Emanzipation im Alter wichtig für das Wohlbefinden

Tatsache ist, dass viele Frauen im höheren Alter allein leben.

Gründe dafür sind offensichtlich:

Die Scheidungsrate von langjährigen Ehen jenseits der Silberhochzeit oder sogar der Goldenen und Diamanten steigt in den letzten Jahren immer mehr an.

Frauen verlassen ihre Männer, weil sie in der verbleibenden Zeit noch etwas „Schönes“ erleben wollen. Bei Männern ist eher eine jüngere Partnerin im Spiel, weil man sich noch einmal beweisen will.

Die Erkenntnis kommt oft dann, wenn der Partner oder beide in Rente gehen. Man erkennt, dass der eine oder auch beide wie Singles nebeneinander her gelebt haben. Bestenfalls haben die gemeinsamen Kinder einen Halt gegeben und natürlich die Eltern die nötige moralische Stütze.

So rückt die Trennung oft erst dann in den Blickwinkel, wenn die Kinder ihr eigenes Leben leben und die Eltern verstorben sind. Die Kinder können dabei sogar Vorbild sein, man trennt sich heutzutage schneller und geht neue Verbindungen ein. Eltern sind als moralische Instanz nicht mehr vorhanden, man muss nicht mehr die „gute“ Tochter sein. Trennung ist gesellschaftlich nicht mehr geächtet, man muss sich also nicht mehr schämen.

Ja und die Lebenserwartung der Männer ist nun mal geringer, als die der Frauen.

Die Ergebnisse einer Studie des Helmholtz Zentrum München und der  Technischen Universität München sollten uns allerdings aufhorchen lassen.

Das Altern an sich ist nicht zwangsläufig mit einem Rückgang der Lebensfreude und Lebensqualität verbunden. Während schlechte Gesundheit kaum Einfluss auf das Wohlbefinden hat, erhöht das Alleinleben bei Frauen signifikant die Wahrscheinlichkeit für ein niedriges Wohlbefinden.

Mädels, was ist mit uns los?

Brauchen wir wirklich jemanden, um den wir uns aufopfernd kümmern können, selbst bei liebloser Behandlung?

Dann frage ich mich allerdings, warum ist es nicht die eigene Person, um die ihr euch kümmert?

Vielleicht ist es schwer allein zu sein, wenn man es nicht gewohnt ist. Vielleicht ist es schwer allein aus dem Haus zu gehen, wenn man sonst immer eine Begleitung hatte (hattet Ihr die wirklich?). Vielleicht ist es schwer, eigene Entscheidungen zu treffen und zu ihnen zu stehen, auch wenn sie mal falsch waren.

Aber bedenkt, das Leben ist voll von schönen Dingen. Für den Einen ist es ein Konzert, für einen Anderen eine Ausstellung, Kaffee trinken, Essen gehen, einfach träumen,…

Ich bin davon überzeugt, dass jedem von uns etwas Gutes einfallen wird, wenn wir uns nur den Raum und die Zeit geben darüber nachzudenken.

Emanzipiert euch!
Macht mal was Verrücktes!
Es ist nie zu spät!

Ein Gedanke zu “Emanzipation im Alter wichtig für das Wohlbefinden

  1. Es ist nie zu früh, sich auch alleine einmal genug zu sein. Im Büro habe ich es oft erlebt, das Ehen oder Partnerschaften auseinandergingen und dann nur noch Katzenjammer überwiegte. Sofort wurde wieder was Neues gesucht, man glaubt es nicht, auch gefunden. Leider hielt das auch nicht lange. Mein Rat war, ersteinmal das alte Dilemma verdauen und dann mal sehen, ob man einen neuen Partner findet, mit dem man alt werden kann und will. Ich habe immer wieder den verzweifelten Kommentar: „Ich kann nicht alleine sein“ bekommen. Aber wie allein kann man auch zu zweit sein! Selbst in einer Menschenmenge kann man sehr, sehr einsam sein. Ich kann nur jedem wünschen, mal darüber nachzudenken und auch das Alleinsein auszuprobieren. Einfach mal stundenweise anfangen, es muß ja nicht für immer sein. Es kommt ein Tag, da wird man vielleicht ohne eine Wahl zu haben, alleine sein. Ich habe schon als Kind meine Freiräume gebraucht, um meine Geschichten auszuformulieren und so weiter und so fort. Wenn ich Gesellschaft brauchte, hatte ich immer eine liebevolle Familie und last but not least meine Freundinnen und Freunde.

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