum Ziel.

Also, liebe Leserinnen und Leser, sucht euch eine unterstützende Gruppe oder einen Lehrer, die und der euch auf dem Weg begleitet. Bekanntlich ist in Gemeinschaft mehr zu erreichen als allein auf sich gestellt. Außer ihr habt einen absolut starken Willen und ein großes Maß an Disziplin.

Dann auf gutes Gelingen! Und erlaubt mir anzukündigen, dass es in meinem Studio ab kommenden Herbst eine solche Gruppe geben wird. Genaues werde ich noch mitteilen.

Selbstliebe

Spiegelbild

Persönlichkeit und Selbstliebe hat häufig mit moralischen Werten, Glaubensmustern „wie die Dinge sein sollten“ und tief sitzenden Suggestionen, die wir von Eltern, Lehrern oder der Gesellschaft aufgenommen haben, zu tun. Diese Werte sitzen oft sehr tief, sodass schnell ein innerer Widerstand entsteht, wenn wir uns ihnen nähern.

Dem Thema Selbstliebe sollten wir uns sehr, sehr vorsichtig aber offen annähern und vor allem unserem Unterbewusstsein genug Raum geben, um sich langsam und mit wirklicher Überzeugung von alten Mustern zu lösen.

Auch wenn wir im christlichen Glauben erzogen worden sind, denken wir eigentlich nicht über den Inhalt des Gebotes „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ nach. Bedeutet das nicht, dass ich mich erst selbst lieben lernen muss, um auch meinen Nächsten zu lieben?

Im Elternhaus, in der Schule und in der Gesellschaft lernen wir, wie man sich anderen gegenüber verhalten sollte. Immer wieder wird uns gesagt, dass wir anderen respektvoll, tolerant, wertschätzend, liebevoll, aufmerksam, geduldig oder höflich gegenübertreten sollen.

Aber wer lehrt uns, wie wir mit uns selbst umgehen sollten?
Werden wir ermahnt, einmal etwas höflicher zu uns selbst zu sein?
Werden wir darauf aufmerksam gemacht, etwas toleranter gegenüber uns selbst zu sein?

Sich selbst zu lieben klingt für viele irgendwie ungut, nach Narzissmus, nach Egoismus, nach Schmuddel-Ecke. Auch nach unsozial und rücksichtslos.

Aber Selbstliebe ist sehr wichtig!

Selbstliebe bedeutet, sich selbst die gleiche Aufmerksamkeit und Wertschätzung zuzugestehen wie einem Freund, einem Familienmitglied oder einem anderen Menschen, den man gerne hat.

Sollten wir nicht unser eigener bester Freund sein?
Ein Freund, der uns fördert, der uns unsere Stärken aufzeigt, der uns lobt, wenn wir etwas geleistet haben?
Ein Freund, der uns tröstet, der uns motiviert, der uns auch mal verzeiht, wenn wir etwas falsch gemacht haben und uns Mut macht?
Ein Freund, der uns so annimmt, wie wir sind, der uns dabei helfen möchte, glücklich zu werden und das zu erreichen, was wir zu erreichen wünschen?

Lernen Sie sich selbst zu lieben. Hören Sie in sich hinein, welche Gedanken Ihnen beim Lesen des Textes in den Sinn gekommen sind.

Sie werden sehen wie schön und angenehm es ist, wenn man sich selbst ein Freund ist.

2 x 5 Tipps: was Sie tun, was Sie vermeiden sollten gegen Gedächtnislücken (nicht nur) im Alter

Gedächtinslücke

Jeder kennt folgende oder ähnliche Situationen:
Sie gehen mit einem Ziel in einen anderen Raum, dort angekommen, haben Sie vergessen, was Sie machen wollten.
Oder:
Als Sie nach Hause kamen, klingelte das Telefon. Nach dem Gespräch können Sie sich partout nicht mehr daran erinnern, wo Sie Ihren Autoschlüssel abgelegt haben.

Wenn Sie jung sind, dann lachen Sie wahrscheinlich darüber. Haben Sie eventuell die 60er- oder gar die 70er-Marke überschritten, machen Ihnen diese Vorkommnisse ein bisschen Angst: Lässt mein Gedächtnis mich nun im Stich?

Schon allein der Gedanke, dass Ihr Alter etwas mit Ihrem Gedächtnis zu tun hat, kann dazu führen, dass in Ihrem Gehirn diese Aussage als Glaubenssatz verankert wird und in Zukunft jedes weitere Handeln negativ beeinflusst.

Schauen Sie besser darauf, wie es mit Ihrer Aufmerksamkeit in diesem Moment bestellt war. Sobald es an Aufmerksamkeit fehlt, fehlt Ihrem Gedächtnis der Anreiz aktiv zu werden. Worauf sich die Aufmerksamkeit richtet, da wird auch die Erinnerung abgespeichert.

Im langen Berufsleben oder als verantwortliche Mutter haben die meisten gelernt Ihre Pflicht zu erfüllen und der Spaß und die Freude blieb dabei häufig auf der Strecke.

