Adventstürchen Nr. 2

Zurzeit höre und lese ich vermehrt, dass Eltern und Großeltern sich Sorgen um die Weihnachtsgeschenke ihrer Kinder machen, weil das Geld einfach etwas knapper ist als früher.

Wenn ich an meine Kindheit denke, dann waren die Geldbörsen damals auch schmaler. Wir Kinder bekamen deswegen wohl mehr Selbstgemachtes und vor allem Notwendiges.

Ich erinnere mich mit Freuden an die neuen Kleider für meine Puppen oder an meinen neuen selbstgestrickten Pullover mit passender Mütze, Schal und Handschuhen.

Neben all dem Praktischen gab es aber auch immer ein Buch. Als ich noch nicht selbst lesen konnte, war die schönste Zeit, wenn mir Mutti, Vati oder Oma aus meinem Buch vorlasen.

Das Schönste an Weihnachten war für mich das gemeinsame Singen und Geschichten lesen. Die Heimlichkeiten, die jeder hatte und das Zusammensitzen.

Vielleicht haben wir vergessen, was mein Adventskalender heute sagte:

Das Glück wohnt nicht
im Besitze und nicht im Golde,
das Glücksgefühl ist in der Seele zu Hause.
Demokrit

Wie ihr seht, erinnere ich mich besser an die immateriellen Dinge, wie Zuneigung und gemeinsam Zeit, als an irgendwelche Gegenstände. Lasst eurer Fantasie freien Lauf.

Eure Birgitt

Adventskalender

Gestern hat Frauchen noch ganz schnell einen Adventskalender für Tantchen fertig gemacht. Sie hat uns erzählt, dass sie die Basis des Kalenders schon vor 40 Jahren gebastelt hat, (mal nachgerechnet, das sind mehr als 2, fast 3 Hundeleben lang), an einem Buß-und Bettag, als dieser noch ein Feiertag in Bayern war. Ich finde der Engel passt sehr gut zu Tantchen, sanft, aber manchmal auch streitbar.

Gestern und schon den Tag davor hat sie viele Sprüche auf Kärtchen gedruckt, die sie dann gerollt in die Schlaufen gesteckt hat. Zum guten Schluss hat sie noch jede Rolle mit einer Nummer von 1 bis 24 versehen.

Leider darf ich euch nicht verraten, was auf den Kärtchen steht, Tantchen könnte es lesen. Aber so viel, die Sprüche sind von Laotse, Johann Wolfgang von Goethe, Joachim Ringelnatz, Wilhelm Busch, Mark Twain, Walt Disney, Jonathan Swift, Christian Andersen, Albert Einstein, Eugen Roth und Rainer Maria Rilke.

Gleich machen Justi und Katie wieder kugelige Augen und haben Fragen. Was ist denn ein Adventskalender? Was macht man damit? Gibt es das auch für Hunde?

Also, erfunden wurde der Adventskalender wahrscheinlich von der Mutter von Gerhard Lang. Sie nähte, als er klein war, 24 Gebäckstücke auf einen Karton und jeden Tag durfte er davon eines essen. Dieser Herr Lang wurde durch seine Mutter inspiriert 1908 den ersten Münchner Adventskalender zu drucken.

Davor gab es natürlich auch schon andere „Zählvorrichtungen“. In protestantischen Gegenden wurde schon im 19. Jahrhundert vor Weihnachten jeden Tag ein Papierbild aufgehängt. Oder es wurden Strohhalme in die Krippe gelegt, bis am heiligen Abend genug Stroh für das Christkind bereit lag.

Ca. um 1920 wurden die Adventskalender mit Türchen zum Öffnen versehen, dahinter verbarg sich dann ein Bild, z.B. ein Schlitten, ein bunter Teller, ein Adventsgesteck, ein Weihnachtsbaum, ein Schneemann uvm.  Ab den 50er Jahren wurde hinter den Türchen Schokolade versteckt.

Die Adventskalender in Frauchens Kindheit waren mit Bildern und nicht gefüllt. Und ehrlich, was für Hunde ungesund ist (Schokolade), kann für Menschen auch nichts sein.

Für Hunde gibt es auch Adventskalender. Frauchen findet das ein bisschen dekadent. Ich habe zwar keine Ahnung, was das bedeutet, aber solange das mit den Leckerlis stimmt, ist mir das Wurst. Apropos Wurst …

Eure Vicki (via Frauchen Birgitt) 

Adventskalender

Könnt ihr euch noch an die Adventskalender eurer Jugend erinnern?

