12. Dezember 2017

Das war ich nicht!!! Ganz bestimmt nicht!!!

Frauchen, du wirst doch nicht denken, dass ich das war? So große Tappsen habe ich doch gar nicht… Und Frauchen, ich habe dich ganz doll lieb!

Pst, jetzt verrate ich euch mal etwas. Mein Frauchen, die Birgitt, ist nämlich gar nicht so, wie sie manchmal tut. Also richtig geschimpft mit mir hat sie nur dann, wenn sie Angst um mich hat. Wenn ich z.B. mal wieder etwas gefressen habe, was nicht gesund für mich sein kann. Ich kann mich da an ein Ereignis erinnern. Das muss ich euch erzählen.

Es ist schon ein paar Jährchen her. Wir waren im Ayurveda-Urlaub und an einer Ecke, an der wir vorbeigegangen sind, da gab es Hühner und Kaninchen. Da sind wir immer stehen geblieben und wir waren auch ganz artig und haben nicht gebellt. Und genau an der einen Ecke, da hat es so interessant gerochen und ich habe natürlich mal darüber geleckt. Man gut, dass ich nur geleckt habe, wenn ich das Leckerli gefressen hätte, au weia. Die Menschen nennen so etwas Gift-Köder.

Was soll ich euch erzählen. In der Nacht ist es mir plötzlich schlecht gegangen und das, was eigentlich als Würstchen rauskommen sollte, kam als Suppe. Das reichte aber noch nicht, ich musste auch kotzen, was das Zeug hält. Frauchen sagte, Vicki, du kotzt dir ja deine Seele aus dem Leib. Mir ging es so schlecht, ich war so richtig zittrig.

Am Morgen beim Gassi-gehen trafen wir andere Frauchen, die ganz entsetzt waren und wütend auf diesen Grundstücksbesitzer. Sie erzählten, dass das dort öfter passiert.

Mein Frauchen hat dann aufgeregt an der Hotel-Rezeption nach einem Tierarzt gefragt und wir konnten auch gleich vorbei kommen. Da habe ich dann eine Spritze bekommen und spezielles Futter und Trinken, damit meine „Elektrolyte“ (was immer das auch ist) wieder aufgefüllt werden sollte. Und noch ein paar Tropfen. Ich habe dann alles tapfer geschluckt und gefressen, obwohl es scheußlich war und Mimis Fressi so gut roch.

Bald war ich wieder gesund. Nur Frauchen musste die Reinigung des Teppichs zahlen. Seitdem habe ich immer ein schlechtes Gewissen. Das könnt ihr doch verstehen, oder?

Dann bis morgen, Eure Vicki

11. Dezember 2017

Wie ist denn der da hingekommen???

Ich habe ja gleich gesagt, singt das Lied nicht mit „Let it snow, let it snow, let it snow“. Das kann doch nur dumm ausgehen. Seit Frauchen ihren Schneemann mit dem blödsinnigen Schild „Let it snow“ nicht mehr zu Weihnachten auf die Treppe stellt, ist es ja schon besser geworden. Aber dieses Jahr mussten Frauchen und Tantchen ja unbedingt mitsingen. Das Ergebnis seht ihr hier.

Ich hasse Schnee. Das gibt kalte Füße und Darmgrimmen. Wenigstens Tantchen hat verstanden, dass ich bei solch einem Wetter einen dicken Schal um Hals und Bauch brauche.

Wahrscheinlich hat sie sich an die Punkband ZK, übrigens ein Vorläufer von den Toten Hosen und Campino war schon dabei, erinnert. Die haben gesungen: „Zieht euch warm an, denn die Kälte greift den Darm an“.

Den Campino, den hat unser Opi übrigens sehr geliebt. Da waren Frauchen und Tantchen ganz schön sprachlos, dass Opi die Toten Hosen und vor allem Campino kannte. Opi war zwar alt, aber ganz schön „IN“. Da kann sich so mancher eine Scheibe von abschneiden.

Na gut, nun hilft es nicht mehr viel zu lamentieren. Der Schnee ist da. Aber wenn ich richtig gehört habe, setzt bald wieder der Föhn ein und dann, du kleiner Wicht, du Möchte-gern-Schneemann, dann wird dir der Garaus gemacht. Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Bis morgen, Eure Mimi

10. Dezember 2017 – 2. Advent

Bin ich froh, dass ich ein Mädchen bin.

