Psychische Störungen nach Flucht und Migration – Ein Projekt des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie

„Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle in Deutschland im Herbst 2015, war das Engagement der Mitarbeiter vielerorts groß. Während sich die Max-Planck-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit anderen deutschen Forschungsorganisationen auch dazu entschloss, langfristige Angebote zur Integration zu erarbeiten, entstand gleichzeitig eine von einem großzügigen Spender der Max-Planck-Förderstiftung ermöglichte Initiative. Max-Planck-Direktor Herbert Jäckle übernahm die Schirmherrschaft und gab ihr den Namen „People for People“. „Dem Spender der Förderstiftung geht es um das Menschliche. Er möchte Konzepte aus den Instituten fördern, die direkt den Flüchtlingen zugutekommen.“ Finanziert werden sollen dabei jene Aktivitäten, die sich aus öffentlichen Mitteln nicht finanzieren lassen. Kurz nach Jahresbeginn waren insgesamt 25 Projekte ausgewählt worden.“
Quelle: https://www.mpg.de/fluechtlingshilfe

Am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München startete das Projekt „Refugee Psychiatry”. Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie bietet ein Psychoedukationsprogramm für Flüchtlinge und Helfer an, um einen Beitrag bei der Versorgung von Menschen mit psychiatrischen Störungen nach Flucht und Migration zu leisten.

„Eine 2015 durchgeführte Studie an syrischen Flüchtlingen in der Türkei zeigt, dass zwei Drittel von ihnen Tod, Folter oder Entführung eines engen Freundes oder Familienmitgliedes beobachtet oder selbst erlebt haben (Alpak et al., 2015).
20 bis 30 Prozent der Flüchtlinge leiden unter einer schweren Depression oder einer ausgeprägten Posttraumatischen Belastungsstörung und brauchen eine Behandlung (Steel, Chey et al., 2009).“
Quelle: http://www.psych.mpg.de/refpsych

Ich habe an dieser 8-reihigen Schulung teilgenommen und viele Erkenntnisse gewonnen, die nicht nur auf Flucht und Migration sondern auch auf unser ganz normales Leben zutreffen.

Was mich persönlich allerdings am meisten bewegt hat und mir vor Augen gehalten hat, dass unsere Politiker vollkommen entgegen diesen Erkenntnissen handeln, war das Thema: Depressive Erkrankungen.

An diesem Nachmittag wurde u.a. über Schutzfaktoren und belastende Faktoren beim depressiven Syndrom bezogen auf Geflüchtete gesprochen.

Zu den Schutzfaktoren zählen:

  • Kulturelle Identität
  • Soziale Bindungen
  • Soziale Unterstützung
  • Religiöse Gebräuche
  • Arbeit
  • Familienzusammenhalt

Zumindest zu den Themen Arbeit und Familienzusammenhalt sind unsere Gesetze und deren Auslegung daher eher kontraproduktiv.

Gegen die belastenden Faktoren kann nicht viel getan werden oder man nimmt diese gar billigend in Kauf:

  • Einsamkeit
  • Heimweh
  • Statusverlust
  • sprachliche Probleme
  • Hilflosigkeit
  • Aufenthaltsstatus
  • Arbeitslosigkeit
  • offener oder latenter Rassismus
  • Dissonanz zwischen Normen und Werten der Herkunfts- und der Aufnahmegesellschaft

Und es gibt noch etwas, was mich stark berührt hat. Die Teilnehmer an dem Schulungsprogramm waren aus meiner Sicht nicht sehr zahlreich und bestanden überwiegend aus engagierten älteren Menschen und „Ausländern“, oder politisch korrekt, Menschen (in diesem Falle Ärzte aus Nordafrika und Südamerika) mit Migrations-Hintergrund.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal meinen persönlichen Dank für eine hilfreiche, humane Initiative von engagierten Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie aussprechen.

Gäbe es doch mehr so kompetente und engagierte Menschen!

Frau und Bildung

Diese Woche feierten wir 500 Jahre Reformation. Am 31.10.1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen zum Ablasshandel an die Kirchentüre der Schlosskirche zu Wittenberg.

Das war der Beginn der Reformation der Kirche und wie viele Historiker sagen, das Ende des Mittelalters.

Für uns Frauen ist darüber hinaus hoch interessant, dass Martin Luther nicht nur den Ablasshandel kritisierte sondern auch 1524 eine Schrift „An die Ratsherren aller Städte deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen“ verfasste. So wurde in der Zeit der Reformation auch die Forderung nach allgemeinen Schulen für Jungen und Mädchen laut.

Bis dahin durften nur privilegierte Kinder in Kloster- und Domschulen etwas lernen. Das waren überwiegend Jungen und nur ganz vereinzelt Mädchen. Die große Masse der Bevölkerung bekam überhaupt keine Bildung.