Auf meinem war meist ein Dorf mit verschneiten Häusern oder der Stall, in dem Jesu geboren wurde mit einem großen Stern mit Schweif über dem Stall. Auf jeden Fall waren die Kalender mit reichlich Glitter versehen. Die Türchen musste ich mühselig suchen, da sie mit einer Nummer versehen auf dem ganzen Kalender verstreut waren. Die Suche nach dem richtigen Türchen war der größte Spaß.

Ich freute mich jeden Tag darauf ein Türchen öffnen zu dürfen. Hinter dem Türchen befand sich ein Bild, z.B. ein Tannenzweig mit einer Kerze, ein Schlitten, Handschuhe oder Schlittschuhläufer. Hinter der 24. Tür erschien entweder ein Weihnachtsbaum, ein Engel oder eine Krippe.

Heute ging ich durch den Supermarkt und warf einen Blick auf heutige Adventskalender. Die haben wirklich nicht mehr viel zu tun mit dem aus meiner Kindheit. Es verbergen sich hinter den Türchen Schokolade, Gummibärchen, Kugeln einer bestimmten Marke usw. Es gibt sogar Adventskalender für Erwachsene, z.B. Bierkalender … Na ja, in jedem Manne soll ja bekanntlich ein Kind stecken …

Zu Hause wieder angekommen habe ich gleich mal nach dem Ursprung des Adventskalenders gesucht. Wikipedia gab mir geschwind eine Antwort. „Der erste selbstgebastelte Adventskalender stammt vermutlich aus dem Jahr 1851. Die ersten Formen kamen aus dem protestantischen Umfeld. Da hängten Familien nach und nach 24 Bilder an die Wand. Einfacher war eine Variante mit 24 an die Wand oder Tür gemalten Kreidestrichen, bei der die Kinder täglich einen Strich wegwischen durften.“

An eine besondere Begebenheit mit Adventskalendern kann ich mich noch gut erinnern. Es war in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, dass ich im November auf Geschäftsreise nach Südostasien auch auf die Philippinen reisen sollte. Der Projektleiter dort hatte drei kleinere Kinder. Ich überlegte, womit ich ihnen wohl eine Freude bereiten könnte. Voraussetzung war, es durfte nicht zu groß sein und musste in meinen Koffer passen. Ich entschied mich für 3 Adventskalender gefüllt mit Schokolade. Wobei ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken darüber machte, dass es auf den Philippinen doch ganz schön warm war. So wurde der Adventskalender nach dem Empfang auch nicht aufgehängt, sondern sofort im riesigen Kühlschrank verstaut.

Als ich die Mitbringsel auspackte, war die Freude so groß, dass ich mich doch wunderte. Am Abend erzählte mir die Mutter dann, dass ich den Kindern wirklich eine ganz große Freude gemacht hätte. Einen Tag zuvor hatte sie ihren Kindern mitteilen müssen, dass es dieses Jahr keine Adventskalender mit Schokolade geben würde, weil sie unmäßig teuer waren.

So hatte ich mit meinem Geschenk genau das richtige getroffen. Und ich werde nie die Freude der Kinder vergessen.

Ich wünsche euch ebenso eine Freude in der kommenden Adventszeit!

1. Dezember 2017

Jetzt warten die Menschen wieder 24 Tage auf die Geburt dieses Christkindes. Und weil sie es nicht erwarten können, feiern sie schon jeden Tag ein bisschen. Da werden Lichterketten aufgehängt, Kerzen angezündet, Tannen aufgestellt, Kekse gebacken und, was mir ganz und gar unverständlich ist, Geschenke gekauft, die niemand wirklich braucht.

Wenn ich, Mimi, an meine Mutti denke, dann erinnere ich mich immer an ihre Ermahnungen.

Lass das mit den Rüden. Das macht nur Ärger und Arbeit. Gut, eine Zeit lang bekommst du das beste Essen und Leckerlis. Dann schwillt dein Bauch immer mehr an. Das Hochspringen auf’s Sofa wird immer beschwerlicher und dann … diese Krämpfe … Danach zutzeln 5 bis 6 Welpen an deinen Zitzen und du musst immer bei ihnen bleiben. Ihnen das Bäuchlein mit der Zunge massieren, ihre Hinterlassenschaften auflecken. Und wenn die Welpen erst mal wieder aus dem Haus sind, also von neuen Rudelführern adoptiert wurden, dann bist du auch nicht mehr wert als die anderen Hunde im Rudel.

