Weihnachtsspaziergang

Als Kind und auch noch viel später habe ich Spaziergänge in der Adventszeit geliebt. Ich habe gern in andere Fenster geschaut, wie diese im weihnachtlichen Glanz erstrahlten. Manchmal sah man Kinder an einem Tisch sitzen, die noch etwas für Weihnachten bastelten. Ich konnte mir dann vorstellen, wie heimelig und friedlich es darin gerade war. (Na, hoffentlich).

Bis vor einigen Jahren habe ich auch noch die S-Bahn-Fahrt durch die verschiedenen Ortschaften genossen.

Heute ist alles ein bisschen anders. Entweder ist die Beleuchtung total übertrieben und es löst kein inneres Wohlbefinden in mir aus oder die Fenster sind von Jalousien wohl bewacht.

Deswegen möchte ich heute mit dem Gedicht von Joseph von Eichendorff dieses Gefühl in uns noch einmal erwecken.

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh’ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus in’s freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schneees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

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