Die Forderung Martin Luthers wurde naturgemäß nur in evangelischen Landen und Städten umgesetzt. In den katholisch gebliebenen Landesteilen verlief die Umsetzung nur sehr zäh. Das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken führte 1592 als erstes Territorium der Welt die allgemeine Schulpflicht für Mädchen und Knaben ein. Im Kurfürstentum Bayern konnte erst 1802 eine 6-jährige Schulpflicht durchgesetzt werden.

Im Laufe der Geschichte ist die Bildung der Frauen immer wieder herabgesetzt, in Zweifel gezogen oder schlicht und ergreifend verboten worden.

Da möchte ich an die Geschichte der pakistanischen Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai erinnern. Sie bezahlte ihre Rebellion gegen das Schulverbot für Mädchen, was die Taliban seit 2007 verhängten, fast mit ihrem Leben.

Frauen wurden mit untergeordneten und unterbezahlten Arbeiten beschäftigt. Auch unter der Annahme, dass Männer doch eine Familie ernähren mussten, die Arbeit der Frauen war ja nur „Zubrot“.

Das ging so weit, dass der Eintritt von Frauen in einen Berufszweig mit der Abwertung dieses Berufs einher ging. Diese männlich/weiblichen Lohnabstufungen sind materieller Ausdruck hintergründiger Denkstrukturen und Wertungen. Ich fürchte, dass ist bis zum heutigen Tag so geblieben.

Bis ins letzte Viertel des 19. Jahrhunderts reichte der Verdienst der Männer oft nicht aus, um eine Familie zu ernähren. Deswegen mussten auch verheiratete Frauen arbeiten gehen.

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts boten die meisten europäischen Staaten den Mädchen und den Knaben eine kostenlose Grundschulausbildung. Sie betrug 6 Jahre für Mädchen, 7 Jahren für Jungen. Nach der Volksschule (heute Hauptschule) gab es für Mädchen keine weiteren öffentlichen Bildungseinrichtungen, die allgemeinbildende oder berufsbildende Fertigkeiten vermittelten.

Frauen durften erst zum Beginn des 20. Jahrhundert an Universitäten studieren. Im Großherzogtum Baden als Vorreiter in deutschem Land wurde 1900 Frauen der volle Zugang zu Universitätsstudien ermöglicht.

Von 1870 bis 1930 verbesserten sich die wirtschaftlichen Lebensbedingungen der europäischen Stadtbewohnerinnen langsam aber stetig. So wurden weniger Kinder geboren. Im Allgemeinen reduzierten die Paare die Größe ihrer Familie, weil es sich als ökonomischer Vorteil erwies.

Die Verringerung der Geburtenziffern ging von den oberen Schichten aus und mit dem Bildungsstand der Frauen einher.

Dann kamen die Nationalsozialisten, die sich übrigens als Ziel setzten, den Anteil von Studentinnen auf unter 10% zu drücken!

Die Familie wurde als Keimzelle des Volkes propagiert. Der Muttertag wurde zum Nationalfeiertag erhoben. Doppelverdiener sollten nicht weiter existieren. Deswegen wurde 1936 eine staatliche Kinderbeihilfe pro Kind eingeführt. Ehepaare erhielten Finanzierungshilfen, wenn die Frau nicht außerhalb des Hauses arbeitete. Der Verkauf von Verhütungsmittel wurde verboten. Mütter von vier und mehr Kindern erhielten das Ehrenkreuz für die deutsche Mutter mit der Inschrift: Das Kind adelt die Mutter.

Leider, oder Gott sei Dank, funktionierte dieses Gedankengut nicht. Der Krieg schmiss alles über den Haufen. Frauen wurden in männlichen Berufen benötigt, weil die Männer an der Front kämpften.

1943 betrug der Anteil der studierenden Frauen dann auch knapp 50%.

Ja in Kriegszeiten dürfen Frauen oft das, was sie zu „normalen“ Zeiten nicht durften.

Übrigens, erst seit 1976 hatten Frauen das Recht eine Arbeit ohne Genehmigung ihres Ehemannes anzunehmen. Ich kann mich gut an den Zorn meiner Mutter darüber erinnern, die 1967 eine zweite Berufsausbildung nach ihrem Geschmack machte und dazu die Unterschrift ihres Ehemannes benötigte…

Bildung ist ein hohes Gut und Grundvoraussetzung für ein eigenverantwortliches Leben.

Deswegen, liebe Mütter und Väter,
unterstützt eure Mädchen nach ihren Fähigkeiten und Interessen, damit sie einen auskömmlichen und befriedigenden Beruf erlernen können.

Frau kann sich auch wehren

Sex wird als Waffe zur Unterdrückung und Machtausübung missbraucht.
Die #MeToo Bewegung zeigt das zurzeit sehr deutlich.

Aus vielen Kriegen wissen wir, dass Vergewaltigung von Frauen wie eine Waffe eingesetzt wird. Es geht darum, den Feind über die Gewalt an den Frauen zu demütigen, einzuschüchtern, ihn zu entmenschlichen. Die Körper der Frauen werden zu einer Art Schlachtfeld. Es ist auch eine Demonstration der Macht gegenüber den Männern, die nichts dagegen unternehmen können.