Bei meinem Wurf hat meiner Mutti Serra die Tante Motti geholfen. Das ist bei Hunden nun mal etwas Besonderes, da können auch die Tanten säugen. Dann durfte meine Mutti auch mal aus ihrer Wurfbox heraus und nicht nur zum Pipi und Würstchen machen.

Beim Umgang mit den Rüden beneide ich ja immer meine große Schwester Vicki. Die knurrt erst und wenn das nicht hilft, knallt sie den Rüden eine. So stark bin ich nicht. Ich renne dann immer zu meinem Frauchen und sage: Auf den Arm, aber ganz schnell!

Vicki sieht das Kinderkriegen noch kritischer als ich. Wenn sie einen Rüden sieht, knurrt sie nicht nur und verteilt Kopfnüsse, sondern setzt sich auch ganz schnell auf das begehrte Hinterteil. Deswegen nennt ihr Frauchen sie auch immer „die eiserne Jungfrau“.

Vickis Mama Holly war auch noch viel strenger. Meiner Mutti hat es noch Spaß gemacht, mal hinternwedelnd vor dem Zuchtrüden, der natürlich nach ganz harten Kriterien ausgewählt wurde, herzulaufen.

Zuchtrüden und auch Zuchthündinnen müssen nahezu allen Regeln des Zuchtvereins genügen. Sie müssen die richtige Größe, das richtige Gewicht, die richtige Fellfärbung, den richtigen Habitus, das richtige Gebiss und ein freundliches Wesen haben.

Ehrlich, wenn die Menschenfrauen auch so hart wären, … hehe …, dann würden wohl viele Männer durchfallen, … kicher, kicher …

Also die Mama von Vicki, Holly, war sowieso eine Einzelgängerin. Sie lag am liebsten allein in einer Hundehöhle. Wenn jemand vorbei ging, gab sie mal vorsichtshalber warnende Knurrgeräusche von sich. Eigentlich hätte sie gut auf Kinder verzichten wollen. Leider war sie bei den Ausstellungen trotz Knurren und Schnappen nach den Händen ihrer Friseurin Champion geworden. Da half kein Jammern und Weinen, sie musste ran an die Fortpflanzung.

Holly hat ihre Vicki aber ganz doll lieb gehabt. Sie waren sich halt sehr ähnlich. Wenn wir bei unserer Züchterin zu Besuch waren, sind die beiden immer zusammen strawanzen gegangen.

Ja, so aus Hundesicht ist das Fortpflanzen nun auch kein Spaß. Wenn wir den Menschen zuhören und vor allen Dingen, was wir so beobachten, dann hätten die Menschenmütter ihren Töchtern auch lieber das beigebracht, was unsere Mütter uns sagten.

Falls sich ein Mann nähert, vorab schon mal unfreundlich knurren und bei Annäherung eine Kopfnuss!

Nur zwei Männer hat Vicki je an sich herangelassen. Der eine war Laurin, ein kastrierter Chihuahua, und Jazz, ein Bolonka Zwetna. Beide verstanden/verstehen sich auf das gewisse Ohrkrauli und Geflüster. Laurin hat es übrigens mal ganz bös mit der Kopfnuss getroffen. Er ist mit seinem Kopf gegen die Holzbank geschlagen. Sein Herrchen hat nur gesagt, musste er mit rechnen.

Übrigens, wie man sieht, ist Vicki ihrem Frauchen sehr ähnlich. Sie scheren sich kein bisschen an Rassenunterschieden. Das geht ihnen ganz einfach an dem gewissen Körperteil vorbei.

Ich habe das mit dem Krauli-Wauli auch einmal probiert, wie ihr auf dem Bild sehen könnt (übrigens das links bin ich). NA JA … Ich kann das mit der Kopfnuss nicht, daher lasse ich mich lieber nicht anschmusen, sondern laufe gleich weg.

Wenn die Menschen auch zu dieser Erkenntnis kämen, dann müssten die Häuser und Wohnungen nicht so groß sein. Die Nicht-Mütter könnten so viel und so lange arbeiten, wie sie wollten oder auch nicht. Die Nicht-Väter könnten, wenn sie Spaß daran hätten, Karriere machen, aber sie müssten nicht notwendiger Weise viel verdienen, um einer Familie was bieten zu können. Es gäbe keine unglücklichen Kinder, die den Maßstäben  ihrer Eltern entsprechen müssten, die manchmal sogar das erhoffte aber ungelebte Leben der Eltern leben müssen.

