Ein Nussknacker-Traum

NussknackerWenn wir an den weihnachtlich geschmückten Läden vorbei gingen, kamen wir auch immer an einem Geschäft vorbei, das vorm Eingang einen lebensgroßen Nussknacker stehen hatte. Dieser Nussknacker hat mich besonders in seinen Bann geschlagen. Immer wieder musste ich ihn anschauen, wie grimmig er doch aussah. Ich habe mich dann oft gefragt, ob es davon kam, dass er so harte Arbeit leisten musste, für uns die Nüsse zu knacken. Er sah ja auch mehr wie ein Soldat aus, ja, so ein bisschen wie die Zinnsoldaten, die im Schaufenster nebenan lagen.

Als ich größer war und zum ersten Mal das Ballett „Der Nussknacker“ von Tschaikowski gesehen habe, war ich begeistert. Da wandelt sich der siegreiche Nussknacker in einen Prinzen. Das hätte auch wunderbar in meine Weihnachtsillusion gepasst.

Leider habe ich nie einen Nussknacker besessen, aber immer von ihm geträumt. Vielleicht wäre er auch ein Prinz geworden…

Nussknacker

Nussknacker, du machst ein grimmig Gesicht.
Ich aber, ich fürchte vor dir mich nicht.
Ich weiß, du meinst es gut mit mir,
drum bring ich meine Nüsse dir.
Ich weiß, du bist ein Meister im Knacken:
Du kannst mit deinen dicken Backen
gar hübsch die harten Nüsse packen
und weißt sie vortrefflich aufzuknacken.
Nussknacker, drum bitt ich dich, bitt ich dich,
Hast bessere Zähn als ich, Zähn als ich.
O knacke nur, knacke nur immerzu!
Ich will dir zu Ehren
die Kerne verzehren.
O knacke nur, knack, knack, knack! immerzu!
Ei, welch ein braver Kerl bist du!

von Hoffmann von Fallersleben

4 thoughts on “Ein Nussknacker-Traum

  1. Das ist auch eine schönes Gedicht zu der Geschichte. Nun geht mir nicht mehr aus dem Kopf, wie das Gedicht zum Nussknacker aus meinem Lesebuch der Volksschule ging: Hansl heiss ich, Nüsse beiss ich…..Das wird mir schon wieder einfallen!

    • Eigentlich ist es nicht nur ein Gedicht sondern eine ganze Geschichte über zwei Jungen im Walde, der eine gut der andere bös, die Nüsse finden, sie nicht knacken können und auf ein seltsames Männchen stoßen.

      Der Reim geht wie folgt:

      Heiß, heiß,
      beiß, beiß;
      Hansel heiß‘ ich,
      Nüsse beiß‘ ich;

      geh‘ gern in den grünen Wald,
      wenn die Nuß vom Strauche fallt,
      mach’s dem lust’gen Eichhorn nach,
      knack‘ und knick‘ den ganzen Tag.“

      Hansel heiß‘ ich,
      Nüsse beiß‘ ich;
      Hab‘ ich aber mich beflissen,
      euch ein Dutzend aufgebissen,
      gebt mir zum Lohn
      ein paar davon!

      Hebt auf meinen langen Zopf,
      schiebt die Nuß in meinen Kopf,
      drücket nieder und so fort,
      schnell ist jede Nuß durchbohrt.

      Beiß, beiß,
      heiß, heiß,
      will meinen Lohn
      nun auch davon.

      Gibst du mir keine Nuß,
      so machst du mir Verdruß,
      ich nehme dich beim Schopf
      und beiß‘ dir ab den Kopf.

  2. Vielen Dank, das hat meinem Gedächtnis auf die Sprünge geholfen! Ist ja auch schon einige Jahre her, seit ich die Schulbank gedrückt habe.

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