Ruhe in FRIEDEN

Heute, am 22.12.2016, jährt sich der Todestag meiner Mutter zum ersten Mal. Zeit über die Vergänglichkeit und dem darin ruhenden Frieden nachzudenken.

Wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen, werden sich unweigerlich Fragen stellen.

Wer bin ich? Warum bin ich hier? Worin liegt der Ursprung meines Lebens? Wann und wie wird mein Leben enden? Was bedeutet der Tod für mich? Geht mein Leben nach dem Tod noch weiter?

In unserer modernen Gesellschaft versuchen wir den Tod zu verdrängen und sehen im Sterben nichts als Vernichtung und Verlust. Daraus folgt, dass die meisten Menschen den Tod entweder vollständig leugnen oder in Angst vor ihm leben.

Angst vor dem Tod und Ignoranz gegenüber dem Leben danach sind aber die Ursache für viele Zerstörungen, auch unserer Umwelt. Das führt in unserer modernen Welt dazu, dass junge Leute in jedem erdenklichen Fach hochgebildet sind, aber keine Ahnung über den Sinn des Lebens haben oder ihn in irgendeiner Lehranstalt erhalten.

Vielleicht haben wir Angst vor dem Tod, weil wir nicht wissen, wer wir wirklich sind. Wir glauben zwar an eine persönliche, einzigartige und unabhängige Identität. Untersuchen wir diese Identität, dann finden wir heraus, dass sie abhängig ist von einer endlosen Reihe von Dingen: von unserem Namen, unserer Biographie, vom Partner, Familie, Heim, Beruf, Freunden, Kreditkarten, Konten… Wenn uns all das genommen würde, wüssten wir dann noch, wer wir wirklich sind?

Ohne die vertrauten Requisiten sind wir nur noch wir selbst, eine Person, die wir nicht kennen, ein Fremdling, mit dem wir zwar die ganze Zeit zusammenleben, dem wir aber nicht gewagt haben zu begegnen. Oder warum haben wir sonst jede freie Minute mit ablenkenden Aktivitäten gefüllt, die sicher stellen sollten, dass wir niemals mit uns allein sind?

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Das ist eine wichtige Frage, die durch kein Wissen belegt oder nachvollziehbar ist. Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten, stehen dieser Frage viel offener gegenüber und ihr Leben verändert sich oft gravierend.

Menschen, die an ein Weiterleben glauben, übernehmen Verantwortung in ihrem Leben, und folgen einer persönlichen Ethik. Menschen, die nicht daran glauben, verschwenden kaum einen Gedanken an die Konsequenzen ihres Tuns.

Wenn wir glauben, dass mit unserem Tod alles ein Ende hat, dann sind wir geneigt alles in dieses eine Leben zu investieren. Wir hängen uns an Vergängliches, Materielles, Äußeres.

Wenn wir hingegen annehmen, dass der Tod nur ein Übergang ist, dann können wir über unseren begrenzten Horizont hinaus an die Zukunft denken. Wir hängen nicht egoistisch an unserer Lebenszeit sondern denken an unsere Umwelt, an unsere Mitmenschen, an spätere Generationen wie unsere Kinder, Enkelkinder usw. Wir interessieren uns an den Gesamtzusammenhang in unserer Welt, unserem Universum.

Was hat der Mensch für Gewinn von aller seiner Mühe,
die er hat unter der Sonne?
Prediger 1:3

Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht;
und siehe,
es war alles eitel und Haschen nach dem Wind.
Prediger 1:14

In zwei Tagen feiern wir Christen die Geburt unseres Herrn Jesus Christus. Wir nennen das Weihnachtsfest das Fest der Liebe und Jesus Friedensfürst.

Dann glauben wir auch daran, was Jesus sagte:

Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe;
und wer da lebet und glaubet an mich,
der wird nimmermehr sterben.
Glaubst du das?
Johannes, 11:25,26

Glauben Sie das?

Dann haben Sie Ihren persönlichen Frieden schon gefunden, fühlen sich mit Ihren Mitmenschen und der ganzen Welt verbunden. Dann können Sie in Frieden ruhen.