Wie unsere Kinder lernen und erinnern wir uns viel besser, wenn wir mit Neugier und Begeisterung auf den Alltag zugehen.

Die meisten Erinnerungslücken sind in Wahrheit Wahrnehmungslücken wegen mangelnder Aufmerksamkeit.

5 Tipps für ihr Gedächtnis:

  1. Sind sie bei allen Tätigkeiten des täglichen Lebens von ganzem Herzen bei der Sache.
  2. Lernen Sie mit Begeisterung etwas Neues, eine Sprache, ein Musikinstrument oder belegen Sie Vorträge und Kurse zu Themen, die Sie interessieren, z.B. bei der Volkshochschule oder im Seniorenstudium.
  3. Sagen Sie sich immer wieder, dass Sie selbst dafür sorgen können, dass Ihr Erinnerungsvermögen intakt bleibt.
  4. Frischen Sie alte Erinnerungen wieder auf. Überlegen Sie mal, wann und wie das mit dem ersten Kuss war, wie Sie Ihr erstes selbstverdientes Geld angelegt haben, wohin der erste Urlaub ging, etc. Geben Sie Ihrem Gedächtnis Zeit, wenn ihnen Dinge nicht sofort einfallen. Alle Erinnerungen sind mit anderen Dingen, Menschen, Gefühlen verknüpft. Überlegen Sie, was Ihnen zu Ihrer Erinnerung spontan in den Sinn kommt und lassen Sie Ihr Gehirn dann die richtige Schublade finden. Wie in jedem großen Archiv, kann das dauern.
  5. Greifen Sie immer weniger auf Erinnerungszettel oder Einkaufslisten zurück. Holen Sie die notwendige Information aktiv aus Ihrem Gedächtnis.

5 Tipps was Sie meiden sollten:

  1. Hüten Sie sich vor Stress.
  2. Schlafen Sie ausreichend.
  3. Vermeiden Sie Multitasking. Das können noch nicht einmal Computer, auch die arbeiten nacheinander ab.
  4. Sorgen Sie für Regelmäßigkeit. Sich wiederholende Abläufe erleichtern dem Gehirn die Arbeit.
  5. Verzichten Sie auf geistige Überreizung.

Ganz wichtig:
Wenn Sie die Erwartung hegen, dass Ihnen Dinge wieder einfallen und Gedächtnislücken sich mit Geduld und Zeit wieder füllen, dann geschieht das auch fast immer.

Glück = Zeit haben

Wann haben Sie das letzte Mal Zeit verschenkt? Schon etwas länger her? Gut, verschenken kann man nur, was man hat und verschwenderisch damit umgehen, nur dann wenn man genug davon hat.

Wenn ich keine Zeit habe, dann lebe ich eher in der Zukunft als jetzt. Dann habe ich Ziele, die ich erreichen möchte, davor steht aber noch viel Schweiß. Oder anders betrachtet, vor lauter Arbeit sehe ich nicht, dass das Schöne im Leben an mir vorbeizieht und wahrscheinlich in dieser Form auch nicht wiederkommen wird.

Für den erfolgreichen, engagierten Manager oder Managerin mit effektivem Zeitmanagement werden die Kinder- und Jugendjahre ihrer Kinder unwiderbringlich vorbeiziehen ohne an ihnen wirklich teilgehabt zu haben.

Sie kennen sicher auch Sprüche wie „Wenn ich erst mal in Rente bin, dann werde ich anfangen zu genießen“, Wenn ich den nächsten Schritt auf der Karriereleiter erklommen habe, gönne ich mir eine lange Reise“, „Wenn ich…“.

Alle die Aussagen deuten darauf hin, dass ich heute keine Zeit habe zu genießen, mich auszuruhen, mir eine Freude zu machen.

Eine Zen-Weisheit sagt: Wenn du es eilig hast, gehe einen Umweg.

Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Eile, Schnelligkeit, keine Zeit haben uns die schönen Dinge des Lebens nicht sehen lassen.

In Therapien für Burnout-Erkrankte oder Depressive hat die Weisheit schon Anwendung gefunden. So werden Spaziergänge durchgeführt, in denen für eine kurze Wegstrecke eine halbe Stunde Zeit gegeben wird. Sinn der Übung ist, das vermeintlich Unscheinbare am Wegesrand wahrzunehmen und ihm Aufmerksamkeit zu schenken. Da kann man auf einmal erkennen, dass ein Gänseblümchen nicht dem anderem gleicht, sondern alle unterschiedlich sind.

Aufmerksamkeit für unsere Umwelt und unsere Mitmenschen kann uns sehr viel Freude und stilles Glück bringen.

Verschenken Sie doch mal wieder Zeit und Aufmerksamkeit, miteinander sprechen, berühren, in den Arm nehmen, gemeinsam Musik hören, gemeinsam schweigen, ohne Dank, Belohnung oder Bestätigung zu erwarten.

Sie werden dafür ein wenig Glück geschenkt bekommen.