Warum uns positiv denken so schwer fällt

sonne-und-wolkenOptimisten sehen die Sonne,
Pessimisten die grauen Wolken und fürchten sich vor dem Gewitter.

Optimisten leben länger!

Ob das so ist? Ich weiß es nicht, obwohl Statistiken darauf hindeuten. Ich bin mir nur sicher, dass Optimisten besser leben, zufriedener mit sich und der Umwelt.

Leider fällt es uns schwer optimistische Gedanken in uns aufkeimen zu lassen. Wen wundert das, werden wir doch von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, nein, sogar von Minute zu Minute mit negativen Nachrichten überhäuft. Nachrichten, die darauf ausgerichtet sind in uns ein Gefühl hervorzurufen wie ein Krimi im Kino. Eigentlich sollten wir froh sein, dass es uns besser geht, dass wir nicht mitten in einer solchen negativen Nachricht sitzen, sondern sie nur von Fern beobachten müssen.

Doch die Reaktion unseres Gehirns ist gleich, vielleicht etwas abgeschwächt, als wären wir selbst betroffen. Dieser Adrenalin-Kick macht uns mit der Zeit süchtig.

Nur es bleibt nicht allein bei dem leichten Erschauern, etwas bleibt zurück. Die Angst, es könnte uns auch passieren…

Was Angst mit uns macht, wissen wir bereits. Sie macht, dass wir auf Flucht oder Kampf umstellen. Adrenalin schießt zusätzlich durch unseren Körper bereitet die Muskeln vor, damit wir sofort körperlich reagieren können. Das „Denken“ wird ausgeschaltet, weil es die Flucht oder den Kampf nur stören würde.

Politiker und Extremisten, ja sogar Religionen bedienen sich dieses Wissens. Sie wollen, dass wir Angst empfinden, damit sie uns ihren Schutz anbieten können. Ob dieser Schutz wirklich uns dient oder doch eher dem, der die Angst in uns auslöst, sei einmal dahin gestellt.

Auf jeden Fall sind wir auf diesem Wege gut manipulierbar. Denken nicht erwünscht!

Mental-Trainer gehen genau einen anderen Weg. Sie lassen uns erleben, wie wunderbar es wäre, wenn wir eine Situation meistern würden. In unseren Gedanken malen wir uns aus, wie wunderbar es sich anfühlen würde, z.B. als Sportler auf dem Siegertreppchen ganz oben zu stehen oder den Job zu bekommen, der uns Freude machen würde, die Karriere zu machen, die uns vorschwebt.

Kein Leistungssportler kommt heute mehr ohne seinen Mental-Trainer aus. Viele Manager lassen sich von einem Coach begleiten. Die großen Mental-Trainer beschwören die Macht der Gedanken.

Positive Gedanken machen uns für Stress unempfindlicher. Wer sein Leben überwiegend positiv sieht, kann besser Denken und hat bessere Lösungen parat. Das Leben ist reicher an schönen Erlebnissen, weil man in der Lage ist, die negativen besser zu verarbeiten und ihnen nicht eine übermäßige Bedeutung zumisst.

Wenn ein Fußballtrainer vor einem Spiel seine Mannschaft noch einmal auf das gemeinsame Spiel einschwört, fallen sicher auch mal die Worte: WIR SCHAFFEN DAS. Vielleicht steht davor noch ein „GEMEINSAM“.

Warum glauben wir aber im täglichen Leben lieber den Miesmachern, den Beschwörern von Horror-Szenarien, denen die uns sagen: Wir schaffen das NICHT? Was läuft da so schief in unseren Gedanken?

Physiologisch gesehen, ist es weniger anstrengend die Flucht zu ergreifen, zum Kampf brauchen wir zusätzlich Wut und Zorn im Bauch, z.B. durch vermeintlich ungerechte Behandlung. Negatives Denken findet ziemlich unbewusst statt. Es ist einfach da.

Positives Denken erfordert jedoch einen großen persönlichen Einsatz. Zunächst muss man genau hinschauen, was positiv zu deuten ist. Man muss seinen Grips anstrengen und nachdenken. Man muss in sich hinein hören, ob es sich um eine positive Regung handelt, die wir nicht so selbstverständlich wahrnehmen wie eine negative. Positives Denken muss ständig geschult werden, um nicht wieder in die einfachere Variante abzustürzen.

