Ein Geschenk für dich

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„Die wahre Lebensweisheit besteht darin,
im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.“
Pearl S. Buck

Dieses Wunderbare finden wir alle am Wegesrand, während eines Gespräches, beim Blick aus dem Fenster, beim Spaziergang, beim Autofahren, beim Zähneputzen, beim Wäsche bügeln, beim Putzen, beim Rasen mähen, …
kurz zusammengefasst, bei allem, was wir tun.

Das Problem ist nur, in der Hektik unseres Alltages erkennen wir die kleinen  Wunder nicht mehr. Wir sehen nicht die vielen Geschenke, die uns gemacht werden. Wir hasten daran vorbei. Doch wie schön könnte das Leben sein, wenn wir all die kleinen alltäglichen Wunder wieder wahrnehmen könnten.

Heute möchte ich Ihnen ein kleines Geschenk machen.
Lassen Sie sich nur darauf ein.

Egal, was Sie gerade tun, halten Sie kurz an. Schließen Sie die Augen und nehmen einen tiefen Atemzug und atmen langsam wieder aus, am besten durch den Mund. Wenn Sie Ihre Augen wieder öffnen, dann schauen Sie sich um, nach unten, nach oben, nach rechts oder links.

Vielleicht sehen Sie beim nächsten Spaziergang ein kleines weißes Gänseblümchen mit rotem Rand im Gras, eine besonders geformte Wolke am Himmel, einen Vogel beim Gefieder putzen, einen prächtigen Baum. Betrachten Sie, was Sie sehen für einen kurzen Moment genauer. Es werden Ihnen Details und Besonderheiten auffallen, die Sie bisher nicht wahrgenommen haben.

Wenn Sie die kleine Übung in Ihren Alltag integrieren, werden Sie feststellen, welche Freude es macht, Dinge zu sehen, die Sie bisher übersehen haben. Sich am Kleinen zu erfreuen, bringt Schwung und Freude in Ihr Leben. Und bald sehen Sie all die kleinen Wunder als Ihre Geschenke.

Essen macht glücklich und zufrieden

Essen

Essen ist eine elementare Tätigkeit, ohne sie können wir nicht überleben. Aus Studien (M. Csikszentmihalyi) wissen wir, dass essen eine hohe Motivation und ein starkes Glücksgefühl auslösen. Essen zubereiten kann zusätzlich den sogenannten „Flow“, also einen Moment der vollen Konzentration und Hingabe, hervorrufen.

Beim Zubereiten und Essen werden alle unsere Sinne angeregt. Wir können die Struktur der einzelnen Bestandteile ertasten. Wir hören z.B., dass Spargelstangen aneinander gerieben quietschen oder Salat knackt. Wir riechen die ätherischen Öle von Kräutern, den gebackenen Kuchen oder die geröstete Zwiebel. Wir schmecken die Gesamtkomposition einer Sauce oder die darin enthaltenen Zutaten. Unsere Augen erfreuen sich an einem liebevoll gedeckten Tisch mit seinem Geschirr, Gläsern, Besteck, der Tischdecke und vielleicht einer Kerze und einer Blumendekoration.

Haben wir Freunde und Verwandte eingeladen, wird essen zum gesellschaftlichen Ereignis.

Da macht es mich traurig, wenn ich die moderne Gesellschaft und ihre Essensgewohnheiten betrachte. Gegessen wird ganz offensichtlich eher im Stehen und Gehen. Das Essen wird nicht zu Hause zubereitet sondern am Imbissstand gekauft, wie auch der „Coffee to go“.

Selbst Freunde und Verwandte werden nicht selbst bewirtet sondern zu Feiern in ein Restaurant eingeladen.

Und was ich immer wieder höre: für einen Single kochen? Ach, nein, das lohnt sich doch nicht.

Ich frage mich immer:

  • Warum gibt es im TV unzählige Kochsendungen, wenn niemand mehr kocht?
  • Warum haben die Rezepte in den einschlägigen Zeitungen so viele Zutaten in kleinsten Mengen? Was mache ich mit dem Rest?
  • Warum lohnt es sich nicht für sich allein zu kochen und den Tisch ansprechend zu decken?
  • Warum haben wir für alles Zeit, nur nicht zum Kochen und Essen?