Das ist unmenschlich. Ob es dagegen ein Mittel gibt? Das bezweifele ich.

Ich möchte meine lieben Mit-Frauen aber gern auf eine andere Vorgehensweise aufmerksam machen.

Was Aristophanes in seiner Komödie Lysistrata beschreibt, dazu hat Leymah Gbowee aus Liberia erfolgreich aufgerufen. Aber eins nach dem anderen.

Die Frauen Athens und Spartas hatten vom Krieg ihrer Männer die Nase voll. Unter Führung von Lysistrata besetzen die Frauen Athens die Akropolis und verweigerten sich fortan sexuell ihren Männern. In Sparta veranlasste Lampito ähnliches. Nach einigen Verwicklungen und Rückschritten (mehrfach versuchen liebestolle Frauen, die Burg in Richtung der Männer zu verlassen, oder die erbosten Herren, selbige zu erstürmen), führt der Liebesentzug tatsächlich zum Erfolg. So die Komödie von Aristophanes 411 Jahre vor Christus.

Die Frauenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Leymah Gbowee sprach in einem Interview darüber wie der „Sexstreik“ der Frauen zur Beendigung des Bürgerkriegs in Liberia 2003 beitrug.

„In der heutigen Welt ist alles übersexualisiert. Es war eigentlich eine Strategie, um die Männer in unserer Gesellschaft zu mobilisieren, mit männlichen Entscheidungsträgern innerhalb der Kriegsparteien zu sprechen.

Als wir es ankündigten, war es plötzlich überall in den Nachrichten. Diese Medienaufmerksamkeit erwies sich als sehr effektive Strategie.

In Togo haben Frauen vor ein paar Jahren zum Beispiel gegen eine Wahlreform protestiert. Sie führten dazu jahrelang Kampagnen durch. Die Medien haben darüber nicht berichtet. Bis zu dem Tag, als sie zum Sexstreik aufriefen. Da wachten alle Medien auf, auch internationale.“

Ich weiß aus Erzählungen, dass manche Frauen solange „Migräne“ haben bis sie etwas bei ihrem Mann durchgesetzt haben, die nächste Reise, das nächste Paar Schuhe, etc.

Also, liebe Mit-Frauen, ich will nicht dazu aufrufen, eure Männer mit Sex-Entzug zu erpressen. Ich möchte aber gern, dass ihr darüber nachdenkt, dass auch eine Frau sehr wohl und mit Nachdruck NEIN sagen kann. Eben auch unter Androhung von Sex-Entzug.

Und ganz ehrlich, muss Frau sich vor einem „Würdenträger“ klein machen? Steht es nicht in unserer Macht „NEIN“ zu sagen. Ich glaube, kein Mensch sollte in halbwegs normalen Umständen, etwas zulassen, was er nicht will.

Das Thema „Hochschlafen“ ist sicher jeder erfolgreichen Frau begegnet. Wie sollte Frau sonst erfolgreich sein? etwa aus eigener Kraft? Dann müssten eventuell die nicht erfolgreichen Männer darüber nachdenken, warum es bei ihnen nicht klappt. Ganz ohne die Ausrede, „dass ist nur wegen des hübschen Lärvchens“.

Liebe Mit-Streiterinnen,
lasst euch nicht klein machen. Lasst nicht zu, dass ihr benutzt werdet.
Selbstbewusstsein ist die beste Abwehr.

Gegen Gewalt sind alle machtlos. Aber redet darüber. Bleibt nicht allein mit dem Erlebten. Seht zu, dass der Vorfall öffentlich wird. Und bitte, nicht erst nach Jahrzehnten, wie es beim Hashtag #MeToo so oft geschieht, sondern schreit das Unrecht gleich heraus. Auch hier sind die Medien ein Mittel der Wahl.

Frauen und #MeToo

Diese Woche entstand aufgrund des Bekanntwerdens eines Skandals um US-Filmproduzent Harvey Weinstein eine Welle der Empörung und Solidarisierung. Harvey Weinstein nutzte wohl seine Position als Filmproduzent schamlos aus, um Schauspielerinnen sexuell zu belästigen.

Mit dem Hashtag  #MeToo setzte die Schauspielerin Alyssa Milano eine Welle in Bewegung, die zeigt, wie allgegenwärtig sexuelle Übergriffe auf Frauen auch in unserem Alltag sind.

Sicher hat jede Frau eine persönliche Schwelle, die bei der einen hoch und bei der nächsten niedrig liegt.

Ich habe mich z.B. durch Pfiffe von Bauarbeitern nicht beleidigt gefühlt, aber auch nie umgedreht.

Ich denke, dass es auch auf das eigene Selbstverständnis ankommt. Und ganz wichtig, ob Frau gelernt hat NEIN zu sagen oder BIS HIERHER UND NICHT WEITER. Bei einem brutalen Übergriff wird das wahrscheinlich auch nicht helfen. Aber einen großen Teil der Männer wird das schon einmal abschrecken. Für den Rest braucht Frau eine Kampfsport-Ausbildung, was nicht mein Fall wäre.

