Kann Hypnose Schmerzen wegzaubern?

Wenn wir uns den großen Zeh angestoßen haben, fühlen wir, nach einer Schrecksekunde, den Schmerz im großen Zeh pochen. Wir glauben fest daran, dass der Schmerz genau dort stattfindet, wo er entstanden ist.

Doch das stimmt so gar nicht, es wird uns nur vorgegaukelt.

„Schmerz ist eine Konstruktion des Gehirns, er entsteht erst im Gehirn“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Miltner nach Forschungsergebnissen an der Universität Jena. Damit ist Schmerz „in erster Linie ein psychologisches und kein rein neuro-physiologisches Ereignis“.

Im Gehirn wird Schmerz als Erfahrung gespeichert und wieder abgerufen – oder auch nicht, wie Jenaer Versuche unter Hypnose oder Ablenkung gezeigt haben. An der „Erfahrung Schmerz“, so der Psychologe Prof. Dr. Miltner, sind ca. 20 Strukturen im Gehirn beteiligt, die gemeinsam in bestimmter Weise zusammenarbeiten müssen.

Wie kam man in Jena zu diesen Erkenntnissen.

Bei 120 Probanden wurde ein Hitzereiz auf die Hand ausgelöst. Schmerzen werden dabei ganz subjektiv erfahren. Ihre Wahrnehmung und Einschätzung hängt vor allem von den Probanden selbst und ihrer augenblicklichen Situation ab. Die Reaktionen auf physikalisch absolut identische Impulse waren schon im wachen Zustand unterschiedlich.

Die Jenaer Psychologen experimentierten mit Hypnose und der so genannten Aufmerksamkeitsablenkung. Das ist ein Trick, den schon Mütter anwenden, wenn sie die Wunde am Knie ihres Kindes liebevoll „bepusten“ und ein Lolli als Schmerzpflaster verabreicht wird. Oder wie meine Großmutter sagte: Wenn ich zum Tanze geh, tut mir mein Bein nicht weh.

Die Aufmerksamkeitsablenkung führte dazu, dass Schmerzreize weniger intensiv wahrgenommen, aber unter Hypnose zu einem großen Teil überhaupt nicht mehr registriert wurden.

In einer weiteren Versuchsanordnung gingen die Wissenschaftler dem Phänomen mit der Elektroenzephalographie (EEG) weiter auf den Grund. Bis zu 128 Elektroden, über den gesamten Kopf verteilt, zeichneten die neuronalen Aktivitäten im Gehirn bei der Schmerzverarbeitung auf.

Bereits nach 150 bis 260 Millisekunden löst der externe Reiz starke Gehirnaktivitäten aus. Die Stärke des Ausschlags wurde allein von der subjektiven Schmerzverarbeitung bestimmt.

Hypnose und Aufmerksamkeitsablenkung lösen im Gehirn komplett andere Verarbeitungswege aus.

Die Aufmerksamkeitsablenkung irritiert bereits die Informationsvorverarbeitung im Hirnstamm, so dass nur ein geringer Teil der Information das Gehirn erreicht.

Bei Hypnose jedoch gelangt die volle Information zur Gehirnrinde. Dort wird ihre weitere Verarbeitung blockiert. Das EEG zeigte, dass in den verantwortlichen Hirnregionen hohe neuronale Aktivitäten herrschen, die Schmerzreize aber keine Alarmreaktion auslösen.

Warum das so ist, haben die Jenaer Psychologen noch nicht bis ins letzte Detail ergründet. Sie vermuten aber, dass Hypnose – genauso wie eine Anästhesie mit Narkosemitteln – die gehirninterne Kommunikation stört oder sogar unterbindet.

Weitere Forschung an der Uni Jena:
http://www.biopsy.uni-jena.de/joomla/index.php/deu/forschung/hypnose

PS ein kleiner Hinweis:
Ich biete ausschließlich nicht-medizinische Hypnose-Anwendungen an.

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