Frauchen hat mir vor kurzem vorgelesen, dass Jungen im Schnitt immer noch 4,8 Jahre kürzer leben, als wir Mädchen.

Wenn man die ungleiche Lebenserwartung von Mädchen und Jungen bezogen auf ein Jahr darstellen würde, dann  hieße das, dass wir Mädchen erst zu Silvester Ade sagen, Jungen hingegen bereits am 10. Dezember.

Deswegen wird der 10. Dezember auch der „Tag der ungleichen Lebenserwartung“ genannt.

Das soll aufrütteln, dass nun endlich was für die Männergesundheit getan werden muss, in Politik und Gesellschaft. Betriebliche Gesundheitsvorsorge und gesellschaftlichen Tabu-Themen wie Depressionen bei Männern (ein Junge weint nicht, ein Indianer kennt keinen Schmerz) muss stärker in den Vordergrund rücken.

Tatsächlich sind die Gründe für das frühere Ableben von Männern auch ein riskanterer Lebensstil (Männer üben häufiger gefährliche oder auch ungesunde Berufe aus und haben mehr tödliche Arbeitsunfälle), eine höhere Rate an chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck, eine höhere Herzinfarktrate, eine höhere Selbstmordrate (ca. 3:1 im Vergleich zu Frauen, vielleicht durch Depressionen), eine höhere Sterblichkeit durch Verkehrsunfälle oder Drogen (sie ist bei Männern im Alter zwischen 16 und 24 Jahren dreimal höher als bei Frauen) und eine höhere Rate an HIV-Infektionen (82% der Betroffenen sind Männer).

Also, Mädchen haben es ja schon nicht so leicht im Leben, aber die Jungen …

Da müssen wir doch helfen. Auch, wenn ich manchmal neidisch bin, dass die auf drei Beinen ihr Geschäftchen erledigen und mit ihrer Markierung viel höher kommen.  (Das ist wohl auch nur Übung. Mimi kann das nämlich auch. Sie hatte nur Brüder.) Aber, wenn ich das mit einem kürzeren Leben bezahlen müsste, dann hocke ich mich doch lieber hin.

Habt einen schönen 2. Adventssonntag.

Bis morgen, Eure Vicki

9. Dezember 2017

Wenn ich es mir genau überlege, scheinen die Menschen gar nicht zu wissen, was Weihnachten bedeutet.

Im Radio höre ich nur Gerede über Geschenke kaufen. Die Werbung ist voll von tollen Geschenkideen. Zeitungen und Internet laufen über mit Sonderangeboten und Werbung von Dingen, die kein Hund, pardon Mensch, braucht.

Mal ehrlich, braucht der Papa noch einen weiteren Bohrer mit innovativer Technik, noch ein Steckschlüsselset oder eine Wasserwaage (wo es die Bierflasche doch auch täte)? Oder das neueste High-Tech-Rennrad?

Oder braucht Mutti wirklich, die neueste Küchenmaschine, die kocht, bäckt, schnipselt und abwäscht? Oder das Beauty-Set mit absolut Hollywood-getesteten neuen Vitalstoffen? Nicht zu vergessen, das wunderschön blinkende Schmuckstück für Hals, Ohren, Arm und Finger.

Und die Kinder, brauchen die tatsächlich neue Klamotten und Spiele? Wenn alles im Schrank mal umsortiert wird, denken die sowieso alles ist neu.

Also, bei uns Hunden ist das ganz einfach. Uns reichen ein kuscheliges Plätzchen in der Nähe von Frauchen und ein leckeres Fressi, angereichert mit Fraulis Krauli-Wauli. Dann geben wir die Liebe mit einem tiefen, schmachtenden Hundeblick zurück. Vielleicht auch noch ein bisschen Lecken …  Wir finden das wunderschön, nur Frauchen sagt manchmal: Nun reicht’s.

Na, denkt mal drüber nach, ob ihr den Sinn der Weihnacht nicht auch ohne Geschenke finden könntet.

Bis morgen, Eure Mimi

8. Dezember 2017

Die Höflichkeit zwischen den Mensch lässt zu wünschen übrig. Schaut mal hin, wie das da so abläuft.

