March for Science 2018

In der Zeit der „alternativen Fakten“, „Verschwörungstheorien“ und der „postfaktischen Ära“ entstand im Jahr 2017 die erste internationale Großdemonstration „March for Science“ oder „Marsch für die Wissenschaft“. Ziel war es, auf die zunehmende Einschränkung der Wissenschaft weltweit hinzuweisen, wie beispielsweise in den USA, der Türkei oder Ungarn, und auf die Bedeutung der Wissenschaft für die Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Auslöser der Bewegung waren wissenschaftsfeindliche Äußerungen und Maßnahmen der Regierung Donald Trumps. Trump hatte unter anderem die globale Erwärmung als Schwindel bezeichnet.

In Deutschland richten sich die Motive allgemein gegen Populismus und „postfaktisches Denken“ sowie für mehr wissenschaftliche Evidenz in Debatten und bei politischen Entscheidungen.

Am 14.April 2018 wird der Marsch fortgesetzt. Der Schwerpunkt liegt auf der Wissenschaftskommunikation. Sie soll die Verbindung zwischen Wissenschaft und den verschiedenen Handlungsfeldern herstellen und die Basis für das gegenseitige Verständnis schaffen.

Die Handlungsfelder in Deutschland sind

  • Wissenschaft und Gesellschaft
    Was an Forschung fasziniert und begeistert, welche Menschen dahinter stecken und was sie Tag für Tag machen, steht im Fokus dieses Handlungsfeldes. Forscher/innen sollen versuchen der wissenschaftsinteressierten Öffentlichkeit, den Weg zu ihren Erkenntnissen und deren Sinn zu kommunizieren. So tragen sie zu einem positiven Bild der Wissenschaft in der Gesellschaft bei und zeigen, dass sie den Menschen (durch deren Steuergelder sie ja nach wie vor großenteils finanziert werden) auch etwas zurückgeben.
  • Wissenschaft und Bildung
    Wer verstanden hat, wie der wissenschaftliche Erkenntnisprozess funktioniert, und Sachkenntnis und kritisches Denken verbindet, läuft weniger leicht Gefahr, auf politisch motivierte Desinformation und Lügen hereinzufallen.
  • Wissenschaft und Politik
    Entscheidungen sollten auf der Grundlage der besten verfügbaren Informationen gefällt werden, sprich, auf Grundlage wissenschaftlicher Evidenz und Argumentation. Politische Entscheidungsträger/innen müssen die Fähigkeit und die Bereitschaft mitbringen, diese zu verstehen.

Die übergeordneten Werte der Wissenschaft sind:

  • Wahrheit
    Wissenschaft strebt nach Wahrheit. Diese ist naturgemäß in einer sich ständig ändernden Welt und mit unseren stets begrenzten Mitteln unerreichbar; dennoch versucht die Wissenschaft, sich ihr mit nachvollziehbaren Methoden bestmöglich anzunähern. Das unterscheidet wissenschaftliche Erkenntnisse von Meinungen.
  • Freiheit
    Freiheit ist die Voraussetzung dafür, dass Wissenschaft ergebnisoffen arbeiten kann. Was die Freiheit der Wissenschaft einschränkt, beschränkt folglich auch die Aussagekraft und Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Wissenschaft sollte im Einklang mit den oben skizzierten Werten frei und ergebnisoffen nach Wahrheit streben können. Es gibt Faktoren, die diese Freiheit einschränken. Die wichtige Kommunikation mit der Öffentlichkeit wird nicht honoriert.

Wissenschaftler verschwenden ihre ohnehin knappe Zeit neben wichtigen Veröffentlichungen für das Einholen von externen Geldern für weitere Forschung. Die Abhängigkeit von externer Finanzierung und Lobbyismus behindert Kreativität und Innovation und lässt das beforschen, was bezahlt wird. Das kann die Ergebnisse eklatant beeinflussen: „Wer zahlt, schafft an.“ Diese Rahmenbedingungen des Wissenschaftssystems sind mit den Werten der Freiheit und der Wahrheit nur bedingt vereinbar.

Die Forderung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist es, dass sie frei nach Wahrheit streben können und dass es honoriert wird, wenn sie Verantwortung für unsere demokratische Gesellschaft übernehmen, deren Teil sie sind.

 Quelle: https://marchforscience.de/

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