Ich habe schon als Studentin für mich allein und von Zeit zu Zeit für meine Freunde gekocht. Jede Woche habe ich mir einen Blumenstrauß gekauft, der auch auf meinem kleinen Tisch Platz hatte. Nur kurze Zeit habe ich eine Kantine aufgesucht, um festzustellen, dass der Geschmack leidet und der Magen nicht begeistert war.

Wenn ich nach einem anstrengenden Tag mich in die Küche begebe und anfange zu schälen, zu schnipseln und zu brutzeln, dann merke ich wie der Stress des Tages langsam an mir abperlt. Dann freue ich mich auf das Ergebnis und auf den Genuss. Wenn ich mich hinsetze und esse, weiß ich, dass es ein Glück ist, dass ich das alles tun darf.

Es ist keine Selbstverständlichkeit auf dieser Welt. Viele Menschen haben nichts oder nicht ausreichend zu essen, haben keine Ruhe ihr Essen zu sich zu nehmen. Wenn wir uns das alles klar machen, sollten wir Essen und die Zubereitung wertschätzen. Wir sind wirklich privilegiert.

Und noch eins, ob allein oder mit anderen:

Ich bin es mir wert!

Kann Meditation unsere Wahrnehmung verändern?

Meditation

Wo unsere Aufmerksamkeit ist, ist unser Leben, unsere Energie.

Solche Sätze lese ich immer wieder, wenn es um Meditation, Steuerung der Aufmerksamkeit geht. Ist das wirklich so? Erweitern wir damit unser Bewusstsein? Müssen wir uns dabei auf asiatischen Philosophien und Methoden verlassen wie Yoga, Taichi, Qigong, Zen?

Wie ist es, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf einen kleinen Ausschnitt des Ganzen fokussieren. Nehmen wir einmal an, wir betrachten bei unserem Gegenüber nur die Hände, weil wir sie als besonders schön empfinden. Wissen Sie dann nach einer gewissen Zeitspanne, welche Farbe die Augen des Betrachteten haben, oder ob er, einen traurigen oder verschmitzten Gesichtsausdruck hatte, welche Körperhaltung? Wenn wir uns auf ein Detail fokussieren, nehmen wir auch nur dieses wahr. Unser Unterbewusstsein kann aber viel mehr.

Betrachten Sie einen anderen Menschen im Ganzen, sozusagen unfokussiert, wissen Sie anschließend viel mehr über ihn. Unsere Wahrnehmung ist weit geöffnet.

Nun müssten wir nur noch lernen, diese weite Wahrnehmung auch abrufbar zu gestalten.

Falls Sie noch Ressentiments gegen Meditation hegen, möchte ich Ihnen an dieser Stelle über ein paar neue Erkenntnisse aus der Gehirnforschung berichten.

So forscht die Neurowissenschaftlerin Heleen Slagter z.B. zu den Fragen:
Was ist die Beziehung zwischen Aufmerksamkeit und Bewusstsein?
Können kognitive Fähigkeiten durch Training verbessert werden?

In einer Studie gelang es ihr mit einer Gruppe von 17 Personen, nach einem 3-monatigen, intensiven Meditationstraining, acht bis zehn Stunden pro Tag, im Vergleich mit einer Gruppe von 23 Gelegenheitsmeditierenden, mit Hilfe eines EEG nachzuweisen, dass sich die Wahrnehmung verbessert hatte.

Ich persönlich finde das eine wunderbare Erkenntnis. Lässt doch die Meditation zu, sich selbst auf den Weg zu einer besseren Wahrnehmung und Bewusstwerdung zu machen, ohne jegliche Apparate. Wie alles im Leben gibt es natürlich auch einen Wermutstropfen. Leider führt nur konsequente Übung und Anwendung zum Ziel.