Täglich kann man in allen öffentlichen Verkehrsmitteln beobachten wie die zivilisierten Menschen sich aufführen:

Ein freier Platz – baff, hingesetzt. Oder ein Platz mit einer Tasche belegt, wen schert´s – bleibt halt der Mitmensch stehen.

Nicht so bei uns Hunden. Mimi stellt sich vor das Körbchen, schaut mir ganz tief in die Augen und zirpt mir freundlich ins Ohr.

Noch werde ich nicht reagieren. Mal sehen, was sie sonst noch drauf hat. Jetzt wird Mimi etwas deutlicher, kratzt mit dem Pfötchen am Körbchenrand.

Ich reagiere noch immer nicht. Unsere Kommunikation folgt nun mal einer festen Choreografie.

Mimi sagt nun laut und deutlich, was sie möchte – Wuff, wuff. Dann geht sie.

Nun erhebe ich mich würdevoll und mit Anstand aus dem Körbchen und gehe auf eine andere Liegestelle.

Das ist das Signal für Mimi: „Husch, husch ins Körbchen“.

Wie ihr seht:
Höfliches Anfragen führt zum Ziel.

Liebe Menschen,
probiert es doch auch einmal aus. Ihr werdet sehen es funktioniert und alles flutscht viel besser. Halt wie geschmiert. Denn Höflichkeit ist die beste Schmiere für das Zusammenleben.

Bis morgen, Eure Vicki

7. Dezember 2017

Oh, oh, ich hätte von den Nikolaus-Leckerlis nicht so viel fressen sollen.

Aber Frauchen und Tante Birgitt haben gestern so viel von den wunderbaren Weihnachtsplätzchen ihrer Kinderzeit geschwärmt, dass ich gar nicht bemerkt habe, wie mein Magen immer voller wurde. Vicki verträgt einfach mehr als ich. Obwohl, die liegt heute auch ein bisschen still in der Körbchen-Ecke.

Die Erinnerungen von den Beiden haben mir das Wasser im Mäulchen zusammen laufen lassen.

Von unserer Omi liebten sie am meisten das Spritzgebäck, Frauchen die Kokosmakronen und Tante Birgitt die Mürbeteigplätzchen, wenn sie ein ganz klein wenig angebrannt waren.

Tante Lisa, die Schwester von Opi, machte immer wunderbare Zuckerplätzchen und Spritzgebäck mit Schoko-Enden.

So richtig ins Schwärmen kam Birgitt bei dem Heidesand von Tante Ilse, die Schwester von Omi.

Die beiden erzählten von ihren bunten Tellern, die sie am Nikolaus-Tag bekamen. Die waren gefüllt mit Äpfeln, Apfelsinen, Walnüssen, Haselnüssen, Paranüssen, russisch Brot, Spekulatius, einer Tafel Schokolade und einem Marzipanbrot.

Alles durften sie allein vernaschen. Nur die Schokolade und das Marzipanbrot wurden immer unter Mutter, Vater, Oma und Schwestern aufgeteilt.

Dabei muss Birgitt, wie Vicki, immer alles ziemlich schnell aufgegessen haben und dann hat sie sehnsüchtig den Teller ihrer großen Schwester angeschaut. Anders als meine große Schwester Vicki hat mein Frauchen aber ihrer kleinen Schwester immer noch was abgegeben. Da käme Vicki im Traum nicht drauf!

Na ja, aber sonst ist sie auch eine gute große Schwester.

Bis morgen, Eure Mimi

Weil unsere Frauchen das Gedicht von Theodor Storm so lieben, wollen wir es euch nicht vorenthalten. Vielleicht schwelgt ihr dann auch in schönen Erinnerungen. (Auch wenn der Inhalt heutzutage zum Teil tatsächlich strafbar ist.)

Knecht Ruprecht
von Theodor Storm

Ruprecht:

Habt guten Abend, alt und jung,
Bin allen wohl bekannt genug.