Mein Vater hätte  wohl Wilhelm Busch dazu zitiert, wobei „Tugend“ dann durch „positiv Denken“ ersetzt werden müsste. Vielleicht ist positiv Denken sogar eine Tugend.

„So ist‘s in alter Zeit gewesen, so ist es, fürcht‘ ich, auch noch heut.
Wer nicht besonders auserlesen, dem macht die Tugend Schwierigkeit.

Aufsteigend musst du dich bemühen, doch ohne Mühe sinkest du.
Der liebe Gott muss immer ziehen, dem Teufel fällt‘s von selber zu.“

Ich bin stolz auf mein erstes Buch „Entdecke deinen inneren Helfer“

innerer-helfer-startHeute, den 12.09.2016, erscheint mein erstes Buch im Handel „Entdecke deinen inneren Helfer“.

Wer hat nicht schon einmal geseufzt: „Ich wäre ja gern gelassener, selbstbewusster, mutiger, charismatischer … nur wie?“

Wo Denken und Wollen allein nicht weiterhelfen, kann das Unterbewusste oft wahre Wunder wirken.

Ich zeige Ihnen mit Übungen, Tipps und geführten Bewusstseinsreisen einen Weg wie Sie Ihre verborgene Kraft aktivieren und für sich nutzen können.

Ich denke, es ist für jeden etwas dabei.

Ob es um Entspannung und Blockadelösung, um Motivation und Leistungssteigerung, um Persönlichkeit und Charisma, um Berufsleben und Sport, um Lebensglück und Spiritualität geht, mit den hypnotischen Reisen zu sich selbst lassen sich die meisten alltäglichen und auch nicht alltäglichen Probleme lösen.

Zur Einstimmung können Sie sich eine Leseprobe und Hörprobe ansehen und anhören.

Noch ein paar persönliche Worte:
Ich habe das Buch geschrieben, wie meine Mutter fortschreitend dement und nach einem Sturz an ihr Bett und den Rollstuhl gefesselt war. Auch, wenn sie nicht mehr viel vom täglichen Leben mitbekommen hat, so hat sie aufmerksam aufgehorcht, wie ich ihr von dem Buch erzählte. Sie schaute mich an und sagte: „DAS werde ich auf jeden Fall lesen.“ Leider ist ihr das nicht mehr vergönnt gewesen. Doch werde ich mich immer daran erinnern.

Ich hoffe, dass Sie genauso aufmerksam aufhorchen und Interesse an diesem Buch finden werden!

 

Ich bin dann mal weg

Ja, ich mach mal frei und habe mir für die nächsten Wochen vorgenommen:

In die Wolken schauen!

Ferien Wolken

Am See liegen!

Ferien See

Vögel betrachten!

Ferien Vögel

Insekten bestaunen!

Ferien Insekt

Klavier spielen!

Ferien Klavier

Mit meiner Vicki und Schwesterchen Mimi spazieren gehen, kuscheln und alles das tun, was ein Hundeherz begehrt!
Einen Sommerschnitt haben beide schon bekommen. Hier zu bestaunen:

Vicki!

Fereien Vicki

Mimi!

Fereien Mimi

So, und nun: nur kein Neid!
Ich komme wieder!

Wünsche euch einen schönen Sommer mit viel Sonne und Freude am Leben!

 

Leben ist Veränderung

Zuversicht

Wenn man erst etwas erreicht hat, dann will man gern daran festhalten und möglichst noch einen weiteren Erfolg oben drauf setzen.

Diese Art Veränderung lieben wir. Aber wehe, wenn es in die andere Richtung geht.

Halten wir uns vor Augen: Leben ohne Veränderung gibt es nicht. Der Körper, mit dem wir abends ins Bett gehen, hat sich am Morgen schon verändert. Zellen sind abgestorben und neue dafür entstanden.

Ob wir eine Veränderung positiv bewerten oder sie als Bedrohung wahrnehmen, liegt ganz allein an uns. Ich gebe ja zu, dass manche Veränderung Angst machen kann. Wir wissen nicht, was auf uns zu kommt, wir wissen nicht wie wir reagieren sollen. Wir haben schlicht keine Erfahrung damit.

„Der Weise hat keine unumstößlichen Grundsätze – er vermag es, sich Menschen und Gegebenheiten anzupassen.“ sagt ein Spruch aus dem altem China.

