Singen im Advent

Singen gehört für mich zum Advent wie … der Kartoffelsalat mit Würstchen zum Heiligen Abend …

Zu Hause haben wir alle gern gesungen. Besonders Oma Luise hat mit voller Inbrunst ihre Stimme erschallen lassen. Und beim Abwaschen haben wir, Oma, meine Schwester und ich, sogar dreistimmig gesungen. Wir haben fast einen Chor ersetzt.

Singen im Chor fand ich auch immer sehr stimmungsvoll. Wir haben in unserem Schulchor jeden Montag nach einem Adventssonntag unsere einstudierten Lieder zum Besten gegeben. Der Schulchor ist dann von Gebäude zu Gebäude gegangen und hat im Treppenhaus gesungen, das klang so wunderschön. Im Wechsel mit meiner Freundin Sieglinde durfte ich dann auch ein Solo singen. Es hat mich immer ein bisschen gewurmt, wenn Sieglinde ein längeres Lied singen durfte. Ich muss aber zugeben, dass sie wirklich eine hell und klar klingende Stimme hatte.

Ein paar ausgewählte Chormitglieder durften auch sonntags in den Kirchen der umliegenden Dörfer zum Gottesdienst singen. Da war es vollkommen unwichtig, wer welche Konfession hatte.

Das Singen im Chor habe ich geliebt und genossen. Es war etwas, was mich glücklich machte.  Und trotzdem bin ich einmal aus dem Chor geflogen. Nein, nicht komplett, nur für eine Übungsstunde. Der Grund? Ich habe mit meiner Cousine Gudrun getuschelt … Übrigens, sie musste auch mit rausgehen … Da war das miteinander reden dann ganz einfach … Trotzdem hat es mich ein wenig gekränkt …

Meine Schwester

Liebe Schwester,
wieder jährt sich dein Wiegenfest. Dazu gratuliere ich dir von ganzem Herzen. Du hast so viele schöne Erinnerung in mir hinterlassen. Eine besonders schöne ist das gemeinsame musizieren im Advent, aber nicht nur im Advent.

Als große Schwester konntest du schon so vielmehr als ich und ich war immer so neugierig. Dir verdanke ich, dass ich mich im zarten Alter von 3 Jahren an der Blockflöte versuchte. Dank deiner Geduld, (ich weiß, ich war manchmal schwierig und sehr eigen), habe ich tatsächlich schon mit 3 Jahren gelernt nach Noten zu spielen. Ich erinnere mich, am schwierigsten war es, mir zu zeigen, wie die einzelnen Noten auf der Blockflöte getrennt werden konnten. Zunächst konnte ich nur alle nacheinander leiern. Du erklärtest mir immer wieder, dass ich Note für Note pusten musste. Und irgendwann hat es geklappt.

Als ich in der 3. Klasse war, habe ich mir unerlaubter Weise deine Flöte, die hatte nämlich einen viel schöneren Klang als meine, zum Vorspielen bei einer Adventsfeier „ausgeliehen“. Leider kam ich beim Laufen ins Stolpern. Ich habe natürlich deine Flöte in die Höhe gerissen, damit ihr nichts passierte. Sie hat es auch unbeschadet überlebt. Mein rechter Schneidezahn leider nicht…

Und du warst gar nicht sauer, sondern hast meinen abgebrochenen Zahn beweint.

Beim Zahnarzt hat es auch ganz schön wehgetan, als er ihn abgeschliffen hat. Er meinte dann nur, der Zahn wächst noch (wohlgemerkt, es war kein Milchzahn) und dann sieht man das fast nicht mehr. Ja, damals hat man noch nicht so viel Wert auf Schönheit gelegt. Das fehlende Stück ist bis heute zu erkennen.

Später haben wir dann wunderschön, du auf dem Akkordeon und ich auf der Geige, musiziert. Diese Erinnerungen werden mich mein Leben lang begleiten. Und ich gehe davon aus, dass wir noch viele schöne gemeinsame Erinnerungen sammeln werden.

Alles Liebe und Gute, deine Schwester Birgitt

Kerze im Fenster

Vielleicht kann sich der eine oder andere noch an den Brauch erinnern, zur Adventszeit eine Kerze ins Fenster zu stellen.