Von drauss‘ vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor;
Und wie ich so strolcht‘ durch den finstern Tann,
Da rief’s mich mit heller Stimme an:

»Knecht Ruprecht«, rief es, »alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt‘ und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!
So geh denn rasch von Haus zu Haus,
Such mir die guten Kinder aus,
Damit ich ihrer mag gedenken,
Mit schönen Sachen sie mag beschenken.«

Ich sprach: »O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo’s eitel gute Kinder hat.«
– »Hast denn das Säcklein auch bei dir?«
Ich sprach: »Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Essen fromme Kinder gern.«
– »Hast denn die Rute auch bei dir?«
Ich sprach: »Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten.«
Christkindlein sprach: »So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!«

Von drauss‘ vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s hierinnen find!
Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind?

Vater:
Die Kinder sind wohl alle gut,
Haben nur mitunter was trotzigen Mut.

Ruprecht:
Ei, ei, für trotzgen Kindermut
Ist meine lange Rute gut!
Heißt es bei euch denn nicht mitunter:
Nieder den Kopf und die Hosen herunter?

Vater:
Wie einer sündigt, so wird er gestraft;
Die Kinder sind schon alle brav.

Ruprecht:
Stecken sie die Nas auch tüchtig ins Buch,
Lesen und schreiben und rechnen genug?

Vater:
Sie lernen mit ihrer kleinen Kraft,
Wir hoffen zu Gott, dass es endlich schafft.

Ruprecht:
Beten sie denn nach altem Brauch
Im Bett ihr Abendsprüchlein auch?

Vater:
Neulich hört ich im Kämmerlein
Eine kleine Stimme sprechen allein;
Und als ich an die Tür getreten,
Für alle Lieben hört ich sie beten.

Ruprecht:
So nehmet denn Christkindleins Gruß,
Kuchen und Äpfel, Äpfel und Nuss;
Probiert einmal von seinen Gaben,
Morgen sollt ihr was Besseres haben.
Dann kommt mit seinem Kerzenschein
Christkindlein selber zu euch herein.
Heut hält es noch am Himmel Wacht;
Nun schlafet sanft, habt gute Nacht.

6. Dezember 2017 – Nikolaustag

Wir, Vicki und Mimi, haben beschlossen, unsere Frauchen zum Nikolaustag zu überraschen.

Wir sind uns nur noch nicht einig darüber, womit wir unsere Frauchen erfreuen können.

Vicki ist dafür ein paar von unseren Leckerlis in die Schuhe zu legen (die Stiefel sind ein bisschen zu hoch für uns). Typisch Vicki, die denkt nur ans Fressen. Gut, die Leckerlis sind im Moment auch besonders verführerisch: getrocknete Hühnerbrust mit Bananenchips, mhmm.

Mimi meint, dass wir den Boden sauber machen könnten, indem wir alles ablecken, was besonders in der Küche Spaß macht. Da fällt doch ab und zu etwas runter oder beim Braten verspritzt ein bisschen Öl. Allerdings schimpft Mimi’s Frauchen dabei immer. Vielleicht mag sie das nicht?

Wir könnten aber auch Birgitt vom abendlichen Frisieren mal frei geben. Das würde uns beiden außerordentlich gefallen. Leider ziept es dann übermorgen Abend umso mehr. Also, doch keine wirklich gute Idee.

Wir könnten auch mal für unsere Frauchen aufräumen. Z.B. alles, was am Boden liegt unter das Körbchen schieben. Das würde sicher eine große Freude!  … und ein großes Gesuche und Gezetere!

Mensch, ist das schwierig, eine Freude zu bereiten!

Uns würde ja auch ein gemeinsames Kuscheln auf dem Sofa Freude bereiten …

Was sagst du, Mimi? Ich glaube, das ist die Lösung. Wenn wir uns hingebungsvoll an unsere Frauchen kuscheln, strahlen ihre Augen mit einem besonderen Glanz. Dann dauert es nie lange und eine warme Hand krault uns an all den Stellen, an die wir so schlecht rankommen. Einfach herrlich!

Ja, das ist die Lösung, die uns allen ein freudiges, zufriedenes Nikolausgeschenk macht. Der Eigennutz fällt doch gar nicht auf, oder???

Schaut unbedingt in eure Stiefel. Vielleicht ist da auch so etwas Wunderschönes drin.