Wenn wir ausschließlich an Altem festhalten würden, käme unser Leben zum Stillstand, wir hätten keinen Fortschritt. Neues zu zulassen, bedeutet aber auch, die vermeintliche Sicherheit zu verlassen und sich auf unsicheres Terrain zu begeben.

Heute diskutieren alle den „Brexit“. Die einen meinen, dass sei ihre Rettung, die anderen weinen den Errungenschaften der Gemeinschaft nach. Ich persönlich glaube, dass ein solcher Entscheid kaum rational getroffen wird. Dahinter verbergen sich Ängste, vielleicht aus Unwissenheit oder gerade, weil man vermeintlich „mehr“ weiß, aber auch Hoffnungen, durch einen Neustart etwas besser machen zu können. Ängste und Hoffnungen sind nun mal reine Gefühle und wir Menschen, obwohl wir es nicht gern zugeben, entscheiden meist emotional, wohin der Weg gehen soll.

Wechseln wir unsere Position und betrachten eine Situation von dem neuen Blickwinkel aus, sehen wir neben den Schwierigkeiten auch die Möglichkeiten.

Und wie meine weise Oma Luise sagte:

Nach Regen folgt auch Sonnenschein!

Geh aus mein Herz und suche Freud…

Sommerwiese

„Die Natur ist ein sehr gutes Beruhigungsmittel“ sagte Anton Tschechow und jeder von uns hat das sicher schon einmal so empfunden.

Lässt man den Alltag hinter sich und besucht Wald, Wiesen, Felder und Seen und alles, was darin grünt, blüht und wächst, sein Zuhause hat, kann man erstaunlicher Weise viel schneller entspannen als an irgendeinem anderen Ort.

Das junge Grün hat eine besondere Wirkung auf uns. In der Farbtherapie steht die Farbe Grün für Wachstum, Heilung und Harmonie. Sie wirkt nervenberuhigend, Blutdruck regulierend, stärkt das Immunsystem, vermindert Angst und Zorn.

Das Rauschen der Blätter beruhigt uns und das Zwitschern der Vögel stimuliert unsere Lebensfreude.

Ich beobachte zu gern die kleinen Bewohner von Wald oder Garten. Da sind die Ameisen, die auf ihren Straßen Nahrung für ihr Volk transportieren. Die Hummeln, die unter großem Gesumme von Blüte zu Blüte fliegen. Manchmal muss ich sie einfach ein bisschen ärgern, in dem ich sie in einer Lippenblüte ein klein wenig gefangen halte. Wenn ich dann loslasse, schießen sie mit einem unwilligen Brummen rückwärts aus der Blüte. Ich weiß, das ist nicht nett und wenn ich als Kind doch einmal dabei gestochen wurde, sagte mein Vater immer, geschieht dir recht!

Die fleißigen Vogeleltern suchen überall nach Fressbarem für ihre Nestlinge. Verborgen im Moos sind wunderschöne Sternchenblüten zu erkennen.

Ja Herz, was willst du mehr!

Genießt die Natur im eigenen Garten, im Wald, am See. Nehmt alle die kleinen Wunder in euch auf. Dann habt ihr wieder Kraft für den Alltag.

Vielleicht könnt ihr vor Freude jubilieren und stimmt mit den Vögeln ein Lied an. Eines meiner Favoriten als Kind war:

Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.

Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide;
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide.

Paul Gerhardt 1653

Trauer, Melancholie, Depression

dark clouds

Manchmal ist man für düstere Stimmungen empfänglicher, gerade wenn die Nachrichten viele Schreckensmeldungen für uns bereit haben oder das Wetter grau in grau ist. Trauer und Melancholie gehören zum Leben wie Freude und gute Laune. Wenn man aber nicht mehr aus solch einem Stimmungstief herauskommt, wenn sich eine Depression entwickelt, dann braucht man Hilfe.

Selbst aus Trauer und melancholischer Gemütslage kann sich nicht jeder selbst befreien, weil die Gefühle keine adäquate Reaktion zulassen oder man schlicht keine Strategie dafür hat.

Aus eigener Erfahrung möchte ich über Traurigkeit und Melancholie, die wir aus eigener Kraft besiegen können, berichten.

Am 1. Juni jährte sich der Tag, dass ich meiner Mutti das letzte Mal die Schuhe angezogen, mit ihr gemeinsam auf den Bus zu ihrer Tagespflege gewartet und ihr nachgeschaut habe, wie sie zum Bus ging. Vor einem Jahr ist sie gestürzt, hat sich einen Oberschenkelhals gebrochen und kam nicht mehr nach Hause. Auch wenn nun schon fünf Monate vergangen sind, dass sie nicht mehr auf dieser Welt ist, so fühle ich bei solchen Anlässen Traurigkeit aufsteigen.

