Stürmisches Wetter

Der Sturm fegt durch die Landschaft. Manches wurde schon umgeblasen: Blumentöpfe, Schneeschieber (ich hoffe, er muss noch lange auf seinen Einsatz warten).

Geht es euch auch so, dass euch zu mancher Stimmung ein Gedicht einfällt?

Winternacht

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
ich hab′ nichts, was mich freuet,
verlassen steht der Baum im Feld,
hat längst seien Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume,
da rührt er seine Wipfel sacht
und redet wie im Traume.

Er träumt von künft′ger Frühlingszeit,
von Grün und Quellenrauschen,
wo er im neuen Blütenkleid
zu Gottes Lob wird rauschen.

Joseph von Eichendorff

So ein kleines bisschen vom Frühling träumen …
macht das Herz leicht und warm  …

Luciafest

Das Fest der heiligen Lucia fällt auf den 13. Dezember. der vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders der kürzeste Tag des Jahres war. Wohl deswegen wird der Tag mit Lichtern gefeiert.

Der Sage nach schlich Lucia nachts zu den Armen und versorgte sie mit Lebensmitteln. Um sich den Weg zu beleuchten und beide Hände zum Tragen frei zu haben, setzte sie sich einen Lichterkranz auf den Kopf.

In Schweden wird einem Mädchen am Luciafest ein Lichterkranz aus Kerzen aufgesetzt. Und es wird das Lucialied gesungen. Es ist ein neapolitanisches Lied aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Santa Lucia (deutsche Übersetzung):

Auf dem Meer glitzert das Silbergestirn;
die See ist ruhig, der Wind günstig.
Kommt auf mein wendiges Boot!
Santa Lucia, Santa Lucia!

Bei diesem linden Westwind,
o wie schön ist es auf dem Schiff!
Auf, Passagiere, kommt mit!
Santa Lucia, Santa Lucia!

Zwischen den Sonnensegeln zum Mahl laden,
an einem so heiteren Abend,
wer wünscht das nicht, wer ersehnte es nicht?
Santa Lucia, Santa Lucia!

O süßes Neapel, glückseliger Landstrich,
wo die Schöpfung zu lächeln beschloss!
Du bist das Reich der Harmonie!
Santa Lucia, Santa Lucia.

Heißgetränk

Heute wird es gar nicht richtig hell. Es nieselt mit dazwischen gemischten Schneeflocken, es ist diesig mit anderen Worten, ein Tag, an dem man keinen Hund vor die Tür jagt. Meine Mutti hätte es unseliges Wetter genannt, wobei das „e“ in …sel… nicht betont, sondern kurz und knapp, fast verschluckt wurde. Ausgerechnet heute mussten wir für unsere Hunde einkaufen gehen. Wir selber hätten lieber gehungert, aber das kommt für Vicki und Mimi nicht in Frage.

Schon während des Einkaufs erschien vor meinem inneren Auge ein Heißgetränk. Ich weiß nicht, was ihr so liebt: Glühwein, eine heiße Oma, Schwedenpunsch oder wie sie sonst noch alle heißen. Ich persönlich neige heute zu einem steifen Grog.

Ein steifer Grog, ein Weihnachtsplätzchen, ein kuscheliges Plätzchen auf dem Sofa, nahe der Heizung, vielleicht eine Wärmflasche … nein, ich habe ja Vicki. Und natürlich dürfen ein Buch und eine Kerze nicht fehlen.

Ich wünsche euch allen ein kuscheliges Plätzchen.

Adventszeit und Feng Shui

Was hat Feng Shui mit Weihnachten zu tun?

Auch wenn hier Welten oder besser Kulturen dazwischen liegen, wollen wir die Weihnachtszeit mal durch die Feng Shui Brille betrachten.

Tatsache ist, Weihnachten liegt in der dunkelsten, winterlichen Jahreszeit. Das bedeutet nach Feng Shui Regeln, dass Yin regiert. Alles was ein Übermaß hat ist für uns Menschen nicht förderlich. Man denke nur an die depressiven Verstimmungen in der dunklen Jahreszeit.

Um zu einem Gleichgewicht zu kommen, muss nun Yang gestärkt werden.

Was machen wir in unserem Kulturkreis?