Also, liebe Leserinnen und Leser, sucht euch eine unterstützende Gruppe oder einen Lehrer, die und der euch auf dem Weg begleitet. Bekanntlich ist in Gemeinschaft mehr zu erreichen als allein auf sich gestellt. Außer ihr habt einen absolut starken Willen und ein großes Maß an Disziplin.

Dann auf gutes Gelingen! Und erlaubt mir anzukündigen, dass es in meinem Studio ab kommenden Herbst eine solche Gruppe geben wird. Genaues werde ich noch mitteilen.

Redet miteinander!

Reden

Seit einiger Zeit geht es mir beim Lesen von Büchern so, dass ich ganz nervös und böse werde, wenn die Hauptfiguren im Roman einfach nicht miteinander reden wollen oder können.

Ja, wie im täglichen Leben. Man nimmt Rücksicht, man tut das nicht, man traut sich nicht. Und schon nimmt die Geschichte einen schmerzlichen Weg, anstatt direkt ins Happy-End zu steuern. Da wird gelitten, da wird verletzt, weil man nicht sagen will, was man empfindet. Das könnte doch peinlich werden, wenn der andere vielleicht nicht das Gleiche denkt und fühlt.

Gut, wenn jeder gleich sagen würde, was er denkt und fühlt, dann gäbe es vielleicht keine dicken Bücher mehr. Das wäre auch langweilig. Man könnte beim Lesen nicht mehr mitleiden und es gäbe keinen Grund mehr nach hinten zu blättern, ob raus zu bekommen wie alles ausgeht.

Was sich hier so spaßig und kurzweilig anhört, kann im täglichen Leben aber richtig ins Auge gehen.

Schon früh in unserer Kindheit wird uns anerzogen, unsere Emotionen abzuspalten. Wer kennt nicht die Sprüche wie „ein Indianer kennt keinen Schmerz“ oder „Jungen weinen nicht“.

Wir leben in einer sachlichen, nüchternen Welt. Das meinen die meisten Menschen. Das Sachliche gehört in die Öffentlichkeit, das Emotionale ins Private. Wir haben uns angewöhnt den öffentlichen Teil unseres Lebens vom privaten sauber zu trennen.

So langsam können wir gar nicht mehr anders als Emotionen und Gefühle zu unterdrücken. Das drückt sich sogar in unserer Sprache aus. Wir reden nicht mehr nur von Freiheit oder Zuneigung. Diese Worte haben ihre Wirklichkeit verloren und müssen „erklärt“ werden mit „wirklicher Freiheit“ und „echter Zuneigung“. Man schreibt nicht mehr dem Freund, sondern an den Freund. Das Verbindliche wird zur unbedeutenden Unverbindlichkeit.

Im letzten Buch, das ich gelesen habe, steht:
„Erwachsene sagen oft nicht, was sie meinen. Es findet keine Kommunikation statt, selbst wenn es um Liebe geht. Stolz, Wut und Unsicherheit machen das Glück unmöglich.“
(Lucinda Riley, Das Mädchen auf der Klippe)

Denkt darüber einmal nach und vor allem:

Redet miteinander!

Kommt schlafen aus der Mode?

Schlaf

Wenn ich meine Umwelt betrachte, dann drängt sich mir manchmal der Verdacht auf.

Immer mehr Menschen bleiben bis tief in die Nacht auf. Dank elektrischen Lichtes ist das ja kein Problem mehr. Wenn ich am Wochenende Freunde besuchen war und mich mit der Bahn auf dem Heimweg mache, dann kommen mir all die Jugendlichen so etwa gegen 24:00 Uhr und später entgegen, weil sie gerade auf dem Weg zu ihrer Party sind.

Das hat natürlich Folgen. Die Menschen, die bis in die Puppen Party machen, vorm Fernseher oder Computer hocken, starten auch erst sehr spät in die Arbeit. Dank Gleitzeit ist das für viele Menschen kein Thema mehr. Nun beginnen auch schon die ersten Schulen mit Gleitzeit-Angeboten.

Warum messen wir dem Schlaf eigentlich so wenig Bedeutung zu?