Ich möchte deswegen allen Eltern von Mädchen sagen, lehrt sie, dass sie der männlichen Welt nicht untergeordnet sondern ebenbürtig sind. Zeigt ihnen, dass sie alles Recht haben, solches Verhalten abscheulich und inakzeptabel zu finden.

Gerichtet an junge Frauen und auch ältere möchte ich appellieren, lernt selbstbewusst aufzutreten. Zeigt, dass eure Meinung, eure Aussage genauso viel wert ist. Euer Körper gehört euch ganz allein. Ihr verschenkt eure Gunst nur an jemanden, den ihr für würdig erachtet.

Selbstbewusstsein ist eine große Schlüsselqualifikation. Es lohnt sich daran zu arbeiten. Allein eure Körpersprache drückt dann aus, „mit der ist nicht gut Kirschen essen, lass lieber die Finger davon“. Wer mit geradem Blick, gerader Haltung und gemessenen Schrittes durchs Leben geht, kann wahrscheinlich schon manche brenzlige Situation von vornherein umgehen.

Oft sehe ich gerade Mädchen und junge Frauen, ihren vorderen Körper schützend, also leicht gekrümmt mit verkreutzten Armen, huschendem Blick abends über den Bahnhofsplatz eilen. Damit zeigt ihr eure Angst ganz offen.

Oder ich sehe junge Frauen, die mit Männern scherzen und kichern. Ich will euch nicht den Spaß am Leben verderben, aber seht euch die Männer doch erst einmal richtig an, bevor ihr mit Wildfremden so offen umgeht.

Auch Kleidung drückt viel aus. Ich kleide mich auch gern modern und sexy, male mich an und rote Lippen gehören genauso wie große, lange Ohrringe zu meinem äußeren Bild. Das heißt aber nicht, dass ich mich überall so zeige. Am Abend in der S-Bahn oder auf öffentlichen Plätzen ziehe ich lieber etwas „Neutrales“ drüber und entferne u.U. sogar meinen Schmuck. Einfach mal darüber nachdenken, was signalisiere ich gerade und ist es der Situation angepasst.

Auch wenn jeder Film, jede TV-Sendung, alle Zeitschriften Sex und offenherzige Frauen darstellen, sage ich dazu, dieser Teil des Lebens wird in den Medien überbetont.

Ihr braucht es nicht mit Jedem zu machen und von Jedem zu akzeptieren, um „IN“ zu sein.

Sexualität ist etwas sehr Schönes, aber eben nur auf freiwilliger Basis. Dann, wenn ihr einen Mann liebt, ihn anziehend findet und keine Absicht dahinter steckt.

Wenn ihr erpresst, unter Druck gesetzt werdet, oder nur „performed“, weil ihr glaubt, das gehört dazu, dann bringt ihr euch um einen Teil von eurem Selbst und bleibt gedemütigt und klein gemacht zurück.

Ich empfehle jeder Frau:
Lernt euch auszudrücken und akzeptiert nur, was auch ihr wollt. Nehmt an einem Selbstbewusstseinstraining teilt. Besucht einen Selbstverteidigungskurs. Lernt gewaltfreie Kommunikation und Deeskalationsstrategien.

Und vor allem:
Schämt euch nicht, wenn es doch zu einem Übergriff gekommen ist. Geht zur Polizei und erstattet Anzeige. Schämen sollte sich nämlich nur der Verursacher eures Leids.

Dass wir Frauen auch eine wirkungsvolle Waffe haben, die wir aber nur sehr, sehr selten einsetzen, darüber berichte ich in meinem nächsten Beitrag.

Kriegerische Frauen

Frauen waren bei den Wikingern des frühen Mittelalters hochangesehene Krieger.

Forscher der Universität Stockholm haben nämlich das Skelett eines Wikinger-Kriegers, dessen Grab schon im Jahr 1878 auf der Insel Björkö entdeckt worden war, noch einmal genauer untersucht. Und siehe da, die Analyse des Erbmaterials ergab: Der Wikinger war eine Frau.

Die Grabbeigaben lassen erahnen, dass es sich nicht um einen einfachen Krieger handelte, vielmehr um eine offenbar hochrangige Anführerin: Langschwert, Kampfaxt, Speer, Pfeile, Messer und zwei Schilde waren beigegeben. Und ganz offenbar waren auch noch zwei Schlachtrösser eigens getötet worden, um mit ihrer Herrin die letzte Reise gemeinsam anzutreten. Ebenfalls beigelegte Steigbügel sollten der Verstorbenen wohl auch im Jenseits die Mobilität sichern.

Das lässt die Annahme zu, dass die vormittelalterliche Frau bei den Germanen und ihren nördlichen Nachbarn mehr oder weniger gleichgestellt mit den Männern gewesen waren. Wie es auch einschlägige Stellen in den Wikinger-Sagas belegen.