Wir schmücken unsere Häuser und Gärten mit Lichterketten und Kerzen, mit fröhlichen Weihnachtsmännern mit Rentieren oder lieblichen Engeln. Wir dekorieren mit grünen Tannenzweigen, roten Schleifen und glitzerndem Christbaumschmuck. Traditionell geschmückte Weihnachtsbäume werden oft mit rotbackigen Äpfeln und Strohsternen geputzt.

Nun die Feng Shui Brille:
Grüne Tannenzweige, Strohsterne, Licht, besonders brennende Kerzen, rote Farbe  und glitzernder Christbaumschmuck bringen eine große Portion Yang in die Weihnachtszeit.

Freude an den schönen Dingen, die es nun überall zu sehen gibt, die Vorfreude auf die Geschenke, die man erwartet oder noch besser selbst verschenken möchte, erzeugen  ebenfalls Yang.

Singen und Musizieren in der Weihnachtszeit verbindet Yin und Yang miteinander.

So schaffen wir durch unsere weihnachtliche Dekoration und unsere Traditionen „Schenken und Musizieren“ einen Yang-Ausgleich zum Yin-Übermaß und bringen damit Harmonie und Ausgewogenheit in unser Leben.

Wie man sieht, ist Feng Shui multikulturell anwendbar.

Ein Gedicht

Hier habe ich ein Gedicht gefunden, von Robert Reinick übersetzt aus dem alemanischen von Peter Hebel. Es zeigt, dass Liebe etwas anderes ist, als Konsum. Ich würde mich freuen, wenn der Konsum nicht die übermächtige Rolle spielen würde, sondern die Liebe. Ach ja, den Teil mit der Rute,… na ja, soll wohl nur eine Ermahnung sein.

Die Mutter am Christabend

Er schläft, er schläft! das ist einmal ein Schlaf!
So recht, du lieber Engel du!
Tu mir die Lieb‘ und lieg‘ in Ruh,
Gott gönnt es meinem Kind‘ im Schlaf!

Erwach‘ mir nicht, ich bitt‘, ich bitt‘!
Die Mutter geht mit stillem Tritt,
Sie geht mit zartem Muttersinn,
Und holt den Baum zur Kammer hin.

Was häng‘ ich dir denn an?
‚Nen Pfefferkuchenmann,
Ein Kätzelchen, ein Spätzelchen,
Und Blumen bunt und süß und weich,
Und Alles ist von Zuckerteig.

Genug, du Mutterherz!
Viel Süßigkeit bringt Schmerz.
Gib sparsam, wie der liebe Gott;
Tagtäglich nützt kein Zuckerbrot.

Jetzt rote Äpfel her,
Die schönsten, die ich haben kann!
Es ist auch nicht ein Fleckchen dran,
Wer hat sie schöner, wer?

‚S ist wahr, es ist ’ne Pracht,
Was so ein Apfel lacht;
Der Zuckerbäcker wär‘ ein Mann,
Der solchen Apfel machen kann!
Den hat nur Gott gemacht.

Was hab‘ ich denn noch mehr?
Ein Tüchelchen hübsch weiß und rot,
Es ist eins von den schönen;
O Kind, vor bittren Tränen
Bewahr dich Gott, bewahr dich Gott!

Was häng‘ ich sonst noch hin? –
Dies Büchlein, Kind, ist auch noch dein;
Da leg‘ ich Bilder dir hinein,
Gebete sind von selber drin.

Jetzt wär‘ genug wohl da? –
Jetzt hast du alles Gute –
Der tausend! Ja, ’ne Rute,
Die fehlte noch, da ist sie ja!

Vielleicht – sie freut dich nicht,
Vielleicht – sie schlägt die Haut dir wund,
So manchem war es schon gesund,
Sei gut, so schlägt sie nicht.

Fängst du darnach es an,
In Gottes Namen sei es drum!
Die Mutterlieb‘ ist fromm und zart,
Sie windet rote Bänder um
Und macht ein Schleifchen dran.

Jetzt wär‘ er ausstaffiert,
Wie ’n Kirmesbaum geziert;
Dann heißt es, wann der Tag erwacht,
Das Christkind hat den Baum gebracht.

Mir dankst du nicht dafür,
Wer’s gab, wer sagt es dir?
Doch macht es dir nur frohen Mut
Und schmeckt es dir, so ist es gut.

Rief da der Wächter nicht
Schon elf? Wie doch die Zeit verrinnt!
Man merkt die Stunden nicht,
Wenn’s Herz an etwas Nahrung find’t.