Vorhang auf – für das Theater des Lebens

Vorhang„Wer bin ich und wenn ja, wie viele“
Wer kennt ihn nicht den großen Publikumserfolg von Richard David Precht.

In der Tat ist es so, dass wir im Leben viele Rollen besetzen. Schon als Kind sind wir nicht nur Kind sondern Schwester, Bruder, Nichte, Neffe, Kindergartenkind, Schulkind, Sportler, Musiker und vieles mehr.

Im Laufe des Lebens wird die Rollenverteilung nicht weniger sondern eher mehr.

Mit einigen Rollen können wir uns gut anfreunden, mit anderen nicht. Einige leben wir mit Hingabe und kosten sie voll aus, andere wiederum sind uns lästig und wir erfüllen sie nur mit Abscheu und Pflicht, versuchen sie so bald als möglich loszuwerden.

Manchmal sind wir nur Requisiteur oder Bühnenbildner für unsere Rollen, ein anderes Mal vielleicht sogar Drehbuchautor und Regisseur.

„Wie das?“ höre ich Sie gerade fragen.

Dann werde ich Ihnen ein paar Beispiele geben.

Nehmen wir einmal an, Sie sind eine Frau Anfang 40, die eine mittlere Führungsposition in einem großen, internationalen Unternehmen einnimmt. Sie betrachten nun diese eine Rolle und zwar als wären Sie der Zuschauer. Also nehmen Sie Platz in der ersten Reihe Parkett. Der Vorhang ist noch geschlossen und Sie warten gespannt auf das Bühnenbild, die Inszenierung und die schauspielerische Darbietung.

Bevor der Vorhang sich hebt sind schon ganz viele Dinge abgelaufen. Das Bühnenbild z.B. als Besprechungszimmer wurde bereits aufgebaut. Die Requisiten sind alle bereit gestellt, z.B. ein Flipchart mit Filzstiften, ein Beamer, ein Laserpointer und natürlich Kaffee, Kaltgetränke und Kekse.

Die Maskenbildner haben ebenfalls ihre Arbeit getan. Die „Managerin“ trägt einen grauen Hosenanzug, ist dezent geschminkt, ihre Haare sind korrekt zu einem Knoten aufgesteckt, unter ihrem Arm trägt sie einen Laptop mit entsprechenden Powerpoint-Dateien.

Nun öffnet sich der Vorhang und unsere Managerin betritt die Bühne. Gleich darauf kommen nacheinander die anderen Besprechungsteilnehmer auf die Bühne und nehmen ihren Platz ein.

Das Drehbuch hat entschieden, dass es sich bei den weiteren Besprechungs-teilnehmern um die Mitarbeiter der Managerin handelt. Es wird eine Statusbesprechung… Hier wird es einfach zu langweilig.

Szenenwechsel

Die nächste Szene findet zu Hause bei der Managerin statt. Sie steht in der Küche vorm Herd, trägt ausgewaschene Jeans und einen schlabberigen Pullover. Sie schneidet Paprika und Zwiebeln, hört ihrer Tochter gleichzeitig die Vokabeln ab und macht Notizen, was sie morgen einkaufen muss.

Szenenwechsel

Unsere Hauptdarstellerin trifft gerade Vorbereitungen für das Zubettgehen. Ihr Mann liegt schon im großen Doppelbett und wartet auf sie. Sie betritt die Bühne in einem sexy Negligé, in dem viel zu sehen ist, aber noch genügend der Fantasie überlassen wird. Mit gekonntem Hüftschwung nähert sie sich lasziv ihrem Partner, beugt sich über ihn…

Schnitt

Hier haben wir viele Rollen unserer Protagonistin kennen gelernt.
Die Managerin, die Chefin, die Hausfrau, die Mutter, die Köchin, die Lehrerin, die Partnerin und die Geliebte.

Denken Sie einmal nach wie viele Rollen Sie im Leben tatsächlich ausfüllen.
Sie werden erstaunt sein, „wer Sie sind und wie viele“.