Die Kerze sollte an die erinnern, die im Krieg vermisst oder noch nicht nach Hause gekommen waren.

In dem Ort, in dem ich aufwuchs, wurde zusätzlich ab dem 1. November bis Weihnachten ein beleuchtetes Kreuz auf dem Aussichtsturm des höchsten Berges illuminiert.  

Ich meine, dass in der Schule gesagt wurde, dass wir unseren „Brüdern und Schwestern“ in der Zone ein Zeichen damit geben sollten.

Da wir keine Brüder und Schwestern in der Ost-Zone hatten, hatte ich auch keine Vorstellung davon, warum wir ihnen ein Zeichen setzten sollten. Es war für mich etwas Sinn entleert. Aber, wenn die Lehrer das sagten, musste sich ja dahinter etwas Sinnvolles verbergen… Also, ich habe nur eine Schwester, eben meine Schwester.

Das Kreuz auf dem Bismarckturm hat in mir als Kind immer so einen gewissen Schauer hervorgerufen. Während ich mir überlegte, ob die, die noch heimkehren würden, wirklich das Licht in den Fenstern sehen würden. Und dann stellte ich mir vor, dass das Licht so wie der Stern über dem Stall in Bethlehem auf eine übernatürliche Art ihnen den Weg weisen würde.

Erst viel später habe ich erkannt, dass viele meiner Lehrer ihrem ehemaligen Zuhause nachtrauerten. Denn sie kamen aus Schlesien, Ost- und Westpreußen, Pommern, und später auch aus Rumänien, Tschechien, etc. In Niedersachsen lag 1949 die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen bei 1,8 Millionen Menschen, fast 27% der Gesamtbevölkerung.

Ich erinnere mich sehr gern an meinen Mathematik-Lehrer, der aus Ostpreußen stammte. Jedes Jahr am letzten Schultag vor dem Weihnachtsfest las er uns aus Siegfried Lenz´ Buch „So zärtlich war Suleyken“ vor. Besonders gern erinnere ich mich an den ostpreußischen Dialekt mit dem er die Geschichtchen vorlas.

Ich wünsche euch einen besinnlichen 3. Advent. Eure Birgitt

Weihnachtsspaziergang

Als Kind und auch noch viel später habe ich Spaziergänge in der Adventszeit geliebt. Ich habe gern in andere Fenster geschaut, wie diese im weihnachtlichen Glanz erstrahlten. Manchmal sah man Kinder an einem Tisch sitzen, die noch etwas für Weihnachten bastelten. Ich konnte mir dann vorstellen, wie heimelig und friedlich es darin gerade war. (Na, hoffentlich).

Bis vor einigen Jahren habe ich auch noch die S-Bahn-Fahrt durch die verschiedenen Ortschaften genossen.

Heute ist alles ein bisschen anders. Entweder ist die Beleuchtung total übertrieben und es löst kein inneres Wohlbefinden in mir aus oder die Fenster sind von Jalousien wohl bewacht.

Deswegen möchte ich heute mit dem Gedicht von Joseph von Eichendorff dieses Gefühl in uns noch einmal erwecken.

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh’ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus in’s freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schneees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

Zaunkönig

Gestern habe ich solch ein kleines Kerlchen an einer Futterstelle gesichtet. Aber auch nur, weil er auf einem Ast saß und durch seinen charakteristischen Schwanz, der steil nachoben steht, sich zu erkennen gab. Gleich darauf war er im unten liegenden Laub fast nicht mehr zu sehen.

Nach Grimms Märchen ist der kleine Wicht ein Betrüger, König durch Tricks.

Höher als der Adler konnte er nur fliegen, weil er sich in dessen Brustfedern verbarg, tiefer in  die Erde eindringen als andere Vögel, konnte er nur mit Hilfe eines Mauselochs und wenn die Eule nicht eingeschlafen wäre, wäre er im Mauseloch verhungert. Ich frage mich übrigens schon die ganze Zeit, warum mir, während ich hier schreibe, immer wieder die Autoindustrie in den Sinn kommt???