Jetzt – Gott behüte dich,
Ein ander Mal denn mehr!
Heut war es, wo der heil’ge Christ
Ein Kind wie du geworden ist,
Werd auch so brav, wie er!

Amsel

Wir haben eine traurige Mitteilung zu machen. Aus unserer Amselfamilie wurde ein Mitglied brutal herausgerissen. Nachbars Katze (eine von den vielen) hat nur einen Haufen von Flaumfedern und eine Schwungfeder übrig gelassen.

Kommissare Vicki und Mimi haben die Mordstelle genau angezeigt. Sie kennen auch den Täter. Nun können sie Katzen noch weniger leiden.

Es ist schon traurig, dass unsere zutraulichen Amseln, die uns den Sommer mit Gesang erfreuen und wir sie im Winter mit Futter, den sowieso schon satten Katzen aus Langeweile zum Opfer fallen.

Leider suchen die Amseln ihr Futter oft da, wo die anderen von oben etwas runter fallen lassen haben. Auch die alten Äpfel sind für sie ein Schmaus.

Ja, so ist das Leben … auch zur Weihnachtszeit …

2er Advent – Bratapfel

Für meine Mutter war erst richtig Adventszeit, wenn sie für uns Bratäpfel buk. Es war schon ein herrlicher Duft, der da umging. Die Füllung mit Nüssen und Rosinen (später Rosinen in Rum eingelegt) mochte ich schon, auf den Bratapfel an sich hätte ich verzichten können. Aber wenn ich das vor Freude strahlende Gesicht meiner Mutter sah, dann war alles andere unwichtig.

Dazu gehörte natürlich das Gedicht vom Bratapfel:

Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie’s knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, der Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel.

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.

Gestern Nacht

Gestern Nacht, etwa um 4:44, ist etwas Seltsames passiert.

Ich wachte auf, weil die Jalousie an meinem Schlafzimmerfenster so heftig rüttelte. Ich dachte, das ist wohl der Wind, der im Wetterbericht angekündigt wurde. Und wollte schon weiterschlafen. Da fing Vicki laut und hektisch an zu bellen. Schnell war das Gescheppere vorbei und wir legten uns wieder zur Ruhe.

Dann fand ich heute auf der Überwachungskamera ein paar Bilder, die mich wirklich nachdenklich machten.

Sollte der Nikolaus bei seiner Rückreise an den Nordpol Startschwierigkeiten gehabt haben??? Was hängt das sonst vor meinem Fenster???

Ein paar Bilder weiter war ich wieder beruhigt. Alles ist wieder gut. Wir können beruhigt auf den Nikolaustag 2020 warten.

Gebt gut auf euch acht!

Nikolaustag

Also, gestern Abend habe ich den Nikolaus auf meiner Terrasse erwischt. Ich habe auch gleich ein Beweisfoto gemacht. Ich dachte, dass er sich bei mir versteckt, um nicht von den Nachbarskindern gesehen zu werden.

Aber, ihr glaubt es nicht! Heute Morgen habe ich doch tatsächlich etwas in meinem Stiefel gefunden!!! Einen wunderschönen Duft „Lemon Verbena“!!!

Manchmal kommt der Nikolaus doch tatsächlich auch zu nicht mehr ganz so kleinen Kindern. Deswegen, immer schön die kindliche Freude bewahren.

Lasst uns froh und munter sein
und uns recht von Herzen freu’n!
Lustig, lustig, traleralera,
bald ist Nikolausabend da,
bald ist Nikolausabend da!

Ich wünsche euch einen schönen Nikolaus-Abend.

Raureif

Heute Morgen, nach einer kalten Nacht (6 Grad minus), hatte sich der Wald hinter den Häusern in  ein wunderschönes, filigranes Kleid gehüllt. Wenn dann noch die Sonne da hinein scheint, ist die Welt wie verzaubert.

Deswegen (und aus vielen anderen wichtigen Gründen) schneide ich Stauden im Garten vor dem Winter nicht zurück. Der Reif lässt ihre schon vergangene Schönheit wieder aufleben.

Ja, liebe Leserinnen und Leser, dieses kleine Glück muss man sehen lernen. Dann ist jeder Tag ein kleines Wunder.

Ich wünsche euch Tage voller kleiner Wunder.