Wo sind die Frauen?

Letzten Sonntag hatten wir Wahlen. Auf den ersten Blick ist es mir nicht so aufgefallen, weil oft Frauen in Diskussionen ihre Partei vertreten haben. Aber beim Vorstellen der Ergebnisse fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Wo sind die Frauen im Parlament?

Der Anteil weiblicher Abgeordneter im Bundestag 2017 beträgt nur noch 30,7 %, obwohl der Anteil der Frauen in Deutschland bei ein bisschen über 51% liegt.

Auf die Parteien herunter gebrochen sieht es noch viel schlimmer aus, auch wenn es positive Beispiele gibt.

Die Parteinamen habe ich absichtlich entfernt. Es soll keine Werbung sein, sondern ein Stein des Nachdenkens.

Und weiter zum Nachdenken:
Im europäischen Vergleich steht Deutschland nicht gut da: In Schweden beträgt der Anteil von Frauen im Parlament 43,6 %, in Spanien 39,1 % und in Frankreich 38,8 %.

In meiner Gemeinde sitzen von 22 Gemeinderatsmitgliedern sage und schreibe 5 Frauen (22,7 %).

Wo sind also die Frauen, die unser Wohl mitbestimmen?

O.k., ich dachte gleich an die vielen Frauen, die ich kenne, die in einem Ehrenamt arbeiten. Ein Blick auf die Statistik verhagelt mir aber auch hier den positiven Ausblick: 45,7 % der Männer und nur 41,5 % der Frauen arbeiten in einem Ehrenamt.

Ich könnte mich jetzt ja noch herausreden, die meisten Männer im Ehrenamt sind wahrscheinlich im Fußballtraining zu finden. Das wäre aber mehr als gemein. Es gibt da ja auch ganz sinnvolle Einsätze z.B. bei der freiwilligen Feuerwehr und beim Katastrophenschutz. (Übrigens bei der Flüchtlingshilfe scheinen die Frauen doch aktiver zu sein.)

Da trete ich doch mal lieber meinen Mit-Frauen auf die Füße.

Wo bleibt ihr denn, nachdem ihr als Elternbeirätin in Kita und Schule abdankt?

Wir dürfen uns doch nicht wundern, wenn unsere Anliegen nicht mit Konsequenz verfolgt werden. Da können wir nach Gleichstellungsgesetzen schreien, wenn wir diese aber den Männern überlassen, haben wir sozusagen den Bock zum Gärtner gemacht.

Auch wenn die Wahlen gerade wieder vorbei sind, rufe ich ganz besonders an meine jüngeren Mit-Frauen:

Mischt euch ein, mischt mit, mischt auf!

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