Die Vorstellung vieler Männer, dass man als Krieger voller Testosteron sein muss, ist Blödsinn. Adrenalin reicht auch! Und Muskelkraft ist auch nicht alles. Manchmal ist Taktik entscheidend.

Erst die Missionare mit der Bibel hätten nach Meinung einiger Forscher dafür gesorgt, dass das Weib sich unterzuordnen, dem Herd statt dem Schwert zu frönen habe und allzu Widerspenstige als Hexen verbrannt wurden.

Und wenn ihr, liebe Mit-Frauen, in der Bibel nachlesen wollt:
1. Mose 3 Vers 16: Das ist die Strafe für die Frauen…

Ob das wohl wirklich so ist?

Brachten Frauen das Wissen in die Welt?

Im September stolperte ich über einen interessanten Artikel. In dem wurde die Frage aufgeworfen, ob nicht die Frauen in der Steinzeit dafür zuständig waren, Wissen weiter zu verbreiten.

Deutsche Wissenschaftler unter der Leitung von Projektleiter Philipp Stockhammer, Professor für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie an der Universität München, folgern das aus der Analyse von 84 Skeletten aus sieben bayerischen Fundorten. „Nicht die Männer, sondern die Frauen hatten vermutlich eine wichtige, vielleicht entscheidende Rolle beim Austausch von Kenntnissen“.

Die Untersuchung von Skeletten aus Gräbern, die zwischen 2500 und 1700 v. Chr. im Lechtal angelegt worden waren, lässt Anhand der Analyse von Strontiumisotopen-verhältnissen in Backenzähnen, Rückschlüsse auf die Herkunft der Personen zu und zeigte,  dass die Mehrheit der Frauen nicht aus der Region stammten. Ihre Heimat dürfte der Raum zwischen Halle und Leipzig oder Böhmen gewesen sein. Etwa zwei Drittel der untersuchten Frauen werden wohl in einem Alter von etwa 17 Jahren an den Lech gekommen sein, um dort eine Familie zu gründen.

Vergleichbare Belege bei Männern gibt es nicht. Vermutlich wanderten die Frauen Hunderte Kilometer zu ihren künftigen Ehemännern. Mit dem Mittel der Exogamie (Eheschließungen außerhalb der eigenen sozialen Gruppe, um z.B. Inzucht zu verhindern) verbreiteten sie das Wissen, das ihre Klans bereits erworben hatten.

Die Frauen waren wandernde Wissende und haben wahrscheinlich dazu beigetragen, dass das Wissen weitergegeben wurde. Die Art ihrer Bestattung lässt die Annahme zu, dass sie nicht als Mägde minderen Rechts oder gar als Sklaven dienten. Denn sie unterscheiden sich in keiner Weise von Gräbern der Einheimischen, was den Schluss erlaubt, dass sie in die Gemeinschaft integriert waren. Unklar ist, wohin ihre Nachkommen gewandert sein könnten. Vermutlich waren sie alle in ein größeres System eingebettet, das über längere Zeit, womöglich über 800 Jahre und mehr, weite Teile Mittel- und Nordeuropas durchzog. Vielleicht war die Aufgabe der Frauen auch nur die reine Wissens-vermittlung und sie hatten gar keine Familie und Nachkommen.

Ein älterer Einzelfund aus Dänemark liefert eine interessante Antwort. Danach war das Mädchen um das Jahr 1370 v. Chr. die 800 Kilometer lange Strecke vom Schwarzwald bis nach Jütland gelaufen. Einige Befunde an der Leiche lassen sich nur so erklären, dass sie später noch einmal in ihre Heimat zurückgekehrt ist, um erneut nach Jütland zu wandern.

Dänische Wissenschaftler vermuten, dass die junge Frau mit einem Mann aus Jütland verheiratet wurde, um Beziehungen zwischen ihren Familien oder Klans zu festigen. Basis der Kontakte könnte der Fernhandel gewesen sein, der schon in der jüngeren Steinzeit weite Teile Europas erschlossen hat.

Liebe Mit-Frauen, diese Erkenntnisse lassen also darauf schließen, dass die Frauen auch in frühen Zeiten nicht nur Austausch zum Zwecke des Gebärens waren, sondern einen großen Anteil am Weiterkommen und Weiterentwicklung von ihren Gesellschaften hatten.

Das, was manchmal in der Geschichtsschreibung so gern geschrieben wird, dass Frauen geraubt oder als Handelsobjekt fungierten, dass die Fortpflanzungseigenschaft sozusagen zur Ware degradiert wurde, stimmt zumindest in der Steinzeit nicht!

Und heute? Das könnt ihr selber bewerten.

Vielleicht öffnen manche Erkenntnisse den Horizont. Bisher ist die Geschichtsschreibung männlich geprägt. Was nicht bedeuten muss, dass Absicht hinter einer einseitigen Darstellung liegt.