Wussten Sie, dass wir in Europa schon lange ein gestörtes Verhältnis zum Schlaf haben? Oder warum nennen wir sonst den Schlaf den „Bruder des Todes“?

Ein alter Aberglaube, der uns noch heute die Freude am Schlafen vermiest? Dazu kommen unsere kulturellen Sitten. Wer lange schläft, ist moralisch auf der schlechten Seite, ein Faulpelz. Denn „Morgenstund‘ hat Gold im Mund“ und „der frühe Vogel fängt den Wurm“.

Unterm Strich hat der Schlaf keinen guten Leumund in Nord- und Mitteleuropa. Die Südländer sind da schon ein bisschen offener.

Dann streiten wir uns auch ohne Unterbrechung, was nun besser ist: früh aufstehen, früh ins Bett gehen oder lange schlafen und lange wach bleiben, Sommerzeit, eine kollektive Zwangsmaßnahme zum früheren Aufstehen, wird gerade von denen geliebt, die freiwillig nicht eine Minute früher aufstehen würden.

Asiatische Weisheiten dagegen vermitteln uns eine ganz andere Sichtweise. Tag kämpft nicht gegen Nacht, sondern verbindet sich harmonisch miteinander. Yin und Yang beeinflussen sich direkt, wenn das eine stark ist, ist das andere schwach. Aber das eine beinhaltet auch immer das andere. Die traditionelle chinesische Medizin hat sogar eine ganz spezielle Uhr, die Organ-Uhr. Jede Tages- und Nachtzeit ist einem Organ-Kreis zugeordnet und wird genau zu dieser Zeit aktiv.

Jeder soll natürlich nach seiner Fasson glücklich werden. Ich persönlich bin in dieser Beziehung eher altmodisch.

Ich glaube daran, dass der Schlaf vor Mitternacht das Altern verhindert und die Schönheit stärkt. Am früheren Morgen habe ich die besten Ideen und Eingebungen.

Zugegeben ich bin auch eher eine Nachtigall und keine Lerche, aber heute wird doch einiges übertrieben.Mir tun die Kinder leid, die künstlich wach gehalten werden, damit Mami und Papi am Morgen länger schlafen können.

Ich bin auch davon überzeugt, dass wenn man die Nächte durchfeiert am Morgen, aber auch am Tag, keine Leistung bringen kann. Die Konzentration kann gar nicht mehr vorhanden sein.

Denn erstens benötigt man einen ausreichenden Schlaf um Dinge wie Erlerntes zu verarbeiten und abzulegen und um die Regeneration von Zellen und Organen zu zulassen und besonders dem Immunsystem Gelegenheit zu geben, seine Arbeit zu verrichten.

In diesem Sinne:

Schlafen Sie gut!
Schlafen Sie ausreichend!
Schlafen Sie vor 24 Uhr!
Und wachen Sie erholt auf!

 

Stehe zu dir selbst

Frau im Spiegel

Müssen wir noch jeden Tag, jede Stunde unserer Umwelt beweisen, wer und was wir sind? Dann wird es Zeit, dass wir uns zu uns selbst bekennen, uns frei machen von den Anforderungen, Wünschen und Meinungen unserer Umwelt.

Viele, ja wohl fast alle, spielen für ihre Umwelt eine Rolle, so wie sie gern wahrgenommen werden möchten. Die besorgte Mutter, der allwissende Vater, die intelligenten Schüler und Schülerinnen, der galante Ehemann, die fürsorglich liebende Ehefrau, der innovativ denkende Mitarbeiter, der hart kalkulierende Chef, der umschwärmte Vereins-Mensch, der leistungsstarke Sportler, der mitfühlende Ehrenamtliche… und vieles mehr.

Nicht das wir uns missverstehen: Ich habe gegen die einzelnen Rollen überhaupt nichts und finde sie alle sehr ehrenwert.

Nur wenn wir diese Rollen ausführen wie Schauspieler für unser Publikum und sie unserem eigenen Naturell, unserer inneren Berufung nicht entsprechen, dann befinden wir uns auf einem gefährlichen Drahtseil-Akt.