Bis morgen, Eure Vicki

5. Dezember 2017

Das habt ihr vielleicht schon mitbekommen, ich hasse Katzen. Vicki steht ihnen zwar nicht freundschaftlich gegenüber, aber so abgrundtief wie ich sie verfolgen würde, wenn ich nur dürfte, wie ich wollte, so schlimm ist sie nicht.

Aber mal ganz ehrlich alle Haustiere müssen doch auch im Haus gehalten werden. Sonst hießen sie doch nicht Haustiere. Selbst die Nutztiere (was für ein schreckliches Wort, gibt es eigentlich auch Nutzmenschen) müssen eingezäunt gehalten werden. Vielleicht die Kühe auf der Alm nicht. Die können dann auch mal ihren Unmut gegen vagabundierende Menschen so richtig gemein ablassen.

Aber könnt ihr euch noch an die vor dem Schlachthof entlaufene Kuh Yvonne im Jahr 2011 erinnern? Was war das für ein Bohai um diese Kuh, die kein Recht hatte so einfach in der Freiheit rumzulaufen. Man bezeichnete sie als Gefahr. Gefahr für den Autoverkehr, wenn so ein Vieh vor’s Auto läuft, das gibt einen großen Fettfleck. Man wollte sie sogar abschießen.

Die Haltung von Nutztieren ist sehr streng geregelt und durch das Seuchengesetz reglementiert. Da muss im Falle einer drohenden Infektionsgefahr, z.B. Geflügel im Stall gehalten werden und die Umzäunung von Schweineausläufen den Kontakt zu Wildschweinen unmöglich machen, usw.

Hunde kann man einen Leinenzwang verordnen, den ich ehrlich gesagt bevorzugen würde. Denn denkt mal, wenn da so ein wild gewordener Bello uns kleine Yorkies bedroht. Da haben wir, obwohl auch zur Gattung Hund gehörend, keine Chance uns zu wehren. Ganz besonders wichtig fände ich es, dass man kleine und größere Kinder so vor Hundeangriffen schützen würde. Es gibt nämlich nicht nur Hunde, die „spielen“ möchten. Wie unter den Menschen auch, gibt es auch unter Hunden einfach hundsgemeine ind bissige.

Nun zu meinem persönlichen Anliegen. Mein Frauchen und ich  sind nämlich schon mal von einer wildgewordenen Katze angefallen worden. Die meisten Menschen glauben, dass Katzen keine Gefahr für sie sind. Über mich redet da gar keiner. Unsere katzenhaltende Nachbarin sagt sogar, Katzen haben auch ein Recht auf Leben. Na klar, dass streitet doch keiner ab. Nach der Katzenattacke hatte ich sage und schreibe 11 Kratzwunden, auf zweieinhalb Kilo Lebendgewicht. Mein Frauchen sah um die Hände und Arme aus, als sei sie in eine Häckselmaschine geraten. Der Schock saß bei uns beiden gaaaaanz tief. Und Tantchen Birgitt sagt dann auch noch zu meinem Frauchen, um Mimi habe ich keine Angst, die ist gegen Tollwut geimpft, aber DUUUUUU. Mann, habe ich Schiss um mein Frauchen gehabt.

Da soll ich noch nett zu Katzen sein???

Und fragt mal Birgitt, wenn sie im Garten gearbeitet und zum zigten Male in einem Katzenhaufen gestanden hat. Ihr Kommentar: da sind mir Hunde doch lieber, die bleiben wenigstens vorm Zaun. Ja und wenn nun noch die ignoranten Hundebesitzer auch die Haufen aufsammeln würden, dann wäre doch alles wieder Palletti.

Bis morgen, eure Mimi

4. Dezember 2017 – Barbaratag

Wie ihr vielleicht wisst, hat mein Frauchen Birgitt an der TU Clausthal studiert. Clausthal hat nicht nur eine herausragende Technische Universität sondern war weltbekannt für die Bergakademie und beherbergte auch das Oberbergamt. Deswegen wurde traditionell von den Studenten am 4. Dezember der Barbaratag gefeiert.

Was der Barbaratag ist, hat Frauchen schon einmal genau beschrieben. Wenn ihr wollt, könnt ihr das gern hier nachlesen.

Die heilige Barbara ist Schutzpatronin der Bergleute, weil sie selbst bei der Flucht vor ihrem Vater in einer Bergspalte Schutz fand. Zu ihren Ehren wird in den studentischen Verbindungen von Clausthal dann gehörig gefeiert. So erzählt es immer Frauchen und Mimi und ich graulen uns dann immer.