Übrigens, hier könnt ihr den Artikel nachlesen https://www.welt.de/geschichte/article168323558/Erst-mit-den-Frauen-kam-das-Wissen-in-die-Welt.html#Comments

Vor allen die Kommentare sind echt lesenswert und einfach zum Amüsieren (viele empörte, beleidigte Männer… )

Wo sind die Frauen?

Letzten Sonntag hatten wir Wahlen. Auf den ersten Blick ist es mir nicht so aufgefallen, weil oft Frauen in Diskussionen ihre Partei vertreten haben. Aber beim Vorstellen der Ergebnisse fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Wo sind die Frauen im Parlament?

Der Anteil weiblicher Abgeordneter im Bundestag 2017 beträgt nur noch 30,7 %, obwohl der Anteil der Frauen in Deutschland bei ein bisschen über 51% liegt.

Auf die Parteien herunter gebrochen sieht es noch viel schlimmer aus, auch wenn es positive Beispiele gibt.

Die Parteinamen habe ich absichtlich entfernt. Es soll keine Werbung sein, sondern ein Stein des Nachdenkens.

Und weiter zum Nachdenken:
Im europäischen Vergleich steht Deutschland nicht gut da: In Schweden beträgt der Anteil von Frauen im Parlament 43,6 %, in Spanien 39,1 % und in Frankreich 38,8 %.

In meiner Gemeinde sitzen von 22 Gemeinderatsmitgliedern sage und schreibe 5 Frauen (22,7 %).

Wo sind also die Frauen, die unser Wohl mitbestimmen?

O.k., ich dachte gleich an die vielen Frauen, die ich kenne, die in einem Ehrenamt arbeiten. Ein Blick auf die Statistik verhagelt mir aber auch hier den positiven Ausblick: 45,7 % der Männer und nur 41,5 % der Frauen arbeiten in einem Ehrenamt.

Ich könnte mich jetzt ja noch herausreden, die meisten Männer im Ehrenamt sind wahrscheinlich im Fußballtraining zu finden. Das wäre aber mehr als gemein. Es gibt da ja auch ganz sinnvolle Einsätze z.B. bei der freiwilligen Feuerwehr und beim Katastrophenschutz. (Übrigens bei der Flüchtlingshilfe scheinen die Frauen doch aktiver zu sein.)

Da trete ich doch mal lieber meinen Mit-Frauen auf die Füße.

Wo bleibt ihr denn, nachdem ihr als Elternbeirätin in Kita und Schule abdankt?

Wir dürfen uns doch nicht wundern, wenn unsere Anliegen nicht mit Konsequenz verfolgt werden. Da können wir nach Gleichstellungsgesetzen schreien, wenn wir diese aber den Männern überlassen, haben wir sozusagen den Bock zum Gärtner gemacht.

Auch wenn die Wahlen gerade wieder vorbei sind, rufe ich ganz besonders an meine jüngeren Mit-Frauen:

Mischt euch ein, mischt mit, mischt auf!

Das können nur Frauen, oder?

„Als das Leben auf der Erde seinen Anfang nahm, war die Sache mit der Fortpflanzung noch verhältnismäßig einfach.

Die ersten Organismen waren Einzeller, die sich per Zellteilung vermehrten. Später entwickelten sich immer komplexere Lebensformen, die für ihre sexuelle Fortpflanzung männliche und weibliche Individuen benötigten.

Dabei ergab sich ein Problem: Die empfindlichen Embryonen waren und sind zunächst nur in einer geschützten Umgebung lebensfähig.

Für diese frühe Phase bietet die Natur wiederum verschiedene Möglichkeiten: Abgelegte Eier als Schutzraum für den jungen Organismus sind eine, Schwangerschaft ist eine andere.

Letztere erfordert umfangreiche Anpassungen des – fast immer – mütterlichen Körpers.

Die Exoten unter den lebend gebärenden Organismen sind  Seenadeln und Seepferdchen. Sie sind die einzigen Gattungen, bei denen die Männchen den Nachwuchs in ihrem Körper austragen.“

So beginnt eine Pressemitteilung des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Bei uns Menschen ist das eben anders gelöst. Da lastet die Schwangerschaft ausschließlich auf den Frauen.

Fortpflanzung ist ein sehr persönliches Thema, dass auch nur persönlich beantwortet werden kann. Es gibt Frauen, die sich in einer Partnerschaft nichts sehnlicher wünschen, als ein eigenes Kind. Die einen wollen vielleicht nur ein Kind, die anderen eine ganze Fußballmannschaft. Es gibt alleinstehende Frauen, die sich ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen können und wollen.

Es gibt auch Frauen, die ungewollt schwanger werden, weil es einfach „passiert“ ist, weil es gerade nicht in ihre Lebensplanung passt, weil sie noch zu jung sind, weil sie vergewaltigt wurden,… Sie können sich  entweder für oder gegen das entstehende Leben entscheiden…

Es gibt aber auch Frauen, die sich gegen ein Kind entscheiden. Warum auch immer. Weil sie keinen passenden Partner gefunden haben, mit dem sie ein Kind aufziehen möchten, weil ihnen die Karriere wichtiger ist, weil sie sich nicht vorstellen können beidem, Berufsleben und Kind, gerecht zu werden, weil sie am liebsten allein bleiben.