Was ist Trauer eigentlich?

Erleiden wir einen Verlust hat das auf unsere Gemütsverfassung fast immer gleiche oder ähnliche Auswirkungen: Das Interesse an Vergnügungen schwindet, unsere Aufmerksamkeit beschäftigt sich mit dem Verlust und schwächt unsere Energie für das tägliche Leben. Trauer zwingt uns zu einer besinnlichen Abkehr vom Alltag und versetzt uns in einen außergewöhnlichen psychischen Zustand, in dem wir darüber grübeln, was dieser Verlust für uns bedeutet.

Nach einer angemessenen Zeit, die für jeden individuell zu bemessen ist, sollte die Abkehr vom Alltag und der psychische Sonderzustand umschlagen in Aktivität mit neuen Plänen, in wieder Zuwendung zu Geselligkeit und Freude.

Trauer ist sinnvoll, um Abschied zu nehmen, die neue Situation zu überdenken.

Melancholische Stimmungen zu einem Verlust dürfen meines Erachtens auch zu bestimmten Anlässen wieder auftauchen. Erinnerungen werden sich mit der Zeit aber wandeln, von Traurigkeit in positive Erinnerungen. Wenn ich heute an meine Mutter zurückdenke, dann sind es Anlässe, die Erinnerungen an sie wecken: schöne, lustige und manchmal auch die, die ich „Ach-Mutti“ nenne. Ich denke an sie, wenn ich ihre Lieblingsspeise zubereite, wenn ich eine von ihr besonders geliebte Blume sehe oder erinnere mich, wie sie mit ihrem Gehstock in ein Blumenbeet pikste und dazu sagte, „da musst du aber mal das Unkraut zupfen“. Ich erinnere mich mit einem inneren Lächeln.

Wenn die Phase der Traurigkeit, der Zurückgezogenheit aber nicht enden will, sondern sich in allgemeine Freudlosigkeit, Entsetzen, Angst, Konzentrationsmangel, Schlafstörung oder gar Verwirrtheit äußert, dann ist die Grenze zur Krankheit überschritten.

Wer keinen Neuanfang sieht oder für möglich hält, wer seine Verzweiflung, seinen Schmerz mit nichts mindern kann sondern ins Unerträgliche steigen sieht, wer glaubt Ausscheiden aus dem Leben sei der einzige Ausweg, der leidet an einer tiefen Depression. Da können nur erfahrene Therapeuten, Medikamente und vielleicht ein Krankenhausaufenthalt helfen.

Ich bin ein Mensch, der sich lieber zurückzieht, für  sich bleibt und wie ein waidwundes Tier seine Wunden im Verborgenen leckt. Diese Zeit des Rückzug brauche ich, um mir den Verlust klar zu machen und über Strategien nachzudenken, wie ich ohne ihn klarkommen werde. Erst dann verspüre ich wieder den Drang mich unter andere Menschen zu mischen. Wenn es allerdings jemand wagt, in meinen Rückzugsort einzudringen, reagiere ich eher erleichtert darüber und teile mich auch gern mit, nehme ich Anteilsbekundungen gern entgegen.

Den meisten Menschen hilft es aber, sich unter Leute zu begeben. Geht mit Freunden essen, besucht Sport- oder Musikveranstaltungen, geht ins Kino. Macht alles, was euch ablenkt, zusammen mit Freunden oder der Familie. Das hilft gut, wenn die Aktivitäten tatsächlich von der Trauer ablenken, man die gedrückte Stimmung eine Zeit lang vergessen kann. Wenn man die Anlässe allerdings nur dazu nutzt, über die Trauer zu reden, immer wieder durchzukauen, dann kann es leider auch die trübe Phase verlängern.

Sport oder jegliche andere körperliche Betätigung kann auch helfen. Wenn mein Herz mal wieder „aus dem Takt“ zu kommen droht, gehe ich in den Garten oder putze mein Zuhause. Danach geht es mir immer besser.

Und vor allen Dingen schaut nach vorn. Der Blick zurück ist nicht verboten, aber hütet euch, immer wieder über neue Aspekte und Sorgen nachzugrübeln. Glaubt mir, die Vergangenheit lässt sich nicht ändern. Es ist besser sie anzunehmen und die Zukunft neu zu gestalten.