Vicki und ich sind uns einig. Wir haben es sehr gut mit unseren Single-Frauchen getroffen. Die haben nie überhaupt in Betracht gezogen, dass wir uns reproduzieren müssten. Manchmal gibt es so Äußerungen von anderen Hundehaltern, ob unsere Frauchen nicht gern so niedliche Kinder von uns haben wollten … Boah, da wird mir ganz schlecht. Und ich glaube meinem Frauchen auch.

Jeder Mensch kann das für sich entscheiden. Wir Hunde leider nicht immer. Deswegen ein Hoch auf unsere Frauchen. Wir leben gern in Single-Haushalten und besuchen uns lieber jeden Tag.

Aber, wenn ihr auf das besondere Kind warten wollt, dann nur zu. Wir werden euch gern mit Geschichten unterhalten.

Dann bis morgen!

1. Advent im November

Weihnacht 2014 2

Was macht da der Adventskalender? Er beginnt ja erst am 1. Dezember.

Kennen Sie die Geschichte vom Goldenen Schlüssel von den Gebrüdern Grimm?
Nein? Hier die Kurzfassung:

Im tiefen Schnee muss ein armer Junge hinaus und auf seinem Schlitten Holz holen. Weil er so durchgefroren ist, will er sich nach getaner Arbeit ein kleines Feuerchen zum Aufwärmen anzünden.

Dazu räumt er den Schnee zur Seite und findet dabei einen kleinen goldenen Schlüssel. Er sagt sich, wo ein Schlüssel ist, muss doch auch ein Schloss sein und gräbt ein wenig in der Erde und siehe da, er findet ein kleines Kästchen. Er untersucht es und tatsächlich da ist ein Schloss. Er probiert den Schlüssel und glücklicherweise passt er.

Er dreht den Schlüssel einmal um… und nun müssen wir warten bis er das Kästchen vollends aufgeschlossen hat und den Deckel öffnen kann…

Dann werden wir erfahren, was für wunderbare Sachen in dem Kästen liegen…

Freuen Sie sich auf die Schätze in dem Kästchen, die ich alle in meinen Adventskalender verpackt habe.

Beginn ist Morgen am 1. Dezember.

3.Dezember

Winter sky

Wenn der Himmel vor Weihnachten so aussieht, backen die Engel für die Kinder, so sagte meine Mutter, und ich liebe diesen Himmel immer noch.
Heute mal auf Plattdeutsch (ich hoffe, es ist verständlich) aus meinem alten Lesebuch. (Sünnerklaus = Nikolaus)

Sünnerklaus
von Johann Beyer

Kiek ins, wat is de Himmel so rot!
Dat sünd de Engels, de backt dat Brot,
de backt den Wihnachtsmann sin Stuten,
för all de lütten Leckersnuten.

Nun flink de Tellers ünner’t Bett,
un leggt jo hen un weest recht nett!
De Sünnerklaus steiht vör de Dör,
de Wihnachtsmann, de schickt em her.

Wat de Engels hewt backt, dat schüllt ji probeern,
un smeckt jo dat good, so hört se dat gern.
Un de Wihnachtsmann smunzelt: „Nu backt man mehr!“
Och, wenn’t doch man erst Wihnachten weer!

2.Dezember

Weihnachtsgedicht

Ich bin dankbar für die schönen Erinnerungen aus der Kinderzeit.
Ein Gedicht von Friedrich Güll ist mir besonders in Erinnerung geblieben:

Gefroren hat es heuer
noch gar kein festes Eis;
das Büblein steht am Weiher
und spricht so zu sich leis:
Ich will es einmal wagen,
das Eis, es muss doch tragen.-
Wer weiß?

Das Büblein stampft und hacket
mit seinem Stiefelein,
das Eis auf einmal knacket,
und Krach! Schon brichts hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt
als wie ein Krebs und zappelt
mit Schreien.

O helft, ich muss versinken
in lauter Eis und Schnee!
O helft, ich muss ertrinken
im tiefen, tiefen See!
Wär nicht ein Mann gekommen,
der sich ein Herz genommen,
o weh!

Der packt es bei dem Schopfe
und zieht es dann heraus,
vom Fuß bis zu dem Kopfe
wie eine Wassermaus.
Das Büblein hat getropfet,
der Vater hats geklopfet
zu Haus.