Nach einer gehörigen Portion Alkohol, (scheint nach Frauchens Erzählungen auf jeden Fall Bestandteil jeder Feier gewesen zu sein), spielten die Studenten der Stadt und ihren Einwohnern so manchen Schabernack.

Sie erzählte von Fahrrädern die oben an einem Laternenmast hingen, von Schubkarren, die wie von Geisterhand auf dem Garagendach landeten und von Gartenpforten und Autos, die bis zur Oberkante mit Schnee zugeschaufelt waren.

Am nächsten Tag war dann ein großes Hallo, um alles wieder an Ort und Stelle zu bringen und wieder frei zu schaufeln.

Haben die Studenten denn gar nichts anderes zu tun?

Aber, wenn ich mir es recht überlege, vielleicht sollte ich Mimi’s Körbchen auch mal zuschaufeln. Graben kann ich wirklich gut, das kann Frauchen bestätigen. Ich finde jede tote Maus oder Ratte unterm Schnee und grabe sie genußvoll aus.. Mir ist bloß schleierhaft, warum dann Frauchen immer so angewidert schaut.

Ob Mimi dann sauer ist? Na ja, lassen wir es am besten so wie es ist. Machen wir uns lieber eine Höhle in Frauchens Bett. Das muss genügend „Bergfest“ sein.

Dann bis morgen.

Eure Vicki

3. Dezember 2017 – 1. Advent

Ich muss euch mal etwas verraten. Pst, es braucht ja nicht jeder zu hören. Schon gar nicht Birgitt und Frauchen, und Vicki ist manchmal auch eine richtige Plaudertasche, zumindest seit sie älter wird.

Es gibt nämlich so Momente, da kann ich im Gehirn von Birgitt und Frauchen die Gedanken lesen. Echt, glaubt es nur.

Das sind solche Momente, wenn Birgitt meditiert oder ganz intensiv arbeitet. Bei Frauchen passiert es mir sehr oft, wenn sie in einem Buch versunken liest oder wenn sie so kurz vorm Einschlafen ist.

Es fühlt sich an, als säße ich direkt in den Schaltstellen ihrer Synapsen. Und ab geht die Post.

Ich sag euch, heute habe ich deutlich gesehen, wie sehr Frauchen mich liebt und wie sie es genießt, wenn ich mich ganz eng an sie rankuschele. Dann wird sie ganz ruhig und ein Glücksgefühl breitet sich um ihre Herzgegend aus. Und dann ist mir auch ganz warm ums Herz geworden.

Und Birgitt hat heute so eine Übung gemacht. Da soll man in den Spiegel schauen und sich lieb zulächeln und etwas Nettes zu sich selber sagen. Was meint ihr, ich habe genau gefühlt, wie das hilft.

Dann habe ich so bei mir gedacht, dass mache ich jetzt auch. Der einzige Spiegel, in den ich selbst reinschauen kann, steht im Schlafzimmer meines Frauchens. Na und wie ich da war, habe ich nicht mehr dran gedacht, weil ich gerade Nachbarskatze über unseren Zaun habe springen sehen. Da musste ich natürlich kräftig bellen und kreischen, wie ich es bei Katzen zu tun gewöhnt bin. Die hellen, spitzen Schreie mögen die nämlich überhaupt nicht. Dabei habe ich mich so aufgeregt, dass ich glatt vergessen habe, dass ich mich wohlwollend im Spiegel begrüßen wollte.

Na, was soll ich euch sagen. Ich geh so gedankenverloren und noch bis in die tiefsten Wurzeln erregt am Spiegel vorbei, sehe hinein … und erschrecke … „Wo kommt denn der Hund her“, schoss mir durch den Kopf und bin erst einmal aus Vorsicht einen Schritt zurückgesprungen.

Das war ganz schön peinlich. Ich hoffe, es hat keiner gesehen.

Es klappt halt nicht alles bei Hunden, was bei Menschen klappt.

Feiert einen schönen ersten Advent. Das werde ich auch gleich machen. Vielleicht fällt ein Leckerli ab.

Dann bis morgen.