Vor allen Dingen, holt euch Hilfe, wenn das schwarze Loch nicht kleiner wird.

Ein Geschenk für dich

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„Die wahre Lebensweisheit besteht darin,
im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.“
Pearl S. Buck

Dieses Wunderbare finden wir alle am Wegesrand, während eines Gespräches, beim Blick aus dem Fenster, beim Spaziergang, beim Autofahren, beim Zähneputzen, beim Wäsche bügeln, beim Putzen, beim Rasen mähen, …
kurz zusammengefasst, bei allem, was wir tun.

Das Problem ist nur, in der Hektik unseres Alltages erkennen wir die kleinen  Wunder nicht mehr. Wir sehen nicht die vielen Geschenke, die uns gemacht werden. Wir hasten daran vorbei. Doch wie schön könnte das Leben sein, wenn wir all die kleinen alltäglichen Wunder wieder wahrnehmen könnten.

Heute möchte ich Ihnen ein kleines Geschenk machen.
Lassen Sie sich nur darauf ein.

Egal, was Sie gerade tun, halten Sie kurz an. Schließen Sie die Augen und nehmen einen tiefen Atemzug und atmen langsam wieder aus, am besten durch den Mund. Wenn Sie Ihre Augen wieder öffnen, dann schauen Sie sich um, nach unten, nach oben, nach rechts oder links.

Vielleicht sehen Sie beim nächsten Spaziergang ein kleines weißes Gänseblümchen mit rotem Rand im Gras, eine besonders geformte Wolke am Himmel, einen Vogel beim Gefieder putzen, einen prächtigen Baum. Betrachten Sie, was Sie sehen für einen kurzen Moment genauer. Es werden Ihnen Details und Besonderheiten auffallen, die Sie bisher nicht wahrgenommen haben.

Wenn Sie die kleine Übung in Ihren Alltag integrieren, werden Sie feststellen, welche Freude es macht, Dinge zu sehen, die Sie bisher übersehen haben. Sich am Kleinen zu erfreuen, bringt Schwung und Freude in Ihr Leben. Und bald sehen Sie all die kleinen Wunder als Ihre Geschenke.

Essen macht glücklich und zufrieden

Essen

Essen ist eine elementare Tätigkeit, ohne sie können wir nicht überleben. Aus Studien (M. Csikszentmihalyi) wissen wir, dass essen eine hohe Motivation und ein starkes Glücksgefühl auslösen. Essen zubereiten kann zusätzlich den sogenannten „Flow“, also einen Moment der vollen Konzentration und Hingabe, hervorrufen.

Beim Zubereiten und Essen werden alle unsere Sinne angeregt. Wir können die Struktur der einzelnen Bestandteile ertasten. Wir hören z.B., dass Spargelstangen aneinander gerieben quietschen oder Salat knackt. Wir riechen die ätherischen Öle von Kräutern, den gebackenen Kuchen oder die geröstete Zwiebel. Wir schmecken die Gesamtkomposition einer Sauce oder die darin enthaltenen Zutaten. Unsere Augen erfreuen sich an einem liebevoll gedeckten Tisch mit seinem Geschirr, Gläsern, Besteck, der Tischdecke und vielleicht einer Kerze und einer Blumendekoration.

Haben wir Freunde und Verwandte eingeladen, wird essen zum gesellschaftlichen Ereignis.

Da macht es mich traurig, wenn ich die moderne Gesellschaft und ihre Essensgewohnheiten betrachte. Gegessen wird ganz offensichtlich eher im Stehen und Gehen. Das Essen wird nicht zu Hause zubereitet sondern am Imbissstand gekauft, wie auch der „Coffee to go“.

Selbst Freunde und Verwandte werden nicht selbst bewirtet sondern zu Feiern in ein Restaurant eingeladen.

Und was ich immer wieder höre: für einen Single kochen? Ach, nein, das lohnt sich doch nicht.

Ich frage mich immer:

  • Warum gibt es im TV unzählige Kochsendungen, wenn niemand mehr kocht?
  • Warum haben die Rezepte in den einschlägigen Zeitungen so viele Zutaten in kleinsten Mengen? Was mache ich mit dem Rest?
  • Warum lohnt es sich nicht für sich allein zu kochen und den Tisch ansprechend zu decken?
  • Warum haben wir für alles Zeit, nur nicht zum Kochen und Essen?