Von klein auf lernen wir, den Bedürfnissen anderer zu genügen. Irgendwann in unserem Leben kommt wahrscheinlich jeder an einem Punkt an, dass er oder sie erkennt, wie falsch sich das alles anfühlt. Wenn wir Glück haben, dann gibt es nur eine nachdenkliche Phase, in der wir einige Rollen auf den Prüfstand stellen und neu betrachten. Für andere kann solch eine Phase in eine Depression führen und ärztliche Hilfe notwendig werden.

Deswegen möchte ich Sie von Herzen bitten, wenn in Ihnen Unzufriedenheit aufsteigt, dann legen Sie eine Pause ein. Halten Sie ein und denken Sie nach:
Warum tue ich Dinge, die mir keine Freude machen? Will ich anderen damit Gefallen? Was möchte ich selber?

Vieles tun wir, weil wir nach Anerkennung durch unsere Umwelt schreien. Wann haben Sie das letzte Lob oder Kompliment bekommen. Wann hat Ihr Chef Ihnen anerkennend auf die Schulter geklopft, Ihr Mann sich für das wundervolle Essen bedankt, Ihr Kind mit Ihnen einfach nur gekuschelt?

Finden Sie Ihre Träume und Ihre eigene Wahrheit heraus. Nehmen Sie sich wichtig. Vergessen Sie die vielfältigen Anforderungen der Umwelt. Besinnen Sie sich auf sich selbst.

Was nutzt es, wenn eine liebende Mutter zähneknirschend „Geld verdienen“ geht, nur weil die Umwelt es als richtig erachtet, dass man mindestens zweimal im Jahr einen „richtigen“ Urlaub machen muss?

Was nutzt es, wenn ein Kind auf erfolgreich getrimmt wird, Abitur macht, studiert, ein Auslandspraktikum absolviert, in eine angesehene Unternehmensberatung einsteigt und eigentlich lieber Koch oder Altenpflegerin geworden wäre?

Was nutzt es, wenn der Familienvater viel Geld nach Hause bringt, aber die Ehe und Familie unter seiner permanenten Abwesenheit leidet?

Was nutzt es dem engagierten Mitarbeiter, wenn sein Chef keine Konkurrenz neben sich duldet? Sein Engagement wäre in einer anderen oder eigenen Firma sicher besser nutzbringend eingebracht.

Was nutzt es dem hart kalkulierenden Chef, wenn er an der falschen Stelle investiert, z. B. lieber in Effektivitätsprogramme anstatt in Wissen für die Mitarbeiter?

Mir fallen noch viel mehr Fragen ein. Als Denkanstoß sollten diese aber reichen.

Hört in euch hinein. Hört, was ihr wirklich wollt. Macht euch nicht abhängig von der Meinung anderer. Macht euch nicht abhängig vom schnöden Mammon. Spaß und Freude an Dingen wiegen das meiste Materielle auf.

In diesem Sinne:
Steht zu euren Wünschen, Meinungen, Standpunkten.

Deine eigene Wahrheit

einge Werte

Kann jeder eine eigene Wahrheit haben, nach ihr leben, ohne das gesellschaftliche Zusammenleben zu gefährden?

Wir wissen, dass uns die Wahrheiten der Wissenschaften, der Religionen, der Gesellschaft manipulieren, damit wir ihnen nacheifern und sie als unseren verbindlichen Maßstab anerkennen. Unsere persönliche Wahrheit kann eine ganz andere sein, aus den Erfahrungen unseres bisherigen Lebens und der Realität des täglichen Lebens.

Trotzdem ist es notwendig, sich in einer Gemeinschaft auf verbindliche Regeln abzustützen. Eine Gemeinschaft kann nur funktionieren, wenn es Grundregeln gibt wie z.B. die 10 Gebote. Wir müssen wissen, was wird als Verhalten akzeptiert und was wird geahndet.

Dem nachgeordnet können wir uns auf die Suche nach unseren eigenen Wahrheiten begeben. Wenn wir diese gefunden haben, können wir mit Recht sagen, dass wir jetzt wissen, wer wir sind und wie wir leben möchten.