Weil er sich vor den anderen Vögeln, die er austricksen wollte, in acht nehmen muss, sucht er in Hecken und Zäunen Deckung und ruft dort sein „König bün ick! König bün ick!“. Deswegen der Spottnamen „Zaunkönig“.

Ein kleiner Angeber ist er allemal, mit seinem Gesang und seinem Gehabe. Aber ich mag den kleinen Kerl, der mich bei der Gartenarbeit oft lautstark beschimpft. Das Männchen kann mit seinem Gesang bis zu 90 Dezibel laut sein und ist auf 500 Metern zu hören.

Mit einem Zaunkönig im Garten werden nur die Gärtner belohnt, die einen naturnahen, möglichst verwilderten Garten zu bieten haben oder dichte Hecken und einheimische Gehölze wie Schlehe, Haselnuss etc., auf denen eine Vielfalt von Insekten für den Insektenfresser zur Verfügung steht. Auf vielen Zierbüschen, wie auch die fast überall vorhandene Forsythie, sind diese nicht zu finden. Auch der mancherorts beliebte englische Rasen ist für ihn keine Lebensgrundlage. Er braucht zum Nestbau nämlich Moos.

So gilt das energetische, kleine Kerlchen als Symbol für eine natürliche, vielfältige Umwelt.

Malade

Nichts Schreibfehler, nichts Marmelade, nein MALADE. Krank bin ich. Vorgestern begann alles mit ununterbrochenem Niesen. Geröchelt habe ich auch ein bisschen und schlucken wollte ich nicht. Da hat Tantchen im Po Fieber gemessen. Irgend sowas um 38 Grad hat Tantchen gesagt. Und dass das bei Hunden okay sei. Gut, wenn sie mich dann zufrieden lässt.

Gestern war mir nur noch übel und in meinem Bauch puffte und rumorte es, als hätte ich eine wildgewordene Horde von …, na ja, das sag ich lieber nicht, verschluckt.

Ich mochte nichts trinken, nichts fressen. Rausgehen auch nur ganz kurz. Im Körbchen konnte ich nicht ruhig liegen. Da musste ich hin und her wandern. Tantchen hat mich auf den Arm genommen und mit ihren warmen Händen das Bäuchlein gewärmt. Als das nicht besser wurde, hat sie mir einen Fencheltee gekocht. Da wird sie dann fast ein bisschen gemein. Weil ich den nicht von allein trinke, nimmt sie eine alte Spritze ohne Kanüle und spritzt mir den Tee direkt auf die Mandeln. Da habe ich keine Chance, da kann ich nur noch schlucken.

Weil ich den ganzen Tag nur rumhängen mochte, hat Tantchen dann nochmal Fieber gemessen. Das war nun ein bisschen niedriger. Aber irgendwie habe ich Tantchen nicht gefallen. Da nahm sie so ein komisches Ding zur Hand, was die Frau Doktor auch immer hat. Sie nennt es St… St… Stet… Stethos… Stethoskop, denke ich. Sie hat Frauchen erklärt, dass sie unbedingt meinen Darm abhören wollte. Nicht dass ich einen Darmverschluss hätte… Woran sie das wohl hören kann? Und mein Herz hat sie auch noch gleich abgehört. Das pumpert aber schön ruhig und gleichmäßig, hat sie gesagt. Tantchen hat vor dem Darmverschluss eine riesen Angst, seid es einem Yorkie bei uns im Club fast das Leben gekostet hätte. Deswegen bekommen wir auch immer die leckere Malzpaste für Katzen. Die riecht wir Malzbonbons, sagt Frauchen.

Schön, wenn die Menschen meines Rudels sich so um mich sorgen. Dann kann ich mich so richtig bemitleiden lassen. Wenn das Fiebermessen und die „Spritz“-Kur nicht wären.

Das erzähle ich euch nur alles, weil ihr Tantchen entschuldigen müsst, dass sie heute erst so spät das Adventstürchen öffnet. Daran bin ich Schuld… Bitte nicht böse sein.

Ach ja, heute habe ich schon wieder von ganz allein getrunken und zur Freude von Frauchen und Tantchen auch ein kleines Stinkerle gemacht, was seinem Namen echt zur Ehre gereichte. Noch ein bisschen Geduld und mir geht es bestimmt wieder besser.