Und es gibt Frauen, die schlicht und ergreifend keine Kinder bekommen können.

Leider ist unsere Gesellschaft nicht sehr tolerant mit all diesen Frauen mit unterschiedlichen Lebenszielen und persönlichen Entscheidungen. Das spiegelt sich ganz deutlich in den Äußerungen über Frauen mit und ohne Kinder. Es wird hinter der Hand darüber gelästert, wenn die Anzahl der Kinder mehr als 2 sind. Und alleinstehende Frauen sind immer noch alte Jungfern, die keinen abbekommen haben. Da ist es vollkommen egal, welche persönliche Entscheidung dahinter stand.

Liebe Frauen, lasst uns dadurch doch nicht entzweien!

Es gibt doch so viel mehr, was uns vereint!

Frauen in der Sprache

Sprache reflektiert oft die Wirklichkeit. Frauen werden in der Sprache oft „vergessen“ und schlichtweg übergangen.

Schon bei der Erschaffung der Frau 1.Moses 2,23 erhielt die Frau keine eigene Bezeichnung sondern wurde Männin genannt. Der Ausdruck Männin ist sogar heute noch gebräuchlich im Wort Landsmännin.

Ein Anfang vom Beginn der Ignoranz und sogar der Herabwürdigung von Frauen.

Vielleicht mag ich deswegen das Wort Landsmännin nicht, auch weil sich dahinter so viel Pathetik verbirgt. Da ist mir die Landfrau lieber, …

Wortschöpfungen, die allein Frauen zugeschrieben werden, beziehen sich auf einen ausschließlich weiblichen Beruf, wie z.B. Hebamme, Krankenschwester oder sind sexuelle Wertung von Frauen, wie Hure. Weibliche Attribute wurden zu jeder Zeit mit abwertenden Wörtern bedacht. Man denke in neuer Zeit nur an die Äußerungen des US-Präsidenten zur „Pussy“  und was er alles damit machen darf.

Lustiger Weise hat sich die Berufsbezeichnung Krankenschwester bei männlichen Tätigen nicht in Krankenbruder sondern in Krankenpfleger geändert. Die Anpassung auch für die Frauen ist mittlerweile ebenfalls vollzogen.

Für Gemeinschaften gibt es keine weibliche Form in der Sprache. Man redet von Mannschaften, bestenfalls von der Frauenmannschaft.

Als ich 1980 mein Diplom in Händen hielt, war mir der Titel eines Diplom-Mathematikers verliehen. Es gab damals noch keine Diplom-Mathematikerin.

Da hat sich im Laufe der Jahre etwas geändert. Ich habe nur noch nie nachvollziehen können, warum die weibliche Form von Friseur nicht weiter Friseuse und von Masseur nicht Masseuse ist. Für wen war das denn anstößig, für uns Frauen oder für die Männerwelt.

Dagegen bezeichnen sich heutige Mädchen voller Stolz als Bitch. Was nun überhaupt nicht fein ist. Vielleicht ist die Hip-Hop-Szene daran schuld und es ist „in“. Dennoch würdigen sich diese jungen Frauen absichtlich selber herab. Bitch ist im englischen eine Hündin und Son of a Bitch, der Hundesohn. Bezeichnet mal einen heißblütigen Mann so, dann gibt es wohl eine auf die Zwölf.

Ich will an dieser Stelle nicht weiterforschen, warum junge Mädchen so wild darauf sind, sich als promiskes Weibchen darzustellen, die gern „bereit“ ist. Vielleicht möchten sie nur modern und cool sein.

Aber glaubt mir, die Sprache hat eine große Macht. Wenn wir uns als Frauen darin nicht wiederfinden, wir uns in ihr verbiegen oder uns selbst erniedrigen müssen, damit wir der Männerwelt gefallen. dann stimmt etwas nicht mit uns und dem Rest der Welt.

Lasst uns ein bisschen kritisch auf die Sprache achten und mit ihr umgehen. Wir drücken uns täglich in der männlich geprägten Sprache aus. Wir müssen uns aber nicht selbst klein machen oder gar, wenn auch lustig oder in Mode-Sprache, erniedrigen lassen.

Frauen in einer männlich dominierten Welt

Der Anteil von Frauen und Männern an der Weltbevölkerung ist ungefähr gleich. Derzeit leben etwa 3,74 Milliarden Frauen und 3,81 Milliarden Männer auf der Erde.

In Deutschland leben sogar ein bisschen mehr Frauen als Männer, rund 41 Millionen Frauen, ca. zwei Millionen mehr als Männer. Das entspricht einem Anteil von etwas mehr als  51%.