Zu einer Zeit, in der ich noch an Zeitmanagement glaubte, empfahl ich zur Findung der eigenen Lebensvision, sich auf die Werte zu besinnen, die für den einzelnen wichtig waren. Im zweiten Schritt sollten dann die Werte in langfristige, mittelfristige und kurzfristige Ziele herunter gebrochen werden.

Heute möchte ich keine Zeit mehr managen. Sie ist einfach da und ein Teil unserer Ressourcen, vielleicht die knappste.

Trotzdem ist das vorgeschlagene Vorgehen zielbringend. Besinnen wir uns auf unsere Werte, die wir im täglichen Leben mit Handlungen zur Wahrheit werden lassen möchten.

Ich betrachte dazu 6 Lebensbereiche:

  • Geistig/Seelisches
  • Berufliches
  • Finanzielles
  • Soziales
  • Intellektuelles/kulturelles
  • Körperliches/Erholung

Zu den 6 Bereichen schreibe ich auf, welche Werte sich für mich dahinter befinden.

Z.B.
im Bereich Geistig/Seelisches: Liebe und achte deine Eltern, deine Schwester und deine Freunde. Denke darüber nach, wer du bist, was du tust und in welcher Richtung du dich entwickeln möchtest. usw.

im Bereich Berufliches: Sei der Möglichkeit neuer Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen. Beachte Neues – Gedanken, Methoden oder Produkte -, die Vorteile gegenüber gegenwärtigen Verfahren haben. Versuche nützliche Entwicklungen stets mitzubekommen. usw.

Wenn jeder Bereich ausgiebig betrachtet und schriftlich festgelegt ist, dann können die Themen priorisiert werden. Jedes priorisierte Thema wird danach in eine konkrete Handlung umgemünzt, welche wiederum mit einem zeitlichen Stempel als Ziel definiert wird.

Na ja, das Vorgehen ist doch der Methode des Zeitmanagements sehr ähnlich und sehr wirkungsvoll.

Am Ende des Tages haben wir eine Liste von Zielen, die wir gemäß unserer eigenen Wahrheit, unseres eigenen Lebensgefühls verfolgen wollen.

Und auf keinen Fall vergessen, jeder Tag in unserem Leben kann eine Veränderung bringen, an die wir unsere Ziele anpassen sollten. Unsere eigene Wahrheit besteht also nicht ewig und ist nicht unverrückbar. Gute Ziele sind nur Ziele, die sich an unsere Lebenssituation anpassen. So haben wir als Kind, als Jugendlicher, als Erwachsener und als Greis eine andere eigene Wahrheit, die wir mit Werten und Handlungen unterfüttern.

Meine persönliche Empfehlung:

Probieren Sie es aus, nach ihrer Wahrheit zu leben.
Denken Sie dabei immer an die Regeln und Gesetze der Gemeinschaft.
Aber lassen Sie sich nicht mit anderer Menschen Wahrheiten
erpressen oder manipulieren.

 

Wahrheit und Lüge

Hell und Dunkel

Wahrheit hat den Nimbus des Absoluten.

Haben Sie sich schon einmal überlegt, ob die Wahrheit wirklich so absolut ist und ob es nicht immer mehrere Wahrheiten gibt? Wo endet Wahrheit und wo beginnt Lüge?

Welcher Wahrheit hängen Sie an? Der Wahrheit der Wissenschaften, der Religionen, der Gesellschaft?

Betrachten wir einmal die Wahrheit der Wissenschaft.

Viele Anhänger der wissenschaftlichen Arbeit halten die Ergebnisse für absolut richtig. Wie kommt die Wissenschaft zu ihren Ergebnissen? Wissenschaftliches Arbeiten heißt u.a., Annahmen durch Versuchsreihen und Beobachtung zu verifizieren. In der Medizin ist es üblich Doppelblindstudien durchzuführen, in der sozusagen die eine Hand nicht weiß, was die andere tut, um Beeinflussung auszuschließen. Diese Studien werden an einer repräsentativen Anzahl von Menschen erprobt, deren Reaktion ausgewertet und dann als wissenschaftliches Ergebnis veröffentlicht. Wenn eine gewisse Prozentzahl das gewünschte Ergebnis zeigt, dann wird dieses als „die Wahrheit“ für alle vermarktet.