Eure Mimi

Vierblättriges Kleeblatt

Ihr fragt euch sicher, was hat ein vierblättriges Kleeblatt mit Weihnachten zu tun? So genau weiß ich das auch noch nicht.

Heute kam ich von draußen rein, zog meine Schuhe aus und es blieb ein kleiner Dreckhaufen auf der Matte liegen. Ich hob ihn auf und wollte ihn gerade wegwerfen. Da sah ich, dass der kleine Dreckhaufen ein vierblättriges Kleeblatt war, schon ein bisschen verwelkt und durchsichtig, aber ganz deutlich ein vierblättriges Kleeblatt.

Ich habe mich mächtig gefreut, weil es immer schwieriger wird im Garten ein solches zu finden. Das war in meiner Kindheit ein beliebtes Spielchen. Wir sind durch den Garten gelaufen und haben nach einem Glück bringenden vierblättrigen Kleeblatt gesucht. Wer eines gefunden hatte, der brachte es nach Hause. Dort wurde es in einem dicken Buch zwischen zwei Blättern sorgfältig getrocknet. Weil es eben Glück bringen sollte.

Heute legte ich es in die Fensterbank und ging wieder meinen alltäglichen Aufgaben nach. Beim Aufräumen fiel mir das Kleeblatt wieder in die Hände. Ich dachte, ist doch schon komisch, dass ich im Winter ein vierblättriges Kleeblatt finde. Vier Blätter, vier Kerzen auf dem Adventskranz. Sollte es eine Bedeutung haben? Sollte es mir tatsächlich Glück prophezeien?

Ihr wisst, dass ich nicht so auf dieser Welle schwimme. Aber ihr müsst zugeben, dass es ein merkwürdiger Zufall ist. Oder, was denkt ihr?

Ist zur Weihnachtszeit nicht alles möglich?

Weihnachtsbeleuchtung

Und noch einmal ein Blick über den großen Teich. Auch die Weihnachtsbeleuchtung ist größer, üppiger und bunter als in good old Germany. Aber das kennt ihr ja bestimmt vom Cola-Weihnachtstruck.

Es ist schon ein überwältigender Anblick. Ich wusste manchmal gar nicht wo ich hinschauen sollte. Also, in USA gefällt mir das sehr gut. Aber hier zu Hause mag ich es ein bisschen einfacher. Ich kann mich einfach nicht mit der bunt, bunter Beleuchtung anfreunden.

Was ich in den letzten Jahren zu schätzen gelernt habe, ist der integrierte Timer in die Außenbeleuchtung und dass Batterien zumindest für die Hälfte der Adventszeit ausreichen, bis sie erneuert werden müssen. Früher habe ich die Leitungen durch das Abzugsloch in der Garage gefimmelt und in der Garage an eine Schaltuhr angeschlossen. Da ist der integrierte Timer schon eine Erleichterung.

Im Haus bevorzuge ich echte Kerzen. Aber auch da sind die Batterie betriebenen Echtwachskerzen mit Fernbedienung oder Timer eine gute Alternative. Z.B., wenn man sie vergessen könnte. Als Mutti noch bei uns wohnte, hatten wir alles auf LED-Kerzen umgestellt. So mussten wir uns keine Sorgen machen, dass sie eine Kerze anzünden und dann vergessen könnte. Sicher ist das auch ein Argument bei kleinen Kindern.

Wie haltet ihr es mit derWeihnachtsbeleuchtung? Echte Kerzen oder LED-Kerzen? Üppig und bunt oder „zurückhaltend“ und altmodisch?

Auf jeden Fall macht euch bitte Licht an (möglichst hell) und geht bei Tageslicht raus, sonst droht eine Winterdepression.

Ein amerikanischer Weihnachtsbaum

1988 (wie die Zeit vergeht …) war ich das erste Mal in USA, genau zur Vorweihnachtszeit. Ich war fasziniert von der üppigen Beleuchtung und dem „Ideenreichtum“, was alles als Weihnachtsbaum herhalten kann. Gut, Florida ist sicher nicht mit Tannen und Fichten gesegnet.