Wenn wir ein Bühnenstück gemäß der Verteilung von Frauen und Männern schreiben und aufführen würden, dann wären weibliche und männliche Drehbuchschreiber am Werk, ein Team aus z.B. einer Frau und einem Mann würden Regie führen und auf der Bühne gäbe es ein oder zwei mehr weibliche Darsteller als männliche.

Die Berichterstatter über die Uraufführung und Kritiker wären zu gleichen Teilen weiblich und männlich und würden über beide Seiten, die weibliche und die männliche ausgewogen berichten.

Ach ja, und eine Frauenquote bzgl. der Führungsaufgaben wäre nicht notwendig, weil jeder Teilnehmer dieses Bühnenstückes genau weiß, dass ohne ihn die Aufführung gar nicht stattfinden könnte. Alle Rollen und Aufgaben sind gleich wichtig und gehören einfach zum Ganzen. Es sind nur unterschiedliche Sichtweisen, so wie es am Tag hell und in der Nacht dunkel ist und doch gehört beides zusammen.

Können Sie sich das vorstellen?

Nein, eher nicht, oder?

Woran liegt es, dass es keine gleiche Gewichtung von weiblichen und männlichen Rollen im täglichen Leben gibt? Dass bei manchen Parteien im Wahlprogramm des Jahres 2017 noch Frauenquoten gefordert werden? Dass Frauenberufe, wie man erzieherische und pflegerische Tätigkeiten gern nennt, deutlich schlechter bezahlt werden, als Männerberufe? Warum werden Männer in unserer Gesellschaft wichtiger genommen als Frauen? Warum wird die Lebensleistung von Frauen oft in der Geschichtsschreibung schlicht übergangen?

Mir fallen noch ganz viele Fragen ein. Aber warum ist es so und nicht anders? Warum werden Frauen und ihre Arbeit oft als minderwertig wahrgenommen? Und warum machen sich viele Frauen diese Theorie zu eigen und fühlen sich tatsächlich minderwertig?

Da leben wir Frauen seit den 70ern des letzten Jahrhunderts in dem guten Glauben, uns langsam aber sicher zu emanzipieren. Aber ist das nicht eher ein Wahn als ein guter Glaube?

Glauben wir wirklich, dass allein ein Rollentausch uns Frauen mehr Anerkennung bringt? Dass wir nur ebenso hart im Geschäftsleben auftreten müssen wie die Männer? Genauso hart um die Karriere kämpfen müssen, genauso unser Vaterland verteidigen müssen, genauso stark und unbiegsam werden sollten?

Oder muss der Weg erst neu gefunden oder gar erfunden werden? Der Weg, auf dem Frauen wie Männer vielleicht unterschiedlich behandelt werden, unterschiedlich auftreten, unterschiedliche Rollen annehmen, aber als Ganzes betrachten, mit einer weiblichen und männlichen Seite. Ohne Beurteilung, welche Seite besser ist, nur in dem Bewusstsein, dass beide Seiten zusammengehören.

Fragen wir uns:
Wann ist die Frau von der reproduzierenden Göttin zu einer untergeordneten Dienerin geworden? Was verhindert, dass Frauen sich mit einander solidarisieren und ihre dienende Aufgabe abschütteln? Warum buhlen wir Frauen so gern um die männliche Aufmerksamkeit und den männlichen Schutz, der schließlich und endlich doch oft in einer unterwürfigen Abhängigkeit endet? Warum ist es für Frauen so schwierig eine eigene Rolle im Leben zu finden? Warum können sich Frauen so schlecht selbst annehmen und kritisieren immer an sich selbst herum? Wer und was beeinflusst die Selbstwerteinschätzung der Frauen?

Ich möchte in den nächsten Wochen ein paar von den Fragen beleuchten, unser heutiges, weibliches Verhalten, unsere Art zu leben hinterfragen und mögliche Wege für ein ganzheitliches, gemeinschaftlich weibliches und männliches Modell aufzeigen.

Nein, ich will und werde nicht versuchen, die Welt zu revolutionieren. Ich möchte aber meinen weiblichen Mitmenschen Einsicht und Vermögen für ein selbstbewusstes, selbstbestimmtes Leben mit dem dazu notwendigen Selbstwert und Selbstverständnis auf ihren Lebensweg geben.

Weil es mich immer wieder schmerzt zu sehen, wie Mädchen, junge Frauen, mitten im Leben stehende Frauen und alte Frauen sich immer wieder an die Wand drängen lassen, sich selbst nicht ernst und wichtig nehmen und dabei ihre Gesundheit und ihr Lebensglück aufs Spiel setzen.

Ich hoffe von Herzen, dass viele, die auf der Suche oder betroffen sind, diese Reihe über Frauen finden und lesen werden. Deswegen bitte ich jeden, der dies liest und Jemanden kennt, für den es von Interesse sein könnte, dies weiter zu leiten. Ich bin der Meinung, dass ich hier ein stiefmütterlich behandeltes Thema von weitem Interesse anspreche.