Die Wahrheit der Religionen ist die Wahrheit derer, die die Schriften interpretieren. Selber nachlesen, eher unerwünscht.

Die Wahrheit der Gesellschaft… Na ja, dazu möchte ich im Moment nichts anmerken. Da hat sowieso jede Kultur, jede politische Richtung, jeder Partei eine andere Wahrheit.

Menschen und Institutionen wollen uns gern ihre mit Nachdruck geäußerte Meinung als einzige Wahrheit verkaufen. Wie gehen wir damit um? Ist es sinnvoll sie anzunehmen? Nützt sie mir oder dient sie nur dazu mir Angst zu machen?

Denn die uns verkündeten Wahrheiten gehören schon von Anbeginn zu den raffiniertesten Instrumenten der Massenmanipulation.

Wie das funktioniert? Ganz einfach.

Nehmen wir mal an, jemand z.B. ein Politiker möchte eine Gruppe von Menschen auf ein von ihm erstrebenswertes Ziel einschwören. Dazu braucht er etwas, was ihnen Angst macht. Darüber redet er so lange im tiefsten Schwarz, dass sie ihm willig zuhören. Nun bietet er ihnen einen Ausweg oder Schutz. Schon sind sie bereit, seine Ziele mit zu verwirklichen. Inhalt und Sinn seiner Wahrheit sind im Prinzip unwichtig. Hauptsache sie glauben es. Da wirkt es besonders gut, wenn er ihnen etwas verspricht, was sie gern glauben möchten.

Die Moral von der Geschichte:
Wer seine Wahrheit lange genug verkündet, Ihre Ängste dabei anspricht und einen Ausweg anbietet, der hat Sie bald als treuen, leicht manipulierbaren Anhänger. Sie werden sich für diese Wahrheit einsetzen, weiterverbreiten, sich dafür streiten, sich selbst verleugnen und vielleicht sogar Verbrechen begehen.

Solange Sie an die Wahrheiten anderer glauben, sind Sie manipulierbar und erpressbar. Jeder Verstoß gegen diese Wahrheit impft Ihnen ein schlechtes Gewissen wie eine Art Hochverrat ein.

Wie fragwürdig Wahrheiten sind, kann man jeden Tag erleben. Es muss ja nicht gleich so extrem sein wie in den 60-er Jahren Charles Manson und seine „Manson Family“, eine sektenähnliche Kommune. Er brachte seine Anhänger dazu, mehrere Morde in Los Angeles zu begehen. Der Verdacht sollte auf Afroamerikaner gelenkt werden, um den Rassenkonflikt anzuheizen.

Das Problem mit der Wahrheit ist, dass in jeder Lüge ein Körnchen Wahrheit steckt und in jeder Wahrheit eine Lüge. Herauszufinden, was ist Lüge, was ist Wahrheit, daraus besteht die Kunst.

In der Lehre des Philosophen Protagoras von Abdera heißt es:
„Es kommt in einer Debatte darauf an, das vertretene Argument, auch wenn es das schwächere ist, zum stärkeren zu machen. Es geht also nicht um die Wahrheit, ob das Argument wirklich stimmt, sondern bloß darum, dass das Argument, ob wahr oder falsch, die anderen Argumente besiegt.“

Und so anstrengend wie es ist, es hilft nur eins:
Das Gehirn einschalten, selber denken.

Tipps dazu erhalten Sie nächste Woche.

Die Freiheit des Alleinseins

Alleinsein

Wo wir auch sind, wohin wir auch gehen, was wir auch fühlen, was wir auch denken, wir sind immer allein.

Eine Erkenntnis, die den meisten von uns Angst macht. Alleinsein, dass scheint etwas Widernatürliches zu sein. Steht nicht schon in der Bibel „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“?