Weihnachtssterne, wie eine Pyramide aufgestellt, ersetzten den Weihnachtsbaum. Und glaubt mir, wie alles andere in USA, hatte diese Pyramide Ausmaße, die mir einfach ein Oooooh auf die Lippen brachten. Ich denke, sie war sicherlich 10 Meter hoch mit einem Durchmesser von 6-7 Metern. Ich war beeindruckt.

Santa Claus flog mit einem riesigen Heißluft-Ballon, auf dem Rentiere samt Schlitten zu sehen waren, auf einem der riesengroßen Supermarkt-Parkplätze ein.

Es gab aber auch „normale“ Tannenbäume, die alle superperfekt aussahen. Ein Freund, der schon länger in USA arbeitete, nahm mich an einen Verkaufsstand mit. Und schon löste sich das Geheimnis der Perfektion. Die Tannenbäume wurden auf Idealmaß mit der Heckenschere zugeschnitten. Auch ein Weg!

Dabei fällt mir ein, dass mein Großvater und auch noch mein Vater ebenfalls schöpferischer tätig waren. Da wo am Weihnachtsbaum zu viele Äste waren, wurden diese entfernt. An den Stellen, an denen die Äste nicht so üppig ausfielen, wurden dann Löcher gebohrt (erinnert ihr euch an den Handbohrer von der Kokosnuss?) und die abgeschnittenen Äste eingesetzt.

Habt ihr einen Lieblings-Weihnachtsbaum? Sieht er jedes Jahr ziemlich gleich aus? Oder schmückt ihr ihn unterschiedlich?

Zur Erinnerung:
So langsam wird es Zeit sich um einen Baum zu kümmern!

Der Engel mit dem Schwerte

Vor 5 Jahren habe ich schon einmal über ein wunderschönes Weihnachtslied geschrieben „Der Engel mit dem Schwerte“, das vom Musiklehrer meiner Schwester Herrn Watkinson vertont wurde und das wir mit Hingabe zweistimmig gesungen haben. Wer den Text geschrieben hatte, war uns leider nicht bekannt.

Manchmal ist es so, dass sich mehr Information auftut und so möchte ich heute die zu Ehren kommen lassen, die uns so lange schon mit diesem Lied erfreut haben. Ich verrate euch auch gern woher ich die Information erhalten habe: nämlich von der Datenbank aus der Volksmusik-Forschung.

Also, geschrieben hat den Text Rudolf Otto Wiemer. Ich war natürlich neugierig, woher sich der Musiklehrer meiner Schwester Percy Gerd Watkinson und Rudolf Otto Wiemer kannten. Und siehe da, sie haben beide an der Schule meiner Schwester gearbeitet.

Ich habe noch etwas Besonderes heraus gefunden.

Percy Gerd Watkinson war die erste Jugendliebe von Loki Schmidt, die heiratete dann bekanntermaßen einen anderen.

Nun noch etwas über den „Engel mit dem Schwerte“.

Der Erzengel Michael ist nach der Überlieferung der Engel mit dem Schwert, der Adam und Eva aus dem Paradies vertrieb und den Lebensbaum bewachte. Michael ist der Engel, der gegen alles kämpft, was Gott seinen Rang streitig macht. Er wird nach Kommentaren zur Offenbarung beim Erscheinen des Teufels auch diesen töten. Michael verhindert die uneingeschränkte Herrschaft Satans in der Zeit bis zum jüngsten Gericht und besiegt diesen dann endgültig.

Hier noch einmal den Text des wunderschönen Liedes:

Der Engel mit dem Schwerte ehern steht und wacht,
dass uns ein Morgen werde mitten in der Nacht, mitten in der Nacht.

Es wird die Nacht sich neigen, wunderbar erhellt.
Es wird ein Stern aufsteigen über alle Welt.

Es wird ein Reis ergrünen neu aus Gotts Geduld.
Ein Kindlein wird entsühnen alle unsre Schuld.

Der Engel mit dem Schwerte weiß, was ewig frommt.
So lieb hat Gott die Erde, dass er selber kommt.

Eine schöne Botschaft zum 2. Advent.

Bei uns stürmt es heute ziemlich heftig. Bei Sturm bleibe ich gern in meinem Zimmer und denke nach.

So wünsche ich euch einen ruhigen, besinnlichen 2. Advent.