Ich habe schon als Studentin für mich allein und von Zeit zu Zeit für meine Freunde gekocht. Jede Woche habe ich mir einen Blumenstrauß gekauft, der auch auf meinem kleinen Tisch Platz hatte. Nur kurze Zeit habe ich eine Kantine aufgesucht, um festzustellen, dass der Geschmack leidet und der Magen nicht begeistert war.

Wenn ich nach einem anstrengenden Tag mich in die Küche begebe und anfange zu schälen, zu schnipseln und zu brutzeln, dann merke ich wie der Stress des Tages langsam an mir abperlt. Dann freue ich mich auf das Ergebnis und auf den Genuss. Wenn ich mich hinsetze und esse, weiß ich, dass es ein Glück ist, dass ich das alles tun darf.

Es ist keine Selbstverständlichkeit auf dieser Welt. Viele Menschen haben nichts oder nicht ausreichend zu essen, haben keine Ruhe ihr Essen zu sich zu nehmen. Wenn wir uns das alles klar machen, sollten wir Essen und die Zubereitung wertschätzen. Wir sind wirklich privilegiert.

Und noch eins, ob allein oder mit anderen:

Ich bin es mir wert!

Kann Meditation unsere Wahrnehmung verändern?

Meditation

Wo unsere Aufmerksamkeit ist, ist unser Leben, unsere Energie.

Solche Sätze lese ich immer wieder, wenn es um Meditation, Steuerung der Aufmerksamkeit geht. Ist das wirklich so? Erweitern wir damit unser Bewusstsein? Müssen wir uns dabei auf asiatischen Philosophien und Methoden verlassen wie Yoga, Taichi, Qigong, Zen?

Wie ist es, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf einen kleinen Ausschnitt des Ganzen fokussieren. Nehmen wir einmal an, wir betrachten bei unserem Gegenüber nur die Hände, weil wir sie als besonders schön empfinden. Wissen Sie dann nach einer gewissen Zeitspanne, welche Farbe die Augen des Betrachteten haben, oder ob er, einen traurigen oder verschmitzten Gesichtsausdruck hatte, welche Körperhaltung? Wenn wir uns auf ein Detail fokussieren, nehmen wir auch nur dieses wahr. Unser Unterbewusstsein kann aber viel mehr.

Betrachten Sie einen anderen Menschen im Ganzen, sozusagen unfokussiert, wissen Sie anschließend viel mehr über ihn. Unsere Wahrnehmung ist weit geöffnet.

Nun müssten wir nur noch lernen, diese weite Wahrnehmung auch abrufbar zu gestalten.

Falls Sie noch Ressentiments gegen Meditation hegen, möchte ich Ihnen an dieser Stelle über ein paar neue Erkenntnisse aus der Gehirnforschung berichten.

So forscht die Neurowissenschaftlerin Heleen Slagter z.B. zu den Fragen:
Was ist die Beziehung zwischen Aufmerksamkeit und Bewusstsein?
Können kognitive Fähigkeiten durch Training verbessert werden?

In einer Studie gelang es ihr mit einer Gruppe von 17 Personen, nach einem 3-monatigen, intensiven Meditationstraining, acht bis zehn Stunden pro Tag, im Vergleich mit einer Gruppe von 23 Gelegenheitsmeditierenden, mit Hilfe eines EEG nachzuweisen, dass sich die Wahrnehmung verbessert hatte.

Ich persönlich finde das eine wunderbare Erkenntnis. Lässt doch die Meditation zu, sich selbst auf den Weg zu einer besseren Wahrnehmung und Bewusstwerdung zu machen, ohne jegliche Apparate. Wie alles im Leben gibt es natürlich auch einen Wermutstropfen. Leider führt nur konsequente Übung und Anwendung zum Ziel.

Also, liebe Leserinnen und Leser, sucht euch eine unterstützende Gruppe oder einen Lehrer, die und der euch auf dem Weg begleitet. Bekanntlich ist in Gemeinschaft mehr zu erreichen als allein auf sich gestellt. Außer ihr habt einen absolut starken Willen und ein großes Maß an Disziplin.

Dann auf gutes Gelingen! Und erlaubt mir anzukündigen, dass es in meinem Studio ab kommenden Herbst eine solche Gruppe geben wird. Genaues werde ich noch mitteilen.