Ich glaube, dass unsere Angst vorm Alleinsein schon sehr alt und vielleicht sogar von einer Art Ur-Schuld gesteuert wird. Wie Tiere, die besser im Rudel jagen, hat der Mensch im Laufe seines Erdendaseins gelernt, dass es manchmal besser und einfacher ist, sich zusammen zu schließen.

Dennoch komme ich immer wieder zu der Erkenntnis, dass jeder am „Ende des Tages allein schlafen muss“. Verstehen Sie das bitte auch als Metapher.

Wir müssen unseren ersten Atemzug auf Erden allein ausführen. Jede Prüfung in unserem Leben müssen wir allein durchstehen. Jede Krankheit trifft nur uns allein, nur wir können sie auch besiegen. Und am Ende des (Lebens-)Tages gehen wir ganz allein von dieser Welt und treten ganz allein vor unseren Schöpfer.

Ich gehöre zu den Menschen, die sehr gern allein mit sich sind. Ich genieße die Freiheit, meinen Rhythmus zu leben, meine Gedanken zu verfolgen, meine Erkenntnisse zu machen, mich selbst besser kennen zu lernen, über Gott und die Welt nachzudenken ohne Beeinflussung von außen.

Tatsächlich sind die meisten Mitglieder unserer Gesellschaft auf der Flucht vorm Alleinsein. Die einen flüchten sich in die Arbeit, füllen ihren Kalender mit fragwürdigen Alltagsverpflichtungen, die anderen suchen sich andere, in Freundschaft, Ehe, Familie, religiösen Gemeinschaften, in Sportvereinen, vergnügen sich in Filmen, Theater, Konzerten, machen abenteuerliche Urlaube.

Bloß keine Ruhe, bloß keine Stille.

Wir sehnen uns nach Ruhe, Entspannung und finden doch nur Krach und Hektik.

Wir sind Meister in der Ablenkung von unserem wirklichen Leben geworden. Wir brauchen die anderen um uns nicht mit uns selbst auseinander setzen zu müssen. Wir schieben lieber Verantwortung auf andere ab. Sie sagen uns, was wir denken sollen, was wir glauben sollen. Dann sind wir auch nie schuld, sondern haben immer einen Schuldigen zur Hand. Wenn wir nicht glücklich werden, dann sind es immer die Umstände, die anderen, nie wir selbst.

Warum?

Ist uns noch nie die Erkenntnis gekommen, dass egal wohin und wie weit wir laufen, das Ziel immer wir selbst sind. Wir kommen immer wieder bei uns selbst an.
Ist es da nicht sinnvoll, uns selbst besser kennen zu lernen, zu erforschen, wer wir sind, was wir glauben, was wir wollen?

Fragen Sie sich doch am besten heute noch:

  • Warum erwarten Sie Verständnis und Liebe von anderen und nicht von sich selbst?
  • Warum vertrauen Sie der Meinung und Aussagen anderer mehr als ihren eigenen?
  • Warum glauben Sie, dass Sie Ihr Leben nur mit Hilfe anderer meistern und bewältigen können?
  • Warum suchen Sie die Antworten auf wichtige Fragen Ihres Lebens lieber anderswo und nicht in sich selbst?
  • Wie viel Zeit nehmen Sie sich täglich um das glückliche Alleinsein zu üben?

Überlegen Sie sich:

  • Wie oft sind Sie aufgrund wohlgemeinter Ratschläge von anderen in einer Sackgasse gelandet?
  • Wie oft sind Sie in eine ungewollte Abhängigkeit gestolpert, weil Ihnen jemand geholfen hat?

Sagen Sie sich:

  • Ich warte nicht darauf, dass andere mich lieben und anerkennen, sondern fange an mich selber zu mögen.
  • Je besser ich mich mag, desto weniger bin ich auf das Wohlwollen anderer angewiesen.

Die Angst vorm Alleinsein weicht dann einer großen inneren und in Folge davon einer äußeren Freiheit. Diese Freiheit resultiert daraus, dass wir anfangen das Leben zu betrachten, wie es ist, und nicht, wie es andere möchten